Aktienfonds: Hohe Kosten schmälern die Rendite

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Auf der Suche nach Rendite greifen Anleger auf eine zwischenzeitlich eher abgeschlagene Anlageform zurück: Aktienfonds verzeichnen weltweit Rekordzuflüsse. Ist das der Beginn der erwarteten großen Rotation von Anleihe- in Aktienfonds? Schon seit Längerem setzen die Anbieter von Aktienfonds darauf, dass die Anleger wegen der globalen Niedrigzinsen Geld aus den Rentenmärkten abziehen und in die Aktienmärkte umleiten. Nun mehren sich die Hinweise, dass diese große Rotation mehr als nur reines Wunschdenken der Fondsgesellschaften ist.

In der ersten Januarwoche hatten Aktienfonds, die ausschließlich auf steigende Kurse setzen, mit 8,9 Mrd. US-Dollar weltweit die größten Mittelzuflüsse seit März 2000 – dem Höhepunkt der Interneteuphorie. Nimmt man Fonds hinzu, die sowohl auf steigende als auch auf fallende Aktienkurse setzen können, pumpten Anleger Anfang Januar sogar 22 Mrd. US-Dollar in Aktienfonds. Ein erheblicher Teil des Rekordzuflusses stammt von Privatanlegern, die nach dem Haushaltskompromiss in den USA (Fiscal Cliff) und dem Abebben der Schuldenkrise wieder Raum für weiter steigende Kurse sehen. Viele Aktienbörsen legten im vergangenen Jahr deutlich zu. Der deutsche Leitindex DAX stieg 2012 um fast 30 % auf 7600 Punkte und nimmt nun Anlauf auf seinen alten Höchststand aus dem Jahr 2007.

Auf die Kosten achten

Ausgabeaufschläge, Managementgebühren, Depotgebühren und immer häufiger auch Erfolgsgebühren: Wenn es um die eigenen Erträge geht, sind die Fondsgesellschaften sehr erfinderisch. Der Anleger zahlt beim Erwerb eines Investmentfonds in der Regel eine einmalige Kaufgebühr (Ausgabeaufschlag), die beispielsweise bei Aktienfonds bis zu 5 % betragen kann. Hinzu kommen laufende Kosten, die dem Fondsvermögen belastet werden. Dies ist die Management- bzw. Verwaltungsgebühr mit den darin enthaltenen Anteilen für den Vertrieb, den in der Regel Banken übernehmen. Die laufenden Gebühren sind in den vergangenen zehn Jahren bei den in Deutschland zugelassenen Investmentfonds auf durchschnittlich rund 1,5 % jährlich geklettert.

Auf diese Gebühren packen die Investmentgesellschaften nun vermehrt noch die Kosten für erfolgsabhängige Gebühren (performance fee). Alle großen Gesellschaften wie DWS, Union Investment und Deka, die Fondstochter der Sparkassen, sind hier aktiv. Erfolgsabhängige Gebühren werden von vielen Fondsgesellschaften selbst dann berechnet, wenn der Fonds weniger verliert als der zugrunde liegende Index.

Kennzahl TER sorgt für eine bessere Transparenz

Damit Sie die Chance haben, die Kosten von Investmentfonds miteinander zu vergleichen, wurde vor einigen Jahren die Kennzahl TER (Total Expense Ratio) eingeführt. Mit dieser Kennzahl werden die folgenden Kostenbestandteile berücksichtigt:

  • Die Management-/Verwaltungsgebühr: Das Fondsmanagement eines Fonds berechnet für seine Arbeit eine Vergütung. Auch die Gewinnmarge der Fondsgesellschaft ist in der Managementgebühr bereits enthalten.

  • Depotbankgebühren: Wenn Fondsmanager Wertpapiere für den Fonds kaufen, dann müssen diese Papiere in einem gesonderten Depot verwahrt werden. Da Fondsgesellschaften aus aufsichtsrechtlichen Gründen die Depotverwaltung nicht selbst übernehmen dürfen, wird mit dieser Aufgabe eine Depotbank beauftragt. Für die Depotführung, die tägliche Berechnung der Anteilspreise sowie die Ausgabe und Rücknahme der Investmentanteile verlangen depotführende Banken in der Regel 0,1 % bis 0,3 % des Fondsvermögens pro Jahr.

    Die Depotbankgebühren sind nicht zu verwechseln mit den Depotgebühren, die Ihnen Ihre Bank für die Verwaltung Ihres Wertpapierdepots noch gesondert in Rechnung stellt. Die dafür anfallenden Kosten sind selbstverständlich nicht in der TER-Kennzahl berücksichtigt.

  • Sonstige Betriebskosten: Darunter fallen die Kosten, die für den Vertrieb und die Administration eines Fonds entstehen. Hierzu gehören die Kosten für die Herstellung von Fondsprospekten und Broschüren, für Wirtschaftsprüfer und Rechenschaftsberichte, aber auch für die Werbung. Der Kostenanteil für Betriebskosten kann je nach Fonds bis zu 0,3 % des Fondsvermögens betragen.

Nicht alle Kosten von Kennzahl TER erfasst

Leider finden nicht alle Kosten, die bei Investmentfonds anfallen, Berücksichtigung in der TER-Kennzahl. Dies mindert die Aussagekraft der TER-Kennzahl. Zu den Kosten, die bei der Berechnung der TER-Kennzahl unter den Tisch fallen, gehören z.B. der zu zahlende Ausgabeaufschlag beim Kauf eines Fonds und die erfolgsabhängige Vergütung. Auch die Transaktionskosten sind in der TER-Kennziffer nicht erhalten. Beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen natürlich Transaktionskosten an. Die Börsen- und Maklergebühren können je nachdem, wie oft ein Fondsmanager sein Depot umschichtet, sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einem durchschnittlichen Aktienfonds schwanken die jährlichen Transaktionskosten zwischen 0,5 % und 2 % des Fondsvermögens.

Obwohl einige Kosten nicht in die Berechnung mit einfließen, bietet die TER-Kennzahl eine gute Orientierungshilfe über die Kosten vergleichbarer Fonds. Einen schnellen Zugriff auf die TER-Kennziffer Ihrer Fonds erhalten Sie im Internet z.B. auf den Seiten von finanztreff.de. Die Kaufentscheidung sollte allerdings nicht allein aufgrund von Kostenaspekten erfolgen. Ein Fonds mit höherer TER kann die bessere Wahl sein, wenn die Performance des Fonds in den letzten Jahren überzeugend ausfiel.

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