Aktienfonds erzielen hohe Jahresrendite

 - 

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland haben in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt um 15,5 Prozent zugelegt. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) hervor.

Auch im längerfristigen Bereich zeigt die Wertentwicklung von Aktienfonds, dass sie ihr Renditepotenzial trotz zwischenzeitlicher Börsenturbulenzen ausspielen können.

So erzielte ein Anleger, der Ende März 1996 Anteile im Wert von 10.000 Euro an einem Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland kaufte, per Ende März 2011 ein Depotvermögen von 27.060 Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von knapp sieben Prozent pro Jahr, so die jüngste Wertentwicklungsstatistik des BVI per 31. März 2011.

Die Ergebnisse von Rentenfonds spiegeln das Anziehen der niedrigen Zinsen wider. So stieg zum Beispiel der Anteilwert von global investierenden Rentenfonds, die in Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als sieben Jahren anlegen, in den vergangenen zwölf Monaten um 1,2 Prozent.

Für zinsorientierte Anleger lieferten Fonds mit Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen oder auf Anleihen aus Schwellen-Ländern ein Renditeplus. Im Ein-Jahreszeitraum liegt der Mittelwert dieser Gruppen bei 2,9 bzw. 2,4 Prozent.

Offene Immobilienfonds erwirtschafteten laut BVI auf Jahressicht im Durchschnitt leichte Zuwächse in Höhe von plus 0,9 Prozent.

Wie geht es weiter?

Nach der heftigen Kurskorrektur von Ende Februar bis Mitte März 2011, die z.B. den DAX um mehr als 1000 Punkte zurückwarf (von 7.442 am 21.2. auf 6.412 am 16.3.2011),  befinden sich die Börsen weltweit wieder im Aufwärtstrend. Einige Analysten prognostizieren derzeit DAX-Kursziele von 7.600 bis 7.900 Punkten für dieses Jahr.

Tipp
In der allgemeinen Euphorie ist jedoch ein kühler Kopf bei der Wahl der besten Aktienfonds gefragt. Der Fonds sollte sorgfältig analysiert werden.

Gut gemanagte Fonds beschäftigen zahlreiche Spezialisten. Fondsmanager und Analysten beobachten bestimmte Werte oder Regionen. Große Gesellschaften kommen auf beachtliche Teamgrößen. Der international agierende Fidelity Fonds beschäftigt fast 750 Fondsmanager und Analysten, 483 in Nord- und Südamerika, 150 in Europa und 115 in Asien. Die Deutsche Bank-Tochter DWS kommt weltweit immerhin noch auf 80 Marktstrategen. Wichtiger als die Anzahl der Mitarbeiter ist aber deren Kennerschaft. Kleinere Gesellschaften können durchaus bessere Ergebnisse erzielen als große.

Nur Spitzenfonds schlagen den Vergleichs-Index

Die wenigsten Fonds schneiden dauerhaft besser als ihre Vergleich-Indizes ab. In den vergangenen 12 Monaten lagen 576 Fonds im Durchschnitt zwei Prozent schlechter als der Index. Deshalb sind Privatanleger bei der Auswahl der besten Fonds auf Vergleichsauswertungen angewiesen, wobei die Wertentwicklung der Vergangenheit nicht unbedingt maßgeblich für die Zukunft sein muss. Je mehr Geld in einen bestimmten Fonds fließt, desto schwieriger wird es für ihn, lukrative Anlagen zu finden, ohne die Risikostruktur zu verschlechtern.

Eine Sonderstellung nehmen sog. Fondsboutiquen bzw. Fonds von spezialisierten Vermögensverwaltern ein. Diese haben in den vergangenen Jahren mit überdurchschnittlichen Ergebnissen aufgrund besonderer Anlagestrategien (z.B. Anlage aufgrund mathematischer Modelle, Verfolgung bestimmter Investment-Stile wie Wachstum, engl. Growth, oder Über-/Unterbewertung, engl. Value) etablierten Fonds von Banken und Versicherern erfolgreich Konkurrenz gemacht. Zu erkennen sind diese Fonds oft schon durch ihre Namensgebung, die den Verwalter namentlich zu erkennen gibt (z.B. Lingohr, Flühr, Huber, Dr. Ehrhardt).

Tipp
Fonds sind nicht von einer möglichen Pleite der Hausbank betroffen. Sie sind Sondervermögen, das rechtlich getrennt ist vom übrigen Vermögen der Bank. Dieses Kapital fließt nicht in die Insolvenzmasse ein. Fonds von Lehmann Brothers z.B. sind nicht wertlos, obwohl die Investmentbank zusammenbrach.

Kosten verringern

Fondsgesellschaften und Banken erheben zahlreiche Gebühren und Aufschläge. Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) veröffentlichte jüngst die Gesamtkostenquote für Fonds. Bei Aktienfonds Deutschland liegt sie laut BVI im Schnitt bei 1,38 Prozent, bei weltweit investierenden Fonds bei 1,64 Prozent. Diese Sätze sollen die Kosten für Management, Transaktionen, Jahresbericht und Anlegerinformationen decken.

Tipp
Mit Exchange Traded Funds (ETFs), also börsengehandelten Indexfonds, können Sie Managementgebühren sparen. Diese passiven Produkte benötigen kein aktives Fondsmanagement. Dadurch sind Erwerbskosten und laufende Gebühren niedriger.

Fondsinhaber müssen zusätzlich für Transaktionen bei Umschichtung ihrer Fondstitel zahlen. Der Satz liegt bei rund 0,5 Prozent des Anteilswerts. Einige Fonds berechnen zusätzlich eine erfolgsabhängige Vergütung, die je nach Marktlage 1,5 Prozent bis 2 Prozent betragen kann. Auf diese Kosten haben Anleger nur begrenzt Einfluss. Bei allzu dreisten Forderungen sollten Sie den Fonds eher meiden.

Beim Kauf von Fondsanteilen wird zudem ein einmaliger Ausgabeaufschlag fällig. Dieser Posten schlägt vor allem bei kurzfristigen Investments zu Buche. Bei dieser Gebühr besteht für Anleger aber Spielraum. Kunden mit großen Depots können ihre Hausbank runterhandeln.

Tipp
Eine Alternative zum Kauf bei der Hausbank stellt der Kauf bei Fonds-Discountern oder Direktbanken dar. Doch Vorsicht: Bei Fonds ohne Ausgabeaufschlag liegen häufig die Verwaltungskosten höher als üblich. Sparpotenzial besteht auch bei der Wahl der Bank, die das Fondsdepot verwaltet. Die Bankgebühren für die Aufbewahrung der Papiere schwanken zwischen den Instituten stark. Zahlreiche Direktbanken und Online-Broker locken mit besonders niedrigen Sätzen.

 

Weitere News zum Thema

  • Rohstoff-ETFs: Rendite-Chancen mit Risiken

    [] Rohstoffaktien waren in den letzten Jahren an der Börse stark unter Druck. Kein Wunder. Die Weltwirtschaft schwächelt, Chinas Konjunkturmotor stottert – und der kräftige Ausbau der Förderkapazitäten in den Vorjahren sorgt dafür, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. mehr

  • Altersvorsorge: Trotz Niedrigzins keine Illusion

    [] (tm) Die meisten Menschen wollen ihre Zukunft finanziell absichern, wozu eine gut aufgestellte Altersvorsorge nötig ist. Das scheint durch den Niedrigzins aber unmöglich geworden zu sein. Dabei existieren neben dem traditionellen Sparbuch auch andere vielversprechende Anlageformen. mehr

  • Besteuerung von Investmentfonds wird vereinfacht

    [] Bekannte Steuergestaltungsmodelle werden ausgeschlossen und die Gefahr von neuen Gestaltungsmissbräuchen erheblich reduziert. EU-rechtliche Risiken, die sich heute aus den unterschiedlichen Besteuerungsregelungen für inländische und ausländische Investmentfonds ergeben, werden ausgeräumt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.