Short-ETFs: Gewinne erzielen bei fallenden Kursen

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Eine der beliebtesten Profi-Strategien am Aktienmarkt ist der Leerverkauf, mit dem Anleger bei fallenden Kursen Gewinne erzielen können.

Allerdings war dieser Ansatz lange Zeit nur institutionellen Investoren vorbehalten. Das hat sich geändert. Mittlerweile können auch Privatanleger auf einfache Weise mit dem Kauf sogenannter Short Exchange Traded Funds auf fallende Kurse setzen.

Wer noch mehr Nervenkitzel braucht, kann sogar mit Hebelwirkung auf sog. Leveraged-Short-ETFs setzen. Die Konstruktion von Short-ETFs ist allerdings nicht ganz so einfach wie die eines klassischen auf steigende Kurse setzenden ETFs.

Wer in Short-ETFs investiert, sollte deren Funktionsweise gut kennen. Denn aufgrund einer rechnerischen Feinheit können sich Short-ETFs als Falle für Anleger entwickeln, die diese Produkte länger als nur wenige Wochen besitzen. Über längere Zeiträume sind nämlich größere Abweichungen vom zugrunde liegenden Index möglich. So können Sie auf längere Sicht mit Short-Indexfonds selbst bei fallenden Märkten statt der konstruktionsbedingt zu erwartenden Gewinne Verluste erzielen.

Grund für die Verzerrungen sind die Tücken der Prozentrechnung. Steigt z.B. der Index an einem Tag um 3 % und fällt er am nächsten Tag um 5 %, sind das in Summe minus 2,15 %. Ein ungehebelter Short-ETF würde am ersten Tag 3 % verlieren und am nächsten Tag 5 % zulegen. Macht am Ende plus 1,85 %, 0,3 Prozentpunkte zu wenig. Wie sehr Hebel-ETFs solche Verzerrungen verstärken, zeigt die nächste Rechnung: Ein doppelt gehebelter Leveraged-Short-ETF hätte am ersten Tag 6 % verloren, am Tag darauf aber 10 % gewonnen. Macht insgesamt plus 3,4 %. 4,3 % wären linear aber richtig gewesen.

In Extremfällen kann Folgendes passieren: Der S&P 500 Financials Index verlor z.B. im Jahr 2008 rund 55 % seines Werts. Entsprechende Short-ETFs beendeten das Jahr jedoch mit einem Gewinn von lediglich 3,6 %.

Andersherum geht es aber auch: Von Ende März 2009 bis Jahresende legte der DAX um 45,9 % zu. Der doppelt gehebelte ETF schaffte dagegen über 101 %. In dem stark ausgeprägten Aufwärtstrend hatte sich die Bewegung durch den Basiseffekt verstärkt.

Der Anbieter DB X-Tracker (Deutsche Bank) hat inzwischen seine Short-ETFs mit dem Zusatz Daily versehen.

Damit soll klar werden, dass die Produkte sich nur zur Kurzfristspekulation eignen. Auf der Webseite von DB X-Tracker finden Interessenten die Informationen zu den Short-ETFs auch nur, wenn sie sich als professionelle Investoren eintragen.

Short-Exchange Traded Funds eignen sich nur für sehr erfahrene und gut informierte Anleger. Da solche Papiere auf längere Sicht eine schwer zu kalkulierende Wertentwicklung liefern, sind diese eher für den täglichen Handel oder Haltefristen von wenigen Wochen oder Tagen geeignet.

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