Mit ETFs von Bodenschätzen und Agrarrohstoffen profitieren

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Auch Exchange Traded Funds bewahren Anleger nicht vor den besonderen Fallstricken, die bei der Anlage in Rohstoffen lauern. Oft klafft eine größere Lücke bei der Wertentwicklung zwischen dem als Basiswert hinterlegten Rohstoffindex und der tatsächlichen Entwicklung an den Terminmärkten.

Grund für diese Lücke ist eine Besonderheit von Rohstoffinvestments. Die ETFs berechnen sich nicht nach dem Wert z.B. von realen Säcken Mais oder von Schweinehälften, sondern nach dem Wert von Rohstoff-Futures. Das sind standardisierte Verträge, die an den Terminbörsen gehandelt werden und genau regeln, zu welchem Zeitpunkt und zu welchem Preis welche Menge des entsprechenden Rohstoffs geliefert werden muss. Doch an dem vereinbarten Liefertermin wollen die Indexanbieter natürlich nicht Baumwoll-Ballen oder Kupferdraht-Rollen vor der Tür stehen haben. Sie verkaufen deshalb den Future in der Regel kurz vor dem Ende der Laufzeit wieder. Der Verkaufserlös wird direkt in einen neuen Future mit späterer Fälligkeit investiert.

Ohne diesen regelmäßigen Wechsel könnten die Emittenten weder Rohstoffzertifikate noch Rohstoff-ETFs ohne Laufzeitbegrenzung anbieten. Liegen nun beim Future-Wechsel die Preise der länger laufenden Kontrakte über denen der früher fälligen (sog. Contango), bekommt der Käufer für seinen Future eine geringere Menge an Rohstoffen als Gegenwert. Der Fachman spricht in diesem Fall von einer negativen Rollrendite. Dieser Verlust schlägt sich im ETF nieder. Anleger sollten also nicht glauben, dass sie mit einem Rohstoff-ETF zu 100 % von steigenden Preisen profitieren (natürlich kann auch der umgekehrte Fall eintreten, dass der nachfolgende Future-Kontrakt billiger gehandelt wird, sog. Backwardation).

Umso wichtiger ist es für Langfristinvestoren, Papiere auf Rohstoffindizes zu wählen, die den sog. Total-Return-Index berechnen. Bei diesen Indizes fließen neben den Rohstoffpreisen und den Gewinnen oder Verlusten beim Future-Wechsel auch Zinserträge ein. Denn beim Future-Kauf über die Terminbörse muss nur ein geringer Prozentsatz der Anlagesumme als Sicherheit hinterlegt werden. Der Rest wird zinsbringend angelegt. Bei Total-Return-Indizes kassiert dieses Zubrot nicht der Emittent, sondern der Käufer der ETFs.

Exchange Traded Commodities

Seit einiger Zeit sind auf der elektronischen Handelsplattform Xetra auch sog. Exchange Traded Commodities (ETCs) handelbar. Auf den ersten Blick sehen diese Papiere wie Rohstoff-ETFs aus, sind es aber nicht. Der wesentliche Unterschied ist die rechtliche Struktur der ETCs: ETCs sind unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten und nicht Sondervermögen in Form einer Fondsstruktur wie bei ETFs. Ihr Nachteil gegenüber ETFs ist das Risiko, dass der Emittent von ETCs insolvent wird und das Geld dann im schlimmsten Fall verloren ist.

Sonderfall Rogers International Commodity Index

Einen Sonderfall stellt der ETF auf den Rogers International Commodity Index (WKN: A0JK68) dar. Dieser als Total-Return konzipierter Index wurde von dem weltweit beachteten Profispekulanten Jim Rogers konstruiert. Der US-Amerikaner Rogers hatte frühzeitig das Potenzial der Emerging Markets und der Rohstoffmärkte entdeckt. Rogers empfiehlt, breit gestreut direkt in die Rohstoffe zu investieren. Sein Index setzt sich aus 36 Rohstoffen zusammen. Dazu gehören Agrarprodukte wie Getreide, Energie wie Erdöl und Erdgas sowie Metalle wie Gold, Aluminium und Kupfer. Die Zusammensetzung des Index wird jährlich im Dezember überprüft und bei Bedarf für das darauffolgende Jahr angepasst. Die jährlichen Verwaltungsgebühren betragen 0,7 %.

Anleger, die nicht wissen, ob sie nun besser Öl, Gold oder vielleicht doch Weizen kaufen sollen, greifen zu dem ETF auf den Rogers International Commodity Index (WKN: A0JK68). Da der Index in US-Dollar notiert und der ETF in Euro, ist die Anlage nicht gegen Währungsschwankungen gesichert. Kursverluste des US-Dollars gegenüber dem Euro verringern den Kurs des ETF. Legt dagegen der US-Dollar gegenüber dem Euro zu, dann erhöht das den Wert der Anteile.

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