Verbesserter Anlegerschutz: Produktinformationsblätter sorgen für mehr Durchblick

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Mehr Verbraucherschutz im Finanzsektor: Ab dem 1.7.2011 soll sich die Qualität der angebotenen Produktinformationen deutlich verbessern.

Keine Rendite ohne Risiko - das ist den meisten Anlegern längst bewusst. Um die mit einer Fondsanlage verbundenen Chancen und Risiken besser abschätzen zu können, sind jedoch genaue Informationen zu dem Produkt notwendig. Mit den offiziell angebotenen Verkaufsprospekten der Fondsindustrie tut sich der Anleger jedoch schwer. Juristendeutsch, Kleingedrucktes und Bandwurmsätze erschweren den Durchblick.

Ab dem 1.7.2011 müssen Investmentgesellschaften jeden deutschen Fonds mit den wesentlichen Anlegerinformationen ausstatten. Deutschland setzt damit eine EU-Richtlinie um und zugleich das im Februar im Bundestag verabschiedete Anlegerschutzgesetz, das ein Produktinformationsblatt verlangt. Das in den Medien oftmals "Beipackzettel" genannte Informationsinstrument soll auf wenigen Seiten eine knappe, verständliche und standardisierte Beschreibung des Produkts sowie aller relevanten Daten enthalten.

Fondsanbieter müssen ihre Produkte auf maximal zwei DIN-A4-Seiten gut verständlich erklären. Für komplexe Varianten dürfen es drei Seiten sein. Unterteilt ist die Anlegerinformation in die folgenden fünf Kategorien:

  • Ziele und Anlagepolitik,
  • Risiko und Ertragsprofil,
  • Kosten,
  • frühere Wertentwicklung sowie
  • praktische Informationen.

Die Neuregelung soll Fonds nicht nur verständlicher machen. Der Hintergedanke ist, dass die Anleger die Angaben von mehreren Fonds direkt nebeneinanderlegen und somit besser vergleichen können.

Unter der Kategorie "Ziele und Anlagepolitik" sollen die Anbieter künftig z.B. darüber aufklären, wie ein Fonds agiert, ob er maßgeblich in Aktien investiert oder auch stark in Anleihen gehen darf und ob er von einem Fondsmanager oder einem Computersystem gesteuert wird. Hinzu kommt die Empfehlung, wie lang man mindestens in den Fonds investiert sein sollte.

Eine wichtige Neuerung betrifft das Risiko- und Ertragsprofil: Das Risiko jedes Fonds muss auf einer Skala von "1" (gering) bis "7" (hoch) einsortiert werden. Bislang war in Deutschland eine Risikoeinstufung von fünf Stufen üblich. Berechnet wird der neue Risikoindikator aus der Rendite und den Schwankungen des Fonds auf Wochen- oder Monatsbasis für die vergangenen fünf Jahre.

Bei der Wertentwicklung geht der Blick noch weiter in die Vergangenheit zurück als beim Risiko. Für die vergangenen zehn Jahre müssen Anbieter die Rendite grafisch aufzeigen. Es dürfen keine kumulativen Daten sein, sondern die erzielte Rendite muss für jedes Jahr separat aufgeschlüsselt werden. Bei den Kosten müssen die Höhe des Ausgabeaufschlags, die laufenden Kosten sowie erfolgsabhängige Gebühren genannt werden.

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