Anlage in Staatsanleihen mit ETFs

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Obwohl der Ruf der Staatsanleihen als Hort der Sicherheit gelitten hat – Stichwort Griechenland-Krise –, erfreuen sich staatliche Bonds unter Anlegern nach wie vor großer Beliebtheit. Anscheinend misstrauen zahlreiche Investoren der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten. Statt sich mit den Risiken der Anlage in Aktien auseinanderzusetzen, bevorzugen sie Gläubigerpapiere mit festen Zins- und Tilgungszahlungen – auch wenn die Renditen von als sicher geltenden Staatsanleihen auf ein Rekordtief gefallen sind.

Gleichzeitig zeigen die Entwicklungen in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien und jüngst Zypern, dass die europäische Schuldenkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil: Eine Verschärfung und ein Übergreifen auf weitere Länder ist jederzeit möglich. Wer in Staatsanleihen investiert, muss deshalb die unterschiedlichen Bonitätsrisiken berücksichtigen. Je nach persönlicher Risikoneigung lässt sich mit Renten-ETFs (Exchange Traded Funds) ein vernünftig strukturiertes Depot aus Staatsanleihen aufbauen.

Der iBoxx € Sovereigns Eurozone AAA ETF von db x-trackers

Der von db x-trackers, einer Tochter der Deutschen Bank, angebotene iBoxx € Sovereigns Eurozone AAA ETF (WKN: DBX0FE) setzt auf beste Schuldnerqualität. Zu diesem Zweck bildet der zugrunde liegende Index nur die Wertentwicklung von Staatsanleihen der Eurozone ab, die über ein AAA-Rating verfügen, also von höchster Bonität sind. Knapp über 62 % des Index entfallen auf deutsche Bonds. Weitere bedeutende Schuldnerländer sind die Niederlande, Österreich und Finnland. Die jährlichen Managementgebühren betragen 0,15 %.

Der Government Bond Highest Rated EuroMTS Index ETF von Amundi

Einen Tick günstiger (jährliche Managementgebühr von 0,14 %) ist der Government Bond Highest Rated EuroMTS Index ETF (WKN: A1H 6W4) von Amundi, einem großen französischen Anbieter von Exchange Traded Funds. Mit diesem Indexfonds legen Investoren ihr Geld in die bonitätsmäßig am besten eingestuften Staatsanleihen Europas an. Doch Vorsicht: Hier sind nicht nur Staatsanleihen mit dem begehrten AAA-Rating enthalten. Als Beimischung erhält der Fonds einen nicht unerheblichen Anteil französischer Staatspapiere, die das begehrte Spitzenrating inzwischen verloren haben. Als Ausgleich für das höhere Risiko gegenüber dem iBoxx € Sovereigns Eurozone AAA ETF von db x-trackers ist die Verzinsung der im Fonds von Amundi enthaltenen Papiere etwas höher.

Mehr Zinsen, mehr Risiko mit dem db x-trackers iBoxx € Sovereigns Eurozone Yield Plus ETF

Wem die Renditen von AAA-Anleihen zu dürftig sind, hat mit dem db x-trackers iBoxx € Sovereigns Eurozone Yield Plus ETF (WKN: DBX0HM) eine spekulative Möglichkeit, gezielt auf höher verzinsliche Papiere auszuweichen. Der zugrunde liegende Index beinhaltet Staatsanleihen von den fünf Mitgliedsstaaten der Eurozone mit der höchsten 5-jährigen Anleiherendite.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass es mit der Kreditwürdigkeit dieser Länder nicht zum Besten bestellt ist. Knapp über 83 % der Rentenpapiere im Anleihenportfolio verfügen nur über ein BBB-Rating. Im Yield-Plus-Index finden sich Staatsanleihen von Italien. Spanien, Belgien und Irland. Italien stellt mit knapp 55 % den Löwenanteil, gefolgt von Spanien mit 24,50 %. Die Endfälligkeitsrendite beträgt knapp 4 % p.a. Die jährlichen Managementgebühren liegen bei 0,15 %. Es versteht sich von selbst, dass dieser Exchange Traded Fund nur risikobereiten Investoren als Beimischung in einem ansonsten gut strukturierten Wertpapierdepot zu empfehlen ist.

Auf die Risiken von Zinsänderungen achten

Die Vielzahl der angebotenen Renten-ETFs bietet Investoren eine gute Gelegenheit, differenziert nach Bonität und Land in europäische Staatsanleihen zu investieren. Allerdings: Die den ETFs zugrunde liegenden Indizes bilden die Kursentwicklung von Anleihen ab. Das heißt: Fallen die Zinsen, steigen die Anleihekurse – und umgekehrt. In der Vergangenheit war das kein Problem, da die Notenbanken infolge der Finanzmarktkrise die Leitzinsen drastisch senkten. Doch der Spielraum nach unten ist weitgehend ausgereizt. Investoren in festverzinsliche Wertpapiere sollten deshalb das Risiko wieder steigender Zinssätze in ihren Überlegungen mit einkalkulieren.

Steigende Marktzinsen führen bei Anleihen zu sinkenden Kursen. Je länger die Restlaufzeit einer Anleihe ist, desto größer ist das Kursrisiko. Steigt z.B. der 10-Jahres-Zins von 2,5 % auf 4 %, sinkt der Kurs einer Anleihe mit 10-jähriger Laufzeit um etwa 15 %.

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