Günter Netzer: Kein Volltreffer für Anleger

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Vollmundige Renditeversprechen bei Absolute-Return-Fonds erweisen sich als Mogelpackung.

Die Allianz-Fondsgesellschaft hat ihre von Günter Netzer beworbenen Absolute-Return-Fonds inzwischen wegen Erfolglosigkeit aus dem Verkehr gezogen. Die Erträge waren viel geringer als in Aussicht gestellt worden war. Im vergangenen Oktober wurden sie auf die neue Allianz-All-Markets-Produktfamilie verschmolzen. Allerdings brachte dies für die noch investierten Fondssparer bislang keine Besserung mit sich.

Dabei klang die Idee hinter Absolute-Return-Fonds gar nicht schlecht: Ganz gleich, ob die Märkte fallen oder steigen, Absolute-Return-Fonds wollen in jeder Situation für die Anleger einen positiven Ertrag erzielen. In der Regel wird sogar eine Mindestrendite vorgegeben. Die ersten Fonds, die unter dem Etikett "Absolute Return" angeboten wurden, kamen kurz nach der Jahrtausendwende auf den Markt. Einem größeren Publikum wurden sie vor allem durch eine aufwendige Werbekampagne mit dem ehemaligen Fußball-Profi Günter Netzer in der Hauptrolle bekannt.

Um ihre angestrebten Ziele zu erreichen, nutzen Absolute-Return-Fonds alle Anlageklassen von Aktien über Anleihen bis hin zu Rohstoffen. Der Begriff »Absolute Return« klingt zwar gut, ist aber in der Praxis oft irreführend. Denn Investmentfonds mit diesem Namenszusatz verfolgen mitunter ganz unterschiedliche Ziele:
  • Die meisten Ansätze basieren auf sicheren Anleihen, die regelmäßige Zinszahlungen garantieren.
  • Eine zweite Gruppe hat ähnliche Ansätze wie Mischfonds, die je nach Marktlage auf verschiedene Anlageklassen setzen.
  • Drittens gibt es reine Aktienfonds, die sich mit dem Absolute-Return-Logo schmücken. Sie nutzen Derivate, um Kursschwankungen zu verringern.
Gemeinsam ist allen Absolute-Return-Fonds nur, dass ihre Manager frei von irgendwelchen Vergleichsindizes investieren wollen. Ihre Aufgabe: durch gezielte Auswahl und Gewichtung der entsprechenden Anlageklassen im Fonds, stabile jährliche Renditen ohne Verluste zu erwirtschaften, auch wenn sich wichtige Aktienbarometer wie DAX oder EuroStoxx50 im Vergleichszeitraum negativ entwickeln sollten. So lautet der Anspruch der Fondsmanager in der Theorie.

Ein Blick auf die erzielten Renditen dieser Fonds in der Vergangenheit sorgt jedoch schnell für Ernüchterung. Etliche der Absolute-Return-Fonds erwirtschaften weniger Rendite, als selbst eine Anlage auf einem mager verzinsten, aber risikolosen Tagesgeldkonto gebracht hätte. Von den größeren Absolute-Return-Fonds schaffte es keiner, in den vergangenen drei Jahren das selbst gesteckte Renditeziel zu erreichen. Auch das Ziel, Verluste zu vermeiden, wurde verfehlt. Zwar lagen in den vergangenen zwölf Monaten die meisten Fonds im Plus. Doch einige wie z.B. der Pioneer Invest Total Return sind deutlich in die roten Zahlen gerutscht.

Das ist auch nicht verwunderlich. Zwar werden den Anlegern neue Fondskonzepte verkauft. Aber wirklich neue Anlageklassen oder neues Handwerkszeug gibt es für die Fondsmanager nicht. Ganz nüchtern betrachtet sind Absolute Return-Fonds Mischfonds, die in neuer Verpackung daherkommen.

Einer der Gründe für die schwache Performance sind die hohen jährlichen Verwaltungsgebühren. Die Belastung der Fonds liegt im Durchschnitt bei 1,5% und damit fast so hoch wie bei Aktienfonds.

Geldtipp
Defensive Produkte wie der Julius Bär Bond Absolute Return und der JPMorgan Global Capital Preservation haben zumindest dem Anleger in den letzten drei Jahren eine, wenn auch auf Tagesgeldniveau liegende bescheidene Rendite gewährt. Alternativ bieten sich vernünftige Offene Immobilienfonds an wie z.B. der Hausinvest Europa (WKN: 980701) oder Anbieter von Tagesgeldkonten mit attraktiven Zinssätzen.

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