ETF- und Fondssparpläne: Kostengünstige Wege zur Altersvorsorge

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Wer seine Altersvorsorge rechtzeitig aufbaut, kann die langfristigen Renditevorteile von Investmentfonds nutzen. Doch auch im fortgeschrittenen Alter sollte man nicht ganz auf Fonds verzichten. Wer den Markt im Blick hat, kann auf börsengehandelte Indexfonds setzen. Sie weisen eine deutlich günstigere Kostenstruktur auf.

Fondssparpläne zeichnen sich durch große Flexibilität aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Bankprodukten können Anleger hier wählen, in welchem Rhythmus sie sparen, ob sie die Ratenzahlungen unterbrechen und wann sie auf einen Teil oder die gesamte Sparsumme zurückgreifen möchten.

Doch so viel Freiheit hat ihren Preis. Filialbanken verlangen neben Depotgebühren einen Ausgabeaufschlag. Diese Vertriebsprovision kostet Anleger bei Aktienfonds meist 3 bis 5 Prozent des investierten Kapitals.

Wie stark solche Kosten auf die langfristige Rendite durchschlagen, macht ein Beispiel deutlich. Wer zehn Jahre lang monatlich 100 Euro, insgesamt also 12.000 Euro spart, kann sich bei einer Rendite von 5 Prozent p.a. am Ende über 15.590 Euro freuen. Wer bei jeder Sparrate dagegen 5 Prozent Kosten hat, also 600 Euro, kommt bei gleicher Rendite am Ende auf eine Summe von 14810 Euro. Das sind 780 Euro weniger Endkapital.

Angebote ohne Aufschlag

Bei vielen Direktbanken gibt es Investmentsparpläne mit rabattiertem Ausgabeaufschlag. So bietet z.B. Comdirect mehr als 300 sparplanfähige Fonds mit bis zu 100 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an. Meist liegt der Rabatt bei 50 Prozent auf den Ausgabeaufschlag.

 

Tipp
Noch günstiger ist die Einrichtung eines Fondssparplans über einen Fondsvermittler, wie z.B. AVL, Dima24 und Fondsvermittlung.de. Diese Anbieter verlangen keine Ausgabeaufschläge und offerieren eine noch größere Auswahl an sparplanfähigen Fonds als die Direktbanken

 

Ebenfalls ohne Ausgabeaufschlag zu bekommen sind börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Diese Fonds bilden einen kompletten Index ab und verlangen wegen dieses passiven Ansatzes wesentlich weniger Verwaltungsgebühren als aktiv gemanagte Fonds. Während die Verwaltungsgebühren für ETFs auf den europäischen Aktienindex EuroStoxx50 bei 0,0-0,15 Prozent p.a. liegen, verlangen aktive Europa-Fonds oft 1,5-2,0 Prozent p.a.

 

Tipp
Wer bei einem ETF-Sparplan eine Bank wählt, die einen fixen Anteil bei den Gebühren verlangt, z.B. eine Pauschale von 2,50 Euro pro Transaktion, sollte die monatliche Sparrate nicht zu klein wählen oder in größeren Abständen einzahlen, um Kosten zu sparen.

 

Beispiel: Bei einer Pauschale von 2,50 Euro plus einer Gebühr von 0,4 Prozent der Sparsumme beträgt die Kostenbelastung bei einer Investition von 100 Euro immerhin 2,9 Prozent. Die Kostenquote sinkt bei 200 Euro auf 1,65 Prozent und bei 300 Euro auf 1,23 Prozent.

In höherem Alter nicht auf Aktien verzichten

Fondsgesellschaften bewerben Sparpläne vor allem im Rahmen der Altersvorsorge. Tatsächlich ist ein Aktien- oder Mischfonds bis zum Renteneintritt eine sinnvolle Variante der privaten Altervorsorge. Ist dann aber das Rentenalter erreicht, werden viele Privatanleger zu vorsichtig. Sie halten verlässliche Zinszahlungen für wichtiger als in der Phase des Vermögensaufbaus. Aber eine komplette Umschichtung des Vermögens in Banksparpläne oder Staatsanleihen entspricht aber nicht der Lebenssituation vieler Rentner.

Beispiel: Die fernere Lebenserwartung von 60-jährigen Frauen beträgt in Deutschland 85 Jahre. In diesen 25 Jahren wäre es fahrlässig, völlig auf die Renditechancen von Aktien zu verzichten.
Deshalb ist es ab einem mittleren Vermögen sinnvoll, mit 65 Jahren nicht nur Rentenpapiere zu kaufen, sondern auch eine gewisse Aktienquote beizubehalten. Besonders gilt das, wenn das Vermögen einmal vererbt werden soll. Denn dann erhöht sich naturgemäß der Anlagehorizont. Abgesehen davon weisen z.B. in der aktuellen Niedrigzinssituation selbst erstklassige Standardwerte oft höhere Dividendenrenditen auf als etwa solide Staatsanleihen.

Falls das Vermögen nicht vererbt, sondern ganz oder teilweise verbraucht werden soll, bieten sich für das flexible "Entsparen" Entnahmepläne an. Hier wird monatlich ein bestimmter Anteil des Fondsvermögens verkauft. Der entnommene Teil des angesparten Geldes stockt die Rente auf.

 

Tipp
Kostenlose Entnahmepläne bieten die beiden Direktbanken DAB Bank und Cortal Consors an. Anleger müssen dafür eine Ansparsumme von mindestens 10000 Euro zur Verfügung stellen.

 

 

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