Besonderes Kirchgeld und Abgeltungsteuer

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Die Kapitaleinkünfte beeinflussen ab 2009 die Höhe des besonderen Kirchgeldes nur noch dann, wenn sie über die Günstigerprüfung nicht abgeltend mit 25%, sondern individuell besteuert werden.

Tritt bei Ehegatten der Hauptverdiener (meist der Ehemann) aus der Kirche aus, während der andere Ehegatte mit niedrigem oder gar keinem Einkommen Kirchenmitglied bleibt (sog. glaubensverschiedene Ehe), muss das Ehepaar keine Kirchensteuer zahlen. In allen Bundesländern bitten die Kirchen in solchen Fällen aber den kirchensteuerpflichtigen Ehegatten über das besondere Kirchgeld zur Kasse. Die Höhe des Kirchgeldes richtet sich nach dem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen der Ehegatten.

Ab 2009 gehen die Einkünfte aus Kapitalvermögen im Normalfall nicht mehr in das zu versteuernde Einkommen ein, da Zinsen, Dividenden und Kursgewinne bereits von den Kreditinstituten abgeltend mit 25% besteuert werden. Die Banken können zwar auch die Kirchensteuer, die auf die Abgeltungsteuer anfällt, einbehalten, wenn sie dazu vom Konto- bzw. Depotinhaber ermächtigt worden sind. Das gilt aber nicht für das besondere Kirchgeld, da dieses erst im Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt festgesetzt wird. Folglich wird ab 2009 das besondere Kirchgeld im Vergleich zu 2008 geringer ausfallen, wenn das zu versteuernde Einkommen infolge des Wegfalls der Einkünfte aus Kapitalvermögen unter eine der Intervallgrenzen für die verschiedenen Kirchgeldbeträge sinkt. Im Gegenzug wird aber die von den Banken auf die Abgeltungsteuer einbehaltene Kirchensteuer bei der Kirchgeldberechnung nicht mindernd berücksichtigt.

Nur wenn Sie die Kapitalerträge bei Ihrer Einkommensteuererklärung in der Anlage KAP angeben und das Finanzamt im Wege der Günstigerprüfung zu dem Ergebnis kommt, dass die individuelle Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte nach Grund- bzw. Splittingtarif günstiger ist als die Abgeltungsbesteuerung mit 25%, gehen die Kapitaleinkünfte in Ihr zu versteuerndes Einkommen und damit in die Kirchgeldberechnung ein (§ 2 Abs. 5b Satz 2 Nr. 2 EStG). Dann mindert auch die ggf. bereits auf der Bankenebene einbehaltene Kirchensteuer das besondere Kirchgeld.

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