Tagesgeld: Jederzeit verfügbare Geldreserve

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Ein Tagesgeldkonto macht Sie sicherlich nicht reich, aber die Gewissheit, sein Geld gut geparkt zu haben, beruhigt wenigstens die Nerven.

Das Tagesgeldkonto kombiniert die Vorteile von Girokonto und Sparbuch. Wie bei einem Girokonto können Sie jederzeit auf Ihr Guthaben zugreifen, jedoch ist der Zinssatz beim Tagesgeldkonto höher. Zudem ist die Kontoführung fast immer kostenlos; Sie benötigen lediglich ein Girokonto, auf welches der angelegte Betrag nach der Rückforderung überwiesen wird (Referenzkonto). Einige Banken bieten bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos gleich ein zusätzliches Girokonto mit an.

Tagesgeldkonten werden variabel verzinst. Dies bedeutet, dass die Bank den Zinssatz täglich an geänderte Marktbedingungen anpassen kann. Es gibt keine Kündigungsfrist, eine Entnahme ist jederzeit möglich. Eine Mindesteinlage wird meist nicht verlangt. Besonders in Krisenzeiten sind Tagesgeldkonten beliebt, da sie hohe Flexibilität und schnelle Reaktionsmöglichkeiten auf unvorhergesehene Entwicklungen bieten. Aber auch, wenn eine Investitionsentscheidung ansteht, die noch reiflich überlegt werden muss, z.B. nach der Auszahlung aus einer Lebensversicherung, kann das Geld erst einmal auf einem Tagesgeldkonto flexibel zwischengelagert werden.

So wählen Sie den richtigen Anbieter aus

Neben den klassischen Banken und Sparkassen prägen Spezialanbieter den Markt, z.B. Autobanken und die Niederlassungen von ausländischen Kreditinstituten u.a. aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien. Bei der Verzinsung gibt es große Unterschiede, weshalb sich ein Vergleich verschiedener Anbieter schnell bezahlt macht. Insbesondere Direktbanken ohne eigenes Filialnetz bieten Tagesgeldkonten mit attraktiven Zinssätzen an. Die Kontoführung erfolgt hier über das Internet oder telefonisch.

Meist richten sich die Sparer bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos einfach nach der Höhe der in der Werbung angegebenen Zinsen. Dies ist zwar die wichtigste Überlegung, reicht jedoch allein nicht aus. Nachfolgend finden Sie weitere Auswahlkriterien für ein geeignetes Tagesgeldkonto:

  • Die Zinshöhe: Das Wichtigste bei der Wahl eines Tagesgeldkontos ist natürlich der Zinssatz. Gerade für Neukunden sind die Konditionen oft sehr attraktiv. Nach dem Ablauf einer Frist von maximal einem Jahr werden Sie jedoch schnell zum Bestandskunden; dann sinken auch regelmäßig die Zinsen. Aus diesem Grunde wechseln viele Anleger je nach Marktentwicklung zu einem anderen Tagesgeldkonto (Tagesgeld-Hopping).

    Bei Tagesgeldern ist wegen der laufenden Änderung der Zinskonditionen eine Hochrechnung der jährlichen Rendite im Voraus nicht möglich. Die Zinsangabe p.a. ist deshalb nur eine rechnerische Größe, um die unterschiedlichen Konditionen auf Jahresbasis zu vergleichen; die angegebene Rendite trifft nur zu, wenn während des Jahres keine Veränderung des Zinssatzes erfolgt. Insbesondere ist die Zinsangabe p.a. beim Tagesgeld also kein garantierter Zins.

  • Der Zeitpunkt der Zinszahlung: Banken bieten jährliche, vierteljährliche oder im seltenen Fall sogar eine monatliche Gutschrift der Zinsen an.

    Da der Zinseszinseffekt umso stärker zum Tragen kommt, je häufiger die Zinsen ausgeschüttet werden, sollten Sie sich bei sonst gleichen Konditionen für das Konto mit dem kürzesten Zinsintervall entscheiden. So ist es z.B. möglich, bei niedrigen Zinsen und einer monatlichen Auszahlung eine höhere Rendite zu erzielen als bei höheren Zinsen und einer jährlichen Auszahlung.

  • Die Höhe der Anlagesumme: Die Anlagesumme stellt die Basis aller weiteren Überlegungen zum Vergleich und zur Auswahl eines Tagesgeldkontos dar. Nur wenn Sie wissen, wie viel Geld Sie voraussichtlich anlegen wollen, können Sie entsprechende Sonderaktionen berücksichtigen und maximale Anlagesummen, bis zu denen etwa höhere Zinsen gelten, in Ihre Überlegungen einbeziehen.

  • Die Dauer der Anlage: Nachdem klar ist, wie viel Geld Sie anlegen möchten, kommt die Frage nach der Laufzeit. Wollen Sie nur kurzfristig, etwa über drei oder sechs Monate, freie Liquidität zwischenparken, können Sie auf entsprechend hoch verzinste Neukundenangebote zurückgreifen, die Ihnen während dieses Zeitraumes besonders hohe Zinsen bieten. Haben Sie hingegen vor, Ihr Tagesgeldkonto längerfristig zu nutzen, kann es lohnender sein, auf Anbieter zurückzugreifen, die im langfristigen Vergleich zu den attraktivsten Anbietern gehören.

  • Eröffnungsprämien: Oft werben Banken mit Eröffnungsprämien in Form von z.B. Kontoeröffnungsprämien oder Tankgutscheinen.

    Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass diese Eröffnungsprämien Ihren Vergleich nicht verzerren. Wenn Sie etwa 50.000,00 € anlegen wollen, bietet Ihnen eine Eröffnungsprämie von beispielsweise 50,00 € lediglich einen Zinsvorteil von 0,10 % und sollte auf keinen Fall das ausschlaggebende Kriterium für die Wahl eines bestimmten Kontos sein.

  • Versteckte Kosten oder (kundenunfreundliche) Bedingungen: Der Abschluss von Tagesgeldkonten ist in der Regel kostenlos – nicht selten jedoch an weitere Verpflichtungen geknüpft, wie z.B. die Eröffnung eines Wertpapier-Depots oder eines Girokontos. Prüfen Sie daher genau das Kleingedruckte sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Es gibt auch Tagesgeldangebote, deren Zinssätze an eine bestimmte Einlagenhöhe geknüpft sind. Überdurchschnittlich hohe Zinsen gelten meist nur für höhere Anlagesummen, z.B. mindestens 50.000,00 € oder 100.000,00 €. In jedem Fall sollte die Verzinsung ab dem ersten Euro erfolgen. Die Entscheidung für ein Angebot sollte also entsprechend der geplanten Anlagesumme gefällt werden.

  • Lockangebote: Verspricht ein Tagesgeldkonto außergewöhnlich hohe Zinsen, könnte es sich um ein Lockangebot speziell für Neukunden handeln, das nur für (besonders) kurze Zeit gilt.

    Vorsicht auch bei marktunüblich hohen Verzinsungen von Anbietern außerhalb des Bankensektors. Mit einer überdurchschnittlich hohen Verzinsung ist immer auch ein besonders hohes Risiko verbunden. Außerdem besteht bei diesen Angeboten praktisch kein Anlegerschutz. Da Einlagengeschäfte in Deutschland genehmigungspflichtig sind und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht streng überwacht werden, steckt hinter besonders hoch verzinsten Angeboten von Nichtbanken oft eine (private) ausländische Adresse. Hier ist Ihr Geld erfahrungsgemäß nicht gut aufgehoben.

Achten Sie auf die Sicherheit Ihrer Einlagen

Legen Sie Ihre Ersparnisse als Tagesgeld bei einer deutschen Bank an, dann unterliegen diese stets einer gesetzlichen deutschen Einlagensicherung (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH). Diese garantiert seit dem 1.1.2011 im Insolvenzfall eines Instituts die Rückzahlung von bis zu 100.000,00 € je Kontoinhaber. Für Eheleute mit Gemeinschaftskonto sind so z.B. 200.000,00 € pro Bank gesichert.

Daneben ist Tagesgeld (wie auch Festgeld, dazu später) bei fast allen Banken wie eine Spareinlage über die Einlagensicherung des jeweiligen Bankenverbandes abgesichert. Der Bundesverband deutscher Banken, dem die meisten privaten Banken angehören, unterhält einen sog. Feuerwehrfonds, der eine wesentlich höhere Garantie für Einlagen vorsieht, die sich nach dem haftenden Eigenkapital des jeweiligen Institutes richten. Das sind derzeit pro Institut mindestens 1,5 Mio. Euro.

Sparkassen, Landesbanken, Volks- und Raiffeisenbanken unterhalten jeweils eine eigene Einlagensicherung, die auf dem Solidaritätsprinzip beruht. Dort springen im Fall des Falles die übrigen Verbundpartner ein, es gilt im Konkursfall eine Institutsgarantie. Das bedeutet praktisch eine unbeschränkte Einlagensicherung (wenn allerdings die ganz große Krise kommt, die einen flächendeckenden Untergang von Banken und Sparkassen nach sich zieht, steht zu befürchten, dass auch diese Form der Einlagensicherung an ihre Grenzen stößt).

Nicht alle Anlagen in Tagesgeld und Festgeld sind automatisch durch die deutsche Einlagensicherung geschützt. Auf dem hiesigen Markt sind viele Auslandsbanken aktiv, die einer anderen Sicherungseinrichtung angehören. Der Schutz beschränkt sich dann auf den EU-Mindeststandard von 100.000,00 €.

Nur weil eine Bank eine deutsche Internetseite, eine deutsche Telefonnummer oder auch eine Zweigniederlassung in Deutschland unterhält, unterliegt sie noch lange nicht der deutschen Einlagensicherung. Entscheidend ist, wo sich der Hauptsitz des Instituts befindet. Interessenten erfahren das im Internet zum Beispiel im Impressum der Website der entsprechenden Bank.

Banken aus Euro-Mitgliedstaaten mit gravierenden Finanzproblemen, wie z.B. Griechenland oder Irland, spielen auf dem deutschen Privatkundenmarkt keine große Rolle. Vor allem Institute aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien finden sich in Zinsvergleichen immer wieder auf Top-Plätzen wieder.

Wer deutlich höhere Beträge als 100.000,00 € auf Tagesgeldkonten parken möchte, sollte sicherheitshalber das Geld auf mehrere Anbieter von Tagesgeldkonten aufteilen. Ob sich allerdings diese Vorsichtsmaßnahme auch bei einem nicht mehr völlig undenkbaren teilweisen Kollaps des Finanzsystems noch auszahlen würde, ist ungewiss.

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