Wetten Sie auf die Zinswende mit Short-Renten-Exchange-Traded-Funds

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Mit Short-Renten-ETFs spekulieren Anleger auf steigende Renditen von Staatsanleihen. Diese börsengehandelten Indexfonds bilden Kursbarometer nach, die sich genau gegensätzlich zu herkömmlichen Rentenindizes entwickeln. Steigen die Zinsen und sinken entsprechend die Kurse der Anleihen, die bereits auf dem Markt sind, steigt der Stand dieses Short-Index - und mit ihm der Wert des ETFs.

Noch immer bilden festverzinsliche Wertpapiere den Hauptbestandteil vieler Depots. Anleihen von Emittenten mit einwandfreier Bonität, wie z.B. Bundesanleihen, waren der sichere Hafen in der Finanzkrise. Anleger konnten ihr Geld dort parken und von den stark sinkenden Zinsen mittels steigender Anleihekurse profitieren.

Die aktuelle Situation an den Finanzmärkten bedeutet für den konservativen Anleger eine Herausforderung: Die Zinsen sind trotz einer ersten zaghaften Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) immer noch sehr niedrig. Sichere und gewinnbringende Investments sind rar. Dabei hätten die Zinsen langsam allen Grund zu steigen. Denn wenn sich viele Regierungen - wie es aktuell geschieht - in großem Stil Geld besorgen und den Markt mit Staatsanleihen überschwemmen, sollte das die Zinsen eigentlich nach oben treiben. Nach dem Motto: Um die Käufer zu locken, müssen bessere Konditionen her.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen wieder anziehen, steigt also. Egal, ob die Zinsen langsam oder schnell steigen - für die Anlage in festverzinsliche Wertpapiere bedeutet das, dass sich deren Risiko durch Kursverluste erhöht. Schließlich wollen Anleger dann lieber die neuen, höher verzinsten Papiere haben. Die Altanleihen lassen sich dann nur noch mit Kursabschlag verkaufen.

Viele Anleger sind deshalb auf der Suche nach anderen Renditequellen und machen auch vor eher exotischen Produkten nicht halt. Zu dieser Gattung zählen Short-Renten-Exchange-Traded-Funds (ETFs).

Der Short-Renten-ETF von DB x-trackers

Eine interessante Alternative, das Depot gegen fallende Anleihekurse abzusichern, bietet der Short iBoxx Sovereigns Eurozone TR Index ETF von db x-trackers (WKN: DBX0AW), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank. Die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Short-Index entspricht der umgekehrten (negativen) Wertentwicklung des klassischen iBoxx Sovereigns Eurozone TR Index.

Dieses Rentenbarometer deckt alle Laufzeitkategorien der in der Eurozone begebenen Staatsanleihen ab. Fällt der iBoxx Sovereigns Eurozone TR Index beispielsweise im Tagesverlauf um 0,5 Prozent, dann steigt der Short-Index entsprechend, also um plus 0,5 Prozent, woran wiederum der ETF partizipiert. Zu diesem Zweck ist der Short-Index mit einem Hebel von "minus 1" ausgestattet, der täglich wieder auf diesen Wert zurückgesetzt wird. Steigende Zinsen mit den obligatorisch fallenden Anleihekursen führen also zu einem steigenden Kurs des Short-ETFs.

Zusatzeinnahmen inklusive

Damit ist aber noch nicht genug. Da es sich um einen Total-Return-Index handelt, werden die Zinseinnahmen, die sich bei Short-Investments ergeben (Zinsen auf die investierten Mittel + Einnahmen aus der Wertpapierleihe), an den ETF-Inhaber in Form des doppelten Geldmarktsatzes (EONIA) abzüglich einer Leihgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr weitergegeben. Aktuell liegt der EONIA-Satz bei 1,4 Prozent. Damit wären auch bei einer Seitwärtsbewegung des Short-Index Erträge möglich.

Tipp
Der Short iBoxx Sovereigns Eurozone TR Index ETF eignet sich für Anleger, die Anleihebestände im Depot halten und von steigenden Zinsen ausgehen. Durch Beimischung des Short-ETFs können Kursverluste im Rentenportfolio bis zu einem bestimmten Niveau durch die Gewinne aus dem Short-ETF ausgeglichen werden. Hat das Zinsniveau die erwartete Höhe erreicht, kann die Short-ETF-Position aufgelöst werden. Mit dem ETF lässt sich also ein Rentendepot kurzfristig absichern, ohne gleich den gesamten Anleihebestand verkaufen zu müssen.

Die Tücken von Short-ETFs

Wer den Einsatz von Short-ETFs für sein Depot erwägt, sollte auch deren Schwäche kennen. Die exakt gegenläufige Entwicklung von Index und Short-Index funktioniert nur vom Schlusskurs eines Tages zum nächsten. Über einen längeren Zeitraum von Wochen und Monaten kann die Entwicklung durchaus auseinanderdriften.

Im Extremfall können Short-ETFs über einen längeren Zeitraum sogar Verluste einfahren, obwohl der Ausgangsindex ebenfalls im Minus liegt. Besonders groß ist der Unterschied von intuitiv erwarteter und tatsächlicher Rendite bei Short-ETFs auf Aktienindizes, weil die täglichen Schwankungen an der Börse meist größer ausfallen als am Rentenmarkt. In den zwölf Monaten nach der Lehman-Pleite 2008 büßte der DAX z.B. 9,8 Prozent an Wert ein. Der Short-DAX dagegen gewann nicht etwa 9,8 Prozent, sondern verlor sogar 3,7 Prozent. Selbst wenn solch turbulente Zeiten mit Rentenfonds kaum zu erwarten sind: Anleger sollten die Entwicklung ihres Short-ETFs ständig im Auge halten.

Tipp
Privatanleger, die in Short-Renten-ETFs investieren, sollten neben dem nötigen Produktverständnis eine starke Meinung zur weiteren Zinsentwicklung am Kapitalmarkt und damit der Kursentwicklung bei Anleihen mitbringen. Es ist keine ausgemachte Sache, dass die Zinsen tatsächlich steigen. Wer jetzt auf steigende Renditen spekuliert, riskiert Verluste, wenn die Konjunktur doch noch einmal einbricht und die Zinsen wieder auf die erst kürzlich verlassenen Rekordtiefs fallen.

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