ETFs: So finden Sie die geeigneten Bausteine für Ihr Depot

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Zur Umsetzung einer modernen Portfoliostrategie sind Exchange Traded Funds (ETFs) wie geschaffen: günstig, jederzeit handelbar und für alle Anlageklassen geeignet. Sie sollten daher Bestandteil eines jeden auf Effizienz und Kostenbewusstsein ausgerichteten Depots sein.

Als eine der wichtigsten Börsenregeln für den Anleger gilt der Spruch: Nicht alle Eier in einen Korb legen. Zahlreiche Studien belegen zudem, dass aktives Management mit Einzelwerten nur wenig zum Anlageerfolg beiträgt.

Viel entscheidender für den dauerhaften Erfolg ist eine breite Streuung und Gewichtung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen hinweg, wie z.B. Aktien, Renten, Gold bzw. Rohstoffe und Liquidität (Asset Allocation).

Dass dieser Grundsatz das Risiko in einem Depot senken und gleichzeitig das Renditepotenzial steigern kann, hat der Nobelpreisträger Harry M. Markowitz bewiesen.

ETFs als Baustein einer optimalen Asset Allocation

Da Exchange Traded Funds ganze Märkte abdecken, bedarf es lediglich der Investition in eine überschaubare Anzahl von ETFs, um in den wichtigsten Anlageklassen investiert zu sein. Durch die Abbildung marktbreiter Indizes ist auch eine Streuung innerhalb der einzelnen Anlageklassen gewährleistet. ETFs erlauben mit ihrer Flexibilität und Liquidität eine rasche Optimierung des Verhältnisses von Risiko und Rendite. Umschichtungen, der Wechsel in andere Anlageklassen sowie schnelle Reaktion auf Veränderungen am Markt sind jederzeit möglich. ETFs lassen sich wie Bausteine in der Architektur eines Portfolios einsetzen. Die Kunst besteht darin, die jeweils passende Struktur und Gewichtung in der Asset Allocation zu bestimmen.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass für eine breite Diversifikation die verschiedenen Anlageklassen möglichst voneinander unabhängige Kursverläufe aufweisen (negative Korrelation). Aktien und Anleihen zum Beispiel zeigen in der Regel einen unterschiedlichen Verlauf in der Wertentwicklung, was zu weniger Schwankungen im Portfolio führt. So können Zinsänderungen bei Anleihen durch die Aktienperformance ausgeglichen werden. Umgekehrt sind Anleihen in der Regel stabiler als Aktien. Das Zusammenspiel der einzelnen Anlageklassen wird letztlich durch das Anlageziel sowie das Risiko-Rendite-Profil eines Investors bestimmt.

Die immer größer werdende Auswahl an ETFs erschwert jedoch die Suche nach dem richtigen ETF. Viele Anleger sehen in erster Linie günstige Gebühren als wichtigstes Auswahlkriterium an, wie z.B. die 0,15 % im Jahr bei einem DAX-ETF. Deshalb entscheiden sie sich gegen ein Investment in andere Märkte, weil beispielsweise ein ETF auf den japanischen Nikkei-Index 0,5 % pro Jahr kostet.

Für den Aufbau eines langfristig erfolgreichen Depots ist nicht die Höhe der anfallenden Gebühren entscheidend. Viel wichtiger ist die persönliche Asset-Allocation, also die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie z.B. Renten, Immobilien, Rohstoffe und Aktien. All diese Anlageklassen lassen sich über ETFs gut und einfach abbilden.

Index ist nicht gleich Index

Um mit ETFs eine vernünftige Anlageentscheidung zu treffen, ist die Qualität und Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index wichtig. Denn Index ist nicht gleich Index. Wer beispielsweise von dem brasilianischen Aktienmarkt überzeugt ist, kann in einen ETF auf den MSCI Brasil oder auf den Index Bovespa investieren. Die Wertentwicklung kann jedoch wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung stark voneinander abweichen. Weiteres Beispiel: Für Japan haben Investoren den Nikkei oder den Topix zur Auswahl. Während die Gewichtung des Topix von der Marktkapitalisierung der rund 1700 Werte abhängig ist, spielt beim Nikkei nicht der Börsenumsatz der Unternehmen, sondern die Kurshöhe eine Rolle. Heraus kommen also zwei völlig verschiedene Ansätze – obwohl es derselbe japanische Aktienmarkt ist.

Achten Sie außerdem auf die genaue Zusammensetzung des Index. Je breiter dieser gestreut ist, desto besser. Denn dadurch wird das Risiko minimiert. Spekulativere Indizes wie etwa aus den Schwellenländern (Emerging Markets) oder dem Technologiesektor sollten dagegen mit geringeren Anteilen im Depot gewichtet werden.

Insbesondere Branchen-ETFs entsprechen häufig nicht dem Idealbild eines breit aufgestellten Index. Stattdessen kauft der Anleger einen Aktienkorb, der von drei oder vier großen Aktien dominiert wird. Schwächeln diese Werte, sackt der Index schnell ab. Anleger sollten daher genau prüfen, wie sich der Index zusammensetzt.

Unterschiede gibt es auch bei den Dividendenzahlungen. Während viele ETFs die Dividenden ausschütten, gibt es auch ETFs, die thesaurierend sind, das heißt, die Dividenden wieder investieren.

Bei thesaurierenden ETFs fallen keine Kosten für die Wiederanlage an. Bei diesen Produkten wird dem Anleger zudem im Gegensatz zu der ausschüttenden Variante die Entscheidung abgenommen, wie er die Ausschüttung wieder anlegen sollte.

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