AWD-Vermittler: Falschberatung in großem Stil

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Eine sichere Geldanlage mit großen steuerlichen Vorteilen - so wurden und werden geschlossene Fonds häufig angepriesen. Doch nicht selten stellt sich heraus, dass die Renditen geringer sind als erwartet. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Darüber hinaus sehen sich viele Anleger mit Steuerforderungen bzw. Nachforderungen konfrontiert.

Aktuell ist die Finanzberatung AWD in die Kritik geraten, weil sie ihre Kunden falsch beraten haben soll. Aber wann ist eine Beratung falsch und welche Möglichkeiten haben Anleger, sich zu wehren? Wer sich als Anleger geschädigt sieht, kann sich natürlich an den Fondsinitiator wenden, um Ansprüche geltend zu machen. Aber: Ausgerechnet die Initiatoren können sich am schnellsten der Haftung entziehen, weil hier die Verjährung der Anlegeransprüche zuerst eintritt.

Erfolgversprechender ist ein Vorgehen gegenüber dem Berater, der die Kapitalanlage vermittelt hat - im aktuellen Fall z.B. der AWD. Denn der Anlageberater ist verpflichtet, besonders differenziert und fundiert zu beraten. Das heißt: Er muss das Anlageobjekt - also die Fondsbeteiligung - dahin gehend beurteilen, ob diese für den jeweiligen Kunden als Anlageobjekt geeignet ist und seinen Anlagezielen entspricht.

Wenn dem Anleger zum Beispiel die Sicherheit einer Geldanlage über alles geht, ist eine Beteiligung an einem geschlossenen Fonds wohl grundsätzlich nicht anlegergerecht.

Banken müssen Rückvergütungen offenlegen

Darüber hinaus muss der Berater den Anleger unabhängig von dessen Anlagezielen über alle Risiken der Fondsbeteiligung aufklären. Dazu gehören unter anderem:

  • das Totalverlustrisiko,
  • die Gefahr von Nachschusspflichten und
  • das Risiko einer abweichenden Beurteilung des Finanzamtes hinsichtlich der steuerlichen Behandlung.

Außerdem müssen nach der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) insbesondere Banken den Anleger über Rückvergütungen informieren, die sie für die Vermittlung der Fondsanteile erhalten. Dennoch geschah das in den Beratungsgesprächen häufig nicht. Es bestehen daher gute Aussichten für Anleger, Schadensersatzansprüche erfolgreich geltend zu machen, wenn sie von den AWD-Beratern falsch beraten worden sind.

Absolute Verjährung Ende 2011

Nach aktuell herrschender Meinung droht zum 31.12.2011 die absolute Verjährung aller Ansprüche, die vor dem Jahr 2002 entstanden sind. Anleger sollten sich also beeilen. Bisher bestehen gute Chancen, dass die Ansprüche der Geschädigten nicht verjährt sind. Das wird sich ab dem nächsten Jahr ändern.

In diesem Jahr ist daher eine Welle von Klagen zu erwarten. Das wird die Abläufe verzögern und auch die Chance auf schnelle, kostengünstige und außergerichtliche Regelungen reduzieren. Wer jetzt seine Ansprüche geltend macht, hat deshalb einen wichtigen Zeitvorteil.

Tipp
Wichtig ist es, den Einzelfall von einem Fachanwalt für Kapitalanlagerecht prüfen zu lassen. Z.B. hat sich die Düsseldorfer Kanzlei Mutschke auf die Rechtsgebiete Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert. Die Rechtsanwälte der Kanzlei betreuen insbesondere Käufer von sog. Schrottimmobilien und Gesellschafter geschlossener Fonds. Die Fachkanzlei vertritt vor allem Anleger, die in geschlossene Fonds, also Immobilien-Fonds, Windpark-Fonds, Flugzeug-Fonds oder Medien-Fonds investiert haben, wie zum Beispiel in Dr. Görlich-Fonds, VIP-Fonds, Victory-Fonds, KGAL/ALCAS-Fonds oder Apollo-Fonds. Aktuell vertritt sie insbesondere Anleger, die Ansprüche gegenüber der Commerzbank AG und der UmweltBank AG geltend machen (weitere Informationen im Internet unter kanzlei-mutschke.de).

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