Russische Aktien: Antizyklische Anleger spekulieren auf die Trendwende

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Die Krim-Krise und der sich zuspitzende Konflikt in der Ukraine waren der Grund für die deutlichen Kursverluste russischer Aktien in diesem Jahr. Die anhaltenden Spannungen in der Ukraine lassen die russische Börse auch weiterhin nicht zur Ruhe kommen. Unter den Schwellenländern ist Russland derzeit der am günstigsten bewertete Aktienmarkt.

Während die westlichen Börsen dank verbesserter wirtschaftlicher Perspektiven ihren Höhenflug fortsetzen, bleibt der Appetit der Anleger auf Aktienmärkte der Schwellenländer gering. Diese leiden unter sinkenden Wachstumsraten, dem Zurückfahren der Liquidität der US-Notenbank sowie einem steigenden Dollarkurs. Russland macht da keine Ausnahme. Nach der mehrjährigen Hausse bis zur Finanzkrise und einer anschließenden Erholung ab März 2009 läuft dort seit zweieinhalb Jahren nichts mehr. Inzwischen sank die Bewertung auf historisch äußerst niedrige Werte: Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund sechs verglichen mit rund zehn in den letzten 15 Jahren. Russische Unternehmen werden an der Börse derzeit mit etwa 75 % ihres eigenen Buchwertes gehandelt – auch das eine sehr niedrige Bewertung.

Für antizyklisch agierende Anleger scheint der Zeitpunkt für einen ersten vorsichtigen Einstieg an der russischen Börse daher günstig. Die Einreiseverbote, das Einfrieren von russischem Vermögen im Ausland und ausgesetzte Verhandlungen über Visa-Erleichterungen – die Sanktionen, mit denen der Westen bislang versucht hat, die russischen Machtspiele in der Ukraine zu beenden, sind kaum der Rede wert. Weder Russland noch die Europäische Union haben ein Interesse an einer weiteren Eskalation. Dafür sind die wirtschaftlichen Verflechtungen zu eng und beide Seiten zu verletzlich. Die wahrscheinlichste Entwicklung ist langfristig eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen West und Ost. Ist der politische Pulverdampf verflogen, könnte auch ein Turnaround an der Börse folgen.

Wegen der rohstofflastigen Wirtschaftsstruktur ist die Preisentwicklung vor allem bei den Energieträgern Erdöl und Erdgas für die russische Börse von eminenter Bedeutung. Der Aktienmarkt korreliert eng mit dem Ölpreis. Spekulative Anleger, die auf den Turnaround russischer Aktien setzen, sollten möglichst breit gestreut investieren und Einzelinvestments in russische Aktien meiden. Für ein Investment in den russischen Aktienmarkt am besten geeignet sind Exchange Traded Funds. Möglich ist dies beispielsweise über den Lyxor ETF auf den Dow Jones Russia Titans (WKN: LYX0AF) mit den zehn kapitalstärksten russischen Titeln. Eine Alternative ist ein Produkt von iShares auf den MSCI Russia ADR/GDR (WKN: A1C1HV), der aktuell 16 Aktien umfasst. Ein starkes Übergewicht entfällt dabei auf den Sektor Energie, Finanzen und Rohstoffe.

Quelle: "Der GeldBerater", Juni 2014

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