Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben

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Jetzt wird es wieder Zeit, sich an die Steuererklärung zu setzen. Die Steuerbescheinigungen der Banken, Sparkassen, Bausparkassen und Versicherer sind in vier Ausnahmefällen einzureichen.

Einige Sparer haben von ihrer Bank die Jahressteuerbescheinigung für das vergangene Jahr zugeschickt bekommen. Diese wird entweder automatisch verschickt (wenn Sie eine Verlustbescheinigung angefordert haben oder Erträge aus ausländisch thesaurierenden Fonds erhalten haben oder einen solchen veräußert haben). Oder sie kann zusammen mit der Erträgnisaufstellung bei Ihrer Bank (meist kostenpflichtig) angefordert werden.

Die Jahressteuerbescheinigung listet alle Erträge aus Wertpapieren und Einlagen auf, die der Kunde im betreffenden Jahr erzielt hat. Sie enthält Angaben zum Freistellungsauftrag und zur einbehaltenen Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, die saldierten Veräußerungsverluste und Veräußerungsgewinne.

Was sollten Anleger mit diesen Steuer-Dokumenten tun?

Oft genügt es, diese Steuer-Dokumente einfach zu archivieren. Denn im Regelfall hat die Bank die fällige Steuer bereits mit Gutschrift der Kapitalerträge abgezogen. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, in denen es sinnvoll oder sogar notwendig ist, Kapitalerträge in der jährlichen Steuererklärung anzugeben.

Ausnahme 1: Für vereinnahmte Kapitalerträge wurde noch keine Abgeltungsteuer gezahlt. Bei Kapitalerträgen aus im Ausland geführten Konten oder Depots greift die Abgeltungsteuer z.B. nicht.

Ausnahme 2: Sie sind kirchensteuerpflichtig, haben aber Ihre Bank nicht beauftragt, die Kirchensteuer direkt abzuführen. So kann das Finanzamt den Betrag nacherheben.

Ausnahme 3: Verluste und Gewinne bei unterschiedlichen Banken sollen miteinander oder mit einem Verlustvortrag verrechnet werden. Dafür ist zusätzlich eine Verlustbescheinigung bzw. Steuerbescheinigung der Bank erforderlich.

Ausnahme 4: Ihr persönlicher Steuersatz liegt unter 25 Prozent, zum Beispiel im Ruhestand. In diesem Fall kann es sich lohnen, beim Finanzamt eine Günstigerprüfung zu beantragen. Stellt sich dabei heraus, dass die Besteuerung nach dem persönlichen Steuersatz für den Anleger günstiger ist, wird das Finanzamt die zu viel gezahlte Abgeltungsteuer zurückzahlen.

Rentner und nicht berufstätige Kinder können Zinsen und Dividenden oft über den Sparer-Pauschbetrag von 801 € hinaus steuerfrei einnehmen. Voraussetzung: Die jährlichen Einkünfte dürfen den steuerlichen Grundfreibetrag (derzeit 8.652 € zuzüglich Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €) nicht überschreiten. In diesem Fall benötigen Sie eine Nichtveranlagungsbescheinigung des Finanzamts, die Sie Ihrer Bank vorlegen müssen.

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