Anlage-Stile der Investmentfonds-Manager

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Fondsmanager verfolgen verschiedene Investment-Stile. Meist ist dieser in den Marketing-Unterlagen der Fondsgesellschaft beschrieben. Je nachdem, welchen Stil ein Anleger für besonders erfolgversprechend hält, sollte er sich einen entsprechenden Fonds auswählen. Wir geben einen Überblick.

Value

Der Fondsmanager sucht nach fundamental unterbewerteten Aktien, beispielsweise nach Aktien mit einem geringen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Ein ausgesprochener Value-Titel gehört darüber hinaus zu den Marktführern seiner Branche.

Growth

Beim Growth-Ansatz sucht der Fondsmanager nach Firmen, die hohe Wachstumsraten aufweisen. Da meistens Technologie-Unternehmen hohe Wachstumsraten haben, sind Growth-Fonds oft recht Technologie-lastig.

Man kann nicht sagen, dass der Value- oder der Growth-Ansatz besser ist, aber die beiden Investmentstile unterliegen unterschiedlichen Zyklen. Beispielsweise profitierten vom Börsenboom 1998 bis März 2000 insbesondere die Growth-, also die Wachstumswerte. Nach dem Abschwung wurden wieder Qualitätstitel bevorzugt, Value-Fonds schnitten also nach 2003 tendenziell besser ab.

Top Down

Volkswirtschaftlich betonter Ansatz. Aufteilung des Vermögens nach Anlagegattungen, Regionen, Branchen. Erst nach der Branchen- und Länderaufteilung sucht der Fondsmanager die entsprechenden Einzeltitel aus. Die Asset Allocation wird für wichtiger erachtet als die Einzeltitel-Auswahl.

Bottom Up

Einzelwertbetonter Ansatz. Der Fondsmanager selektiert vielversprechende Aktien und kommt dann mehr oder minder zufällig zu einer bestimmten Branchen- und Länderstruktur (= Asset Allocation). Der Auswahl der Einzeltitel wird mehr Bedeutung als der Länder- und Branchenaufteilung beigemessen.

Indexorientiert /passives Asset Management

Anlage am Index orientiert, man spricht hier von passivem Management , da nicht wirklich aktiv einzelne Titel ausgewählt werden müssen, sondern der Index im Prinzip die Anlage vorgibt. Solche passiv gemanagten Fonds haben meist eine geringere Managementgebühr als aktiv gemanagte, da hier keine aktive Aktienauswahl stattfindet und keine Analysten und dergleichen eingestellt werden müssen. Ihr Ergebnis liegt naturgemäß nahe am Referenz-Index (abzüglich Kosten). Einige Anleger glauben, dass selbst ein professioneller Fondsmanager auf Dauer nicht die Börsen austricksen kann, dass man also durch eine aktive Auswahl von Einzelaktien den Index auf Dauer nicht schlagen kann. Für diese Anleger bieten sich Indexfonds an. Die meisten Exchange Traded Funds (ETF) sind passive Fonds mit relativ niedrigen Managementgebühren. Diese Fonds werden an der Börse – ohne Ausgabeaufschlag – gehandelt.

Ein DAX-Fonds enthält also beispielsweise nur jene 30 deutschen Standardwerte, die im Deutschen Aktienindex (DAX) vertreten sind, und zwar auch in der entsprechenden Gewichtung der einzelnen Aktien zueinander.

Aktiv gemanagte Fonds: Der Fondsmanager muss sich nicht an die Zusammensetzung des Index halten, sondern die Fonds-Struktur kann davon abweichen. Dadurch kann das Ergebnis des Fonds über, aber auch unterhalb des Index liegen. Man spricht von Over- oder Underperformance. Bei aktiv gemanagten Fonds kommt es auf die Erfahrung und das Können des Fondsmanagers an, ob er die Märkte richtig einschätzt.

Small Cap/Mid Cap/Large Cap (Blue Chip)

Small Caps sind kleine Firmen, Mid Caps mittelgroße und Large Caps große Firmen. Bei den großen Firmen mit bekanntem Markennamen spricht man auch von Blue Chips, bei kleinen Firmen von Nebenwerten. Da kleine und größere Firmen unterschiedlichen Zyklen unterliegen, sollte man die Börsen im Auge behalten, wenn man in solche Fonds investiert.

Meistens laufen nach einem Börsencrash zunächst die Blue Chips gut, da die Anleger hierzu am ehesten wieder Vertrauen fassen können. Erst danach haben im Regelfall auch die Nebenwerte eine gute Entwicklung und können dann aufgrund ihrer Wendigkeit die Blue Chips überholen.

Turn Around

Konzentration auf Werte, die stark gefallen waren und denen voraussichtlich eine Kurserholung bevorsteht. Nur wenn Sie daran glauben, dass Werte, die einen starken Kursrückgang hatten, bald wieder zu alten Kurshöhen zurückfinden, sind Turn Around-Fonds für Sie geeignet.

Momentum

Ansatz, der auf einer Trendfortschreibung beruht. Nach dem Motto Gewinne laufen lassen gehen Momentum-Fonds vor.

Aktienauswahl nach besonderen Kriterien

Manche Fonds fahren eine besondere Strategie, die als Erfolg versprechend angesehen wird. Beispielsweise Investitionen in Titel mit hoher Dividendenrendite, in Aktien, die besonderen ethischen oder ökologischen Kriterien entsprechen, etc. Hier sollten Sie überlegen, ob die Strategie überzeugend ist und in der Vergangenheit über dem Marktdurchschnitt gelegen hätte.

Es gibt auch Fonds, die nach christlichen Kriterien oder gemäß den islamischen Scharia-Regeln anlegen. Hier spielt eher die Überzeugung der Anleger eine Rolle als die Erwartung an eine höhere Wertentwicklung.

Quelle: "Der GeldBerater"

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