Aktienanleihen: Verluste sind nicht mehr absetzbar

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Aktienanleihen bieten eine hohe Verzinsung, sind aber auch riskant. Denn wenn die zugrunde liegenden Aktien an Wert verlieren, erleiden Sie als Anleger einen Einlösungsverlust. Den können Sie künftig nicht mehr mit den laufenden Zinsen verrechnen.

Insbesondere bei niedrigem Zinsniveau gibt es eine Alternative zu klassischen Anleihen: Aktienanleihen mit einer überdurchschnittlich hohen Verzinsung. Der hohe Zins hat aber seinen Preis: Der Emittent (beispielsweise die Bank) kann bei Fälligkeit wählen, ob er den Nennbetrag zurückzahlt oder - wenn der Aktienkurs gefallen ist - stattdessen eine bestimmte Anzahl von Aktien eines vorher bestimmten Unternehmens ins Depot legt. Für den Anleger lohnt sich die Aktienanleihe nur, wenn er auf einen steigenden oder zumindest gleich bleibenden Kurs der zugrunde liegenden Aktie spekuliert.

Bisher gehören Einlösungsgewinne und -verluste zu den Kapitalerträgen

Bisher gelten Aktienanleihen als Finanzinnovationen, weil die Ertragshöhe von einem ungewissen Ereignis abhängt. Konsequenz: Nicht nur die laufenden Zinsen sind steuerpflichtig, sondern auch der Einlösungsgewinn. Er entsteht, wenn die Aktienanleihe unterhalb des Nennwerts ausgegeben, aber in Höhe des Nennwerts eingelöst wird. Oder wenn die Anleihe zum Nennwert ausgegeben und außerhalb der Spekulationsfrist zu einem höheren Kurs verkauft wird.

Im Gegenzug können Sie den Einlösungsverlust in Form der negativen Marktrendite steuerlich berücksichtigen. Ein solcher Verlust entsteht, wenn der Emittent wegen gesunkener Aktienkurse in Ihr Depot Aktien einbucht. In diesem Fall haben Sie einen Verlust in Höhe der Differenz zwischen dem ursprünglichen Kaufpreis der Anleihe und dem niedrigeren aktuellen Aktienkurs.

Einlösungsgewinne in bestimmten Fällen nicht mehr steuerpflichtig

Der BFH hat seine Rechtsprechung zu Finanzinnovationen geändert: Wenn bei einem Wertpapier die Zinsen einerseits und der Vermögenszuwachs andererseits rechnerisch eindeutig abgrenzbar und bestimmbar sind, ist der Einlösungsgewinn nicht mehr als Kapitalertrag steuerpflichtig - auch nicht nach der Marktrendite. Vielmehr bleibt der Gewinn bei Einlösung oder Veräußerung nach einer Haltedauer von 12 Monaten vollkommen steuerfrei (BFH-Urteil vom 11.7.2006, Az. VIII R 67/04, BStBl. 2007 II S. 553; BFH-Urteil vom 13.12.2006, Az. VIII R 79/03, BStBl. 2007 II S. 562).

Finanzverwaltung wendet Urteile auch auf Verluste bei Aktienanleihen an

Die Finanzverwaltung wendet diese Urteile auch auf Aktienanleihen an (Verfügung der Oberfinanzdirektion Rheinland vom 21.1.2008). Das kann von Nachteil sein: Denn den Verlust bei Einbuchung der Aktien - statt Rückzahlung des Nennwertes - können Sie nicht mehr über die negative Marktrendite mit positiven Einkünften verrechnen. Die Folge: Als Anleger müssen Sie die hohen Zinsen voll versteuern, bleiben aber auf den Verlusten sitzen.

Der Erlass nennt keine Übergangsfrist und gilt damit wohl bereits für die Einkommensteuererklärung 2007.

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