Verluste von Hebel-Zertifikaten korrekt abwickeln

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Spekulative Anleger, die öfters auf Hebelzertifikate setzen, dürften die Erfahrung schon gemacht haben: Ihr Schein wurde ausgeknockt. Wenn bei klassischen Hebelzertifikaten (Basispreis und Stopp-Loss-Barriere identisch) die Knock-out-Barriere zu irgendeinem Zeitpunkt während der regulären Handelszeit berührt oder im Fall von Long-Hebelzertifikaten unterschritten bzw. bei Short-Hebelzertifikaten überschritten wird, verfällt das Knockout-Zertifikat wertlos, besser gesagt: fast wertlos.

In der Regel zahlt der Emittent nämlich noch ein Zehntel Cent (0,001) zurück, damit der Anleger den erzielten Verlust steuerlich geltend machen kann. Die Rückzahlung des Zehntel Cents pro ausgeknocktem Zertifikat wird von den Emittenten jedoch unterschiedlich gehandhabt:

  • BNP Paribas: In einzelnen Fällen nach Knock-out-Ereignis noch taggleicher Verkauf zu 0,001 im Direkthandel oder an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt möglich; ansonsten automatische Ausbuchung zu 0,001 nach vier Bankarbeitstagen.

  • Citigroup: Verkauf zu 0,001 im Direkthandel und an der Börse in Stuttgart und Frankfurt am Tag des Knock-out-Ereignisses möglich; ansonsten automatische Rückbuchung des Restwerts nach fünf Bankarbeitstagen.

  • Commerzbank: Verkauf zu 0,001 im Direkthandel und an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt möglich; ansonsten automatische Ausbuchung nach fünf Bankarbeitstagen.

  • Deutsche Bank: Automatische Ausbuchung zu 0,001 nach fünf Bankarbeitstagen.

  • Goldman Sachs: Automatische Ausbuchung zu 0,001 nach fünf Bankarbeitstagen.

  • Lang&Schwarz: Automatische Ausbuchung zu 0,001 nach fünf Bankarbeitstagen.

  • UBS: Automatische Ausbuchung zu 0,001 nach fünf Bankarbeitstagen.

Sollte nach fünf Bankarbeitstagen keine automatische Ausbuchung erfolgt sein, ist wahrscheinlich etwas schief gelaufen. In diesem Fall wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Depotbank.

Normalerweise sollte es keinen Unterschied machen, ob die ausgeknockten Papiere an der Börse verkauft oder mit einem Restwert von 0,001 im Depot ausgebucht werden. Jedoch gibt es Finanzämter, die für Probleme mit der Anrechenbarkeit der Verluste sorgen, wenn es ein Ausbuchen und kein Verkauf war. Deshalb ist es sinnvoll, das Hebel-Zertifikat nach dem wertlosen Verfall noch an der Börse oder im Direkthandel an den Emittenten zu veräußern. Da nicht alle Emittenten diese Möglichkeiten anbieten, sollte dies bei der Entscheidungsfindung für die Auswahl geeigneter Hebel-Zertifikate berücksichtigt werden.

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