Fondskauf über die Hausbank: Bequem, aber teuer

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Möchten Sie einen größeren Betrag in Investmentfonds anlegen, sollten Sie mit Ihrer Hausbank um die Höhe des zu zahlenden Ausgabeaufschlags verhandeln. Meist wirkt ein Hinweis auf die günstigeren Konditionen, die sie anderswo erhalten, Wunder, und Sie erhalten den gewünschten Nachlass auf den Ausgabeaufschlag.

Im günstigen Einkauf liegt bekanntlich der Gewinn. Diese alte Kaufmannsweisheit gilt auch für den Fondserwerb. Denn je mehr Anlegergeld nach Abzug der Erwerbskosten tatsächlich in das Investment fließt, desto größer fällt am Ende der Wertzuwachs aus. Bei Investmentfonds können Kosten wie Ausgabeaufschlag, laufende Verwaltungskosten (Management Fee) und erfolgsabhängige Gebühren (Performance Fee) anfallen. Im Gegensatz zu den jährlich anfallenden Verwaltungskosten oder möglichen erfolgsabhängigen Gebühren fällt der Ausgabeaufschlag einmalig beim Kauf eines Investmentfonds an. Dieser beträgt bei Rentenfonds maximal bis zu 3 %, bei Aktienfonds sind maximal 5 % üblich. Direktbanken und Fondsvermittler bieten Fonds jedoch oft ohne oder mit deutlich reduziertem Ausgabeaufschlag zum Kauf an.

Wie hoch das Einsparpotenzial beim Fondskauf ist, zeigt eine Untersuchung des Online-Brokers Onvista Bank. Die Onvista Bank bietet eine Auswahl von rund 9000 Investmentfonds an, bei denen sie beim Kauf auf den Ausgabeaufschlag verzichtet. Stattdessen werden Ordergebühren wie beim klassischen Börsenhandel fällig. Auf Basis aller Fondskäufe im vergangenen Jahr analysierte die Online-Bank, wie hoch der zu zahlende Ausgabeaufschlag gewesen wäre, und ermittelte dann abzüglich der von der Bank berechneten Ordergebühren die Gesamtersparnis für den Käufer.

Rabatt von der Hausbank aushandeln

Dank eigener Fondsgesellschaften und einem flächendeckenden Filialnetz dominieren Banken und Sparkassen auch heute noch den Fondsvertrieb. So werden noch immer über 60 % aller Fondskäufe traditionell über die Hausbank abgewickelt. Diese Dominanz bröckelt allerdings aufgrund der zunehmenden Konkurrenz durch Direktbanken, freie Anlageberater und sog. Fondsshops.

Der Weg über die Hausbank ist vor allem bequem. Da schon ein Konto besteht, beschränkt sich der lästige Papierkrieg beim Fondskauf auf ein Minimum. Aber Vorsicht: Immer noch empfehlen viele Institute ihren Kunden vor allem hauseigene Produkte. Denn so bleibt das Geld der Anleger im eigenen Konzern.

Wenn Sie sich nach reiflicher Überlegung für den Fonds einer fremden Investmentgesellschaft entschieden haben, sollten Sie sich vom Wertpapierberater nicht zum Kauf eines hauseigenen Fonds umstimmen lassen. Denn selbst bei Fonds mit vergleichbarem Anlageschwerpunkt sind die Unterschiede in der Wertentwicklung mitunter erheblich. Allerdings verlangen einige Banken neben dem Ausgabeaufschlag für Fonds, die nicht von der hauseigenen Investmentgesellschaft stammen, eine zusätzliche Kaufgebühr bzw. beim Verkauf eine Rücknahmegebühr.

Immer mehr Banken bieten ihren Kunden inzwischen aber auch ganz offiziell Fremdfonds an. Bei diesen Instituten können Sie dann aus einer Vielzahl von Fonds verschiedener Investmentgesellschaften wählen. Diese Angebotsvielfalt erhöht Ihre Chancen, den für Sie passenden Fonds zu finden.

Möchten Sie einen größeren Betrag in Investmentfonds anlegen, sollten Sie mit Ihrer Hausbank um die Höhe des zu zahlenden Ausgabeaufschlags verhandeln. Meist wirkt ein Hinweis auf die günstigeren Konditionen, die sie anderswo erhalten, Wunder, und Sie erhalten den gewünschten Nachlass auf den Ausgabeaufschlag.

Wann ist der Kauf über die Hausbank sinnvoll? Die Hausbank ist nur dann erste Wahl, wenn Sie an einer möglichst schnellen und unkomplizierten Abwicklung ohne nennenswerte eigene Aktivitäten interessiert sind. Allerdings müssen Sie sich dann meist mit einer eingeschränkten Fondsauswahl begnügen und erhalten oft keinen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag. Wenn Sie Beratung beim Fondskauf nicht missen möchten, bleibt der Fondserwerb über die Hausbank ebenfalls eine ernst zu nehmende Alternative.

Als Anleger können Sie sich zunächst bei Ihrer Hausbank über die Fondsanlage schlaumachen. Sobald Sie wissen, welche(n) Fonds Sie kaufen möchten, kann Sie niemand daran hindern, die entsprechenden Fonds bei einem preisgünstigeren Anbieter zu ordern.

Zumindest sollte Ihre Hausbank eine Auswahl unter mehreren Fondsgesellschaften anbieten und damit auch den Erwerb von Fremdfonds. Denn nur dann haben Sie die Chance, halbwegs unabhängig und zielorientiert beraten zu werden. Zusätzliche Kosten sollten Sie hierfür aber nicht akzeptieren. Vor allem dann nicht, wenn bei anderen Anbietern ein Kauf mit reduziertem oder sogar ohne Ausgabeaufschlag möglich ist.

Ausführliche Informationen und weitere geldwerte Tipps enthält der Geltdtipps-Beitrag Kauf von Investmentfonds: Kosten senken – Rendite steigern.

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