Investmentfonds: Wenig überzeugende Leistungen, hohe Gebühren

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Ausgabeaufschläge, Managementgebühren, Depotgebühren und jetzt immer häufiger auch Erfolgsgebühren: Wenn es um die eigenen Erträge geht, sind die Fondsgesellschaften sehr erfinderisch. Kennzahlen sorgen für Transparenz.

Der Anleger zahlt beim Erwerb eines Investmentfonds in der Regel eine einmalige Kaufgebühr (Ausgabeaufschlag), die beispielsweise bei Aktienfonds bis zu 5 Prozent des Anteilswerts betragen kann.

Hinzu kommen laufende Kosten, die dem Fondsvermögen belastet werden. Das ist die Management- bzw. Verwaltungsgebühr mit den darin enthaltenen Anteilen für den Vertrieb, den in der Regel Banken und freie Anlagevermittler übernehmen. Die laufenden Gebühren sind in den vergangenen zehn Jahren bei den in Deutschland zugelassenen Investmentfonds auf durchschnittlich rund 1,50 Prozent pro Jahr geklettert.

Auf diese Gebühren packen die Investmentgesellschaften jetzt noch vermehrt erfolgsabhängige Gebühren. Alle großen Gesellschaften wie DWS (Deutsche Bank), Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken) und Deka, die Fondstochter der Sparkassen, sind hier aktiv. Erfolgsabhängige Gebühren werden von vielen Fondsgesellschaften selbst schon dann berechnet, wenn der Fonds weniger verliert als der zugrunde liegende Index.

Die Kennzahl TER sorgt für eine bessere Transparenz

Damit Sie die Chance haben, die Kosten von Investmentfonds miteinander zu vergleichen, wurde vor einigen Jahren die Kennzahl TER (Total Expense Ratio) eingeführt. Mit dieser Kennzahl werden folgende Kostenbestandteile berücksichtigt:

Management- und Verwaltungsgebühren

Das Fondsmanagement eines Fonds berechnet für seine Arbeit eine Vergütung. Auch die Gewinnmarge der Fondsgesellschaft ist in der Managementgebühr bereits enthalten.

Depotbankgebühren

Wenn Fondsmanager Wertpapiere für den Fonds kaufen, dann müssen diese Papiere in einem gesonderten Depot verwahrt werden. Da Fondsgesellschaften aus aufsichtsrechtlichen Gründen die Depotverwaltung nicht selbst übernehmen dürfen, wird mit dieser Aufgabe eine Depotbank beauftragt. Für die Depotführung, die tägliche Berechnung der Anteilspreise sowie die Ausgabe und Rücknahme der Investmentanteile verlangen depotführende Banken in der Regel 0,1 Prozent bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr.

Tipp
Diese Depotbankgebühren sind nicht zu verwechseln mit den Depotgebühren, die Ihnen Ihre Bank für die Verwaltung Ihres Wertpapierdepots noch gesondert in Rechnung stellt. Die dafür anfallenden Kosten werden selbstverständlich nicht in der TER-Kennzahl berücksichtigt.

Sonstige Betriebskosten

Darunter fallen die Kosten, die für den Vertrieb und die Administration eines Fonds entstehen. Hierzu gehören die Kosten für die Herstellung von Fondsprospekten und Broschüren, für Wirtschaftsprüfer und Rechenschaftsberichte, aber auch für die Werbung. Der Kostenanteil für Betriebskosten kann je nach Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvermögens betragen.

Leider finden nicht alle Kosten, die bei Investmentfonds anfallen, Berücksichtigung in der TER-Kennzahl. Das mindert deren Aussagekraft. Zu den Kosten, die bei der Berechnung der TER-Kennzahl unter den Tisch fallen, gehören z.B. der zu zahlende Ausgabeaufschlag beim Kauf eines Fonds und die erfolgsabhängige Vergütung.

Auch die Transaktionskosten sind in der TER-Kennziffer nicht erhalten. Beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen natürlich Transaktionskosten an. Die Börsen- und Maklergebühren können je nachdem, wie oft ein Fondsmanager sein Depot umschichtet, sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einem durchschnittlichen Aktienfonds schwanken die jährlichen Transaktionskosten zwischen 0,5 Prozent und 2 Prozent des Fondsvermögens.

Tipp
Obwohl einige Kosten nicht in die Berechnung mit einfließen, bietet die TER-Kennzahl eine gute Orientierungshilfe über die Kosten vergleichbarer Fonds. Einen schnellen Zugriff auf die TER-Kennziffer Ihrer Fonds erhalten Sie im Internet z.B. auf den Seiten von www.finanztreff.de. Die Kaufentscheidung sollte allerdings nicht allein aufgrund von Kostenaspekten erfolgen. Ein Fonds mit höherer TER kann aber die bessere Wahl unter vergleichbaren Fonds sein, wenn die Performance des Fonds in den letzten Jahren überzeugend ausfiel.

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