Fonds-Verwalter: So wählen Sie ihn aus und senken die Kosten

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Für ihre Mühe verlangen die Fonds-Anbieter Geld. Wie viel, ist gar nicht so leicht zu durchschauen. So kommen zusätzlich zu den Kosten, die bei den einzelnen Investmentfonds anfallen, wie z.B. Ausgabeaufschlag, Management- und Depotbankgebühr, noch die Gebühren des Vermögens-Verwalters hinzu.

Weil gesetzliche Vorgaben fehlen, können die Fonds-Picker ihre Gebühren völlig frei gestalten. Deshalb finden Sie bei der Höhe der berechneten Gebühren alle Varianten – von günstig über angemessen bis hoffnungslos überteuert. Besonders kritisch sollten Sie die Eintrittsgebühr unter die Lupe nehmen. Diese reicht in der Praxis von 0 % bis hin zu 7 % des verwalteten Kapitals und wird ähnlich wie der Ausgabeaufschlag beim Kauf eines einzelnen Investmentfonds einmalig erhoben.

Ob eine Eintrittsgebühr unangemessen ist, können Sie anhand der für den direkten Kauf von Investmentfonds verlangten Ausgabeaufschläge erkennen. Bei Aktienfonds begnügen sich die meisten Fondsgesellschaften mit einem Ausgabeaufschlag in Höhe von 3 % bis 5 %. Eintrittsgebühren über 5 % sollten Sie deshalb nicht akzeptieren. Einmalige Kosten, sei es als Ausgabeaufschlag oder als Eintrittsgebühr, wirken sich nachteilig auf die Wertentwicklung aus. Scheuen Sie sich deshalb nicht, um die Höhe dieser Gebühren zu feilschen. In der Praxis sind die Anbieter bei größeren Anlagesummen durchaus bereit, einen Rabatt auf die Eintrittsgebühr zu gewähren. Schließlich erhält der Verwalter zur Deckung seiner Kosten ja auch noch weitere Entgelte.

Es gibt auch Anbieter, die auf die Erhebung einer Eintrittsgebühr verzichten. Als Ausgleich dafür werden dann aber meist höhere laufende Gebühren verlangt. Die Höhe der jährlich zu bezahlenden laufenden Gebühren bewegt sich normalerweise zwischen 0,5 % und 3 % des verwalteten Vermögens (Verwaltungsgebühr). Je höher diese laufenden Gebühren sind, desto stärker wird natürlich Ihr Ertrag beschnitten.

Zu diesen Gebühren kommt immer öfter noch ein Erfolgshonorar (Performance-Fee) hinzu, dessen Höhe und Bedingungen sehr unterschiedlich ausgestaltet sind. Im Schnitt liegen die Erfolgshonorare zwischen 10 % und 20 % des erzielten Wertzuwachses. In ihrer Werbung stellen die Vermögensverwalter die erfolgsabhängigen Gebühren oft als besonders fair heraus, da ja beide Parteien an einer positiven Wertentwicklung interessiert sind. Das stimmt so jedoch nicht. Denn der Verwalter kassiert neben dem Erfolgshonorar auch noch laufende Gebühren und profitiert dadurch doppelt von seinem Erfolg. Bei guter Performance wächst das Depotvolumen mit und damit automatisch auch die Höhe der laufenden Gebühren.

Bei einem Anbieter mit Erfolgshonorar sollten Sie darauf achten, dass erst dann wieder ein Erfolgshonorar berechnet wird, wenn etwaige Verluste aus den Vorjahren ausgeglichen sind.

Überprüfen Sie die Anlageprospekte der Vermögensverwalter auch nach weiteren Gebühren. Dies können sein:

  • Gebühren für Umschichtungen von Fonds innerhalb der gewählten Anlagevariante (werden von den meisten Anbietern nicht berechnet),

  • Gebühren beim Umstieg in eine andere Anlagevariante (werden von den meisten Anbietern nicht berechnet),

  • Ausstiegsgebühren bei Auflösung Ihres Depots,

  • Depotgebühren sowie

  • weitere Verwaltungskosten.

Ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor ist auch noch die Berechnung der gesetzlichen Mehrwertsteuer auf die jährliche Verwaltungsgebühr sowie auf das Erfolgshonorar.

Allgemein üblich ist vierteljährlich eine ausführliche Depotaufstellung mit den dazugehörigen Performance-Berechnungen, oft ergänzt um einen Börsenbericht/Marktkommentar. Und mindestens einmal jährlich sollten Sie neben Depotaufstellung und Performance-Ausweis auf Grundlage der Steuerkurse auch noch eine detaillierte Erträgnisaufstellung mit Ausweis der steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäfte erhalten.

Checkliste zur Auswahl von Fondsvermögensverwaltern

Die Akkreditierung bei der Finanzaufsicht BaFin als sog. Finanz-Portfolioverwalter oder die Zugehörigkeit zum Verband der Vermögensverwalter garantieren nur, dass gewisse Mindestanforderungen eingehalten werden. Über die Qualität des Verwalters sagt das weniger aus. Bevor Sie einen Vertrag über eine Vermögensverwaltung abschließen, sollten Sie deshalb folgende Punkte zu Ihrer Zufriedenheit klären:

  • Zulassung durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht): Kann ein unabhängiger Vermögensverwalter die Zulassung der BaFin nicht nachweisen, gilt: Finger weg. Die regelmäßig aktualisierte Liste mit allen zugelassenen Verwaltern finden Sie im Internet unter www.bafin.de.

  • Mehrere Anbieter anfragen: Unterschreiben Sie nicht gleich beim erstbesten Verwalter. Vergleichen Sie unbedingt die Angebote mehrerer Anbieter.

  • Unabhängiger oder Bank: Ein freier Verwalter muss auf Bankinteressen keine Rücksicht nehmen. Hinter der von einer Bank betriebenen Vermögensverwaltung steht dafür geballte Research-Kompetenz.

  • Eigene Ziele bestimmen: Je genauer Sie Ihre Anlageziele und Risikobereitschaft kennen, desto präziser können Sie Ihrem Vermögensverwalter diese klarmachen. Halten Sie wichtige Anlageprinzipien wie Risikobereitschaft (Höchstanteil in Aktien) und Anlageziele (z.B. konservativ) schriftlich fest.

  • Genügend Gesprächszeit: Nimmt sich der Vermögensverwalter Zeit für das Beratungsgespräch? Es ist wichtig, dass er die Anlagepolitik auf Ihre Bedürfnisse hin abstimmt.

  • Nachweisbarer Track Record: Auch wenn der Blick in die Vergangenheit kaum hilft, die Zukunft vorherzusagen – lassen Sie sich von Ihrem Vermögensverwalter über die Nachhaltigkeit seines Anlageerfolgs genauestens informieren. Ein Blick auf Musterportfolios allein sagt wenig aus. Besser, er zeigt Ihnen die Performance realer Portfolios.

  • Beschränkte Depotvollmacht: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie nur eine beschränkte Depotvollmacht erteilen, sodass der Verwalter das Geld nicht an Dritte oder an sich selbst überweisen kann.

  • Der Wohlfühlfaktor: Jenseits von Renditen und Kosten – fühlen Sie sich gut aufgehoben? Zu seinem Geldmanager sollte man so viel Vertrauen wie zu einem guten Arzt haben.

  • Erfahrung der Manager: Der Verwalter sollte mindestens eine rund fünfjährige Börsenphase mit Baisse und Hausse aktiv erlebt haben.

  • Anlageprozess: Der Berater muss erklären können, warum das Musterportfolio mit den einzelnen Fonds auf das Risikoprofil passt. Er sollte Anpassungen bei veränderten Lebensumständen berücksichtigen.

  • Fonds-Picking: Wie sieht der Auswahlprozess für die Fonds aus, welche Datenbank steht dahinter? Welche quantitativen und qualitativen Kriterien werden bei der Selektion berücksichtigt? Wie informiert sich der Verwalter über die Fondsmanager? Ist er unabhängig oder favorisiert er Fonds des Finanzverbunds?

  • Berichterstattung: Wie detailliert werden Umschichtungen, Performance und Risikoänderungen mitgeteilt? Erhalten Sie etwa über das Internet Einblick in Ihr Fondsdepot?

  • Performance: Der in Aussicht gestellte Anlageerfolg sollte realistisch sein.

  • Währungsrisiken absichern: Achten Sie darauf, dass der Verwalter Währungsrisiken absichert.

  • Kosten: Lassen Sie sich als Investor das gesamte Gebührenmodell erklären.

Quelle: "Der GeldBerater"

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