Abgeltungsteuer: Kein Werbungskostenabzug mehr

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Seit 2009 werden Einkünfte aus Kapitalvermögen pauschal mit dem Abgeltungsteuersatz von 25% besteuert. Damit verbunden ist das Verbot, nachgewiesene Werbungskosten von den erzielten Kapitalerträgen abzuziehen: Mit dem Sparer-Pauschbetrag sind alle Aufwendungen abgegolten.

Damit können keine über den Sparer-Pauschbetrag hinausgehenden Werbungskosten geltend gemacht werden, wie etwa Darlehenszinsen bei fremdfinanzierten Kapitalanlagen, Depotgebühren, Fachliteratur, Fahrten zur Hauptversammlung oder Bank. Das gilt auch, wenn Sie sich im Rahmen der Günstigerprüfung zu einer Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte mit Ihrem persönlichen Steuersatz entscheiden. Nur Aufwendungen, die im Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf von Wertpapieren stehen wie etwa die Makler-Courtage, können ab 2009 noch als Veräußerungskosten angesetzt werden.

Beim Werbungskostenabzug ist das Zahlungsjahr entscheidend. Deshalb können Sie im Jahr 2009 angefallene Werbungskosten, die das Jahr 2008 betreffen, nicht in Ihrer Steuererklärung 2008 berücksichtigen. Eine Ausnahme gibt es für regelmäßig wiederkehrende Bankgebühren des Jahres 2008, die Ihnen bis zum 31.1.2009 belastet wurden. Wegen des Abzugsverbots für Werbungskosten im Jahr 2009 fallen diese Aufwendungen steuerlich somit unter den Tisch.

Selbstständige haben ab 2009 einen gewissen Gestaltungsspielraum, dem Abzugsverbot auszuweichen. Sie können nämlich durch Einbringung von Kapitalanlagen ins Betriebsvermögen den Abzug der Kapitalaufwendungen, vor allem Kreditzinsen, als Betriebsausgaben erreichen. Für gewillkürtes Betriebsvermögen müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Privatanleger könnten bei ihrer Bank darauf drängen, bestimmte Bankgebühren, zum Beispiel für Vermögensberatung, nicht mehr getrennt auszuweisen. Günstiger wäre es, diese Gebühren teilweise den weiterhin absetzbaren Transaktionskosten zuzuordnen.

 

Steuertipp

Ob das Abzugsverbot für Werbungskosten wegen Verstoßes gegen das Nettoprinzip oder sogar die ganze Neuregelung zur Abgeltungsteuer verfassungswidrig ist, muss abgewartet werden.

Anleger mit höheren Werbungskosten aus Kapitalvermögen, die sich gegenüber der alten Rechtslage schlechterstellen, sollten ihre Steuererklärung 2009 möglichst spät abgeben. Denn vielleicht sind dann schon Musterklagen gegen die Abgeltungsteuer bei den Finanzgerichten anhängig, an die man sich in seinem Einspruch gegen den eigenen Steuerbescheid anhängen kann.

 

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