Die Abgeltungssteuer spielt für geschlossene Fonds keine Rolle

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Beteiligungen an geschlossenen Fonds bleiben von der Abgeltungssteuer verschont, wenn die Fonds gewerblich sind, somit keine Einkünfte aus Kapitalvermögen erwirtschaften.

Für Anleger in geschlossene Immobilienfonds zählen die laufenden Gewinn- bzw. Verlustzuweisungen zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung oder Gewerbebetrieb. Die zehnjährige Spekulationsfrist gilt weiter, sodass ein Gewinn bzw. Verlust aus der Beendigung der Fondsbeteiligung nach mehr als 10 Jahren Laufzeit steuerlich unbeachtlich ist, auch bei erst ab 2009 erworbenen Beteiligungen (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG 2009).

Zeichner von Beteiligungen an geschlossenen Schiffsfonds erzielen als Mitunternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Hier gilt nach wie vor die günstige Tonnagebesteuerung gemäß § 5a EStG, bei der die laufende Gewinnzuweisung und der Gewinn aus dem späteren Schiffsverkauf weitgehend steuerfrei sind.

Anleger in geschlossene Containerfonds erzielen durch die langfristige Vermietung von Containern Einkünfte aus sonstigen Leistungen nach § 22 Nr. 3 EStG. Die Spekulationsfrist für die Steuerfreiheit des Gewinns aus späteren Containerverkäufen als Differenz zwischen Verkaufserlös und abgeschriebenem Buchwert steigt bei Anschaffung ab 2009 von einem Jahr auf 10 Jahre (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG 2009).

Nicht betroffen von der Abgeltungssteuer sind auch unter § 15b EStG fallende Fonds wie z.B. geschlossene Windkraft- und Solarfonds.

Dagegen wirkt sich die Abgeltungssteuer auf Kapitalvermögen verwaltende, nicht gewerbliche Fonds (z.B. Private Equity Fonds) negativ aus. Grund sind der Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens und der einjährigen Spekulationsfrist sowie das Abzugsverbot für Kreditzinsen ab 2009.

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