Inflation: Unser Geld verliert an Wert! Was ist zu tun?

 - 

Das Leben in Deutschland wird teurer. Im April sind die Verbraucherpreise um 2,1 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am 11.5.2012 mit.

Im Vergleich zum März erhöhten sich die Preise im April um 0,2 Prozentpunkte. Zu befürchten ist, dass die Preise bei uns in den nächsten Jahren noch deutlich schneller steigen werden als bisher.

Die Deutsche Bundesbank, die Hüterin der Preisstabilität, hält die Inflation für "verkraftbar". Bundesbank-Chef Jens Weidmann sagte gegenüber der Bild-Zeitung: "Das Stabilitätsziel lautet knapp zwei Prozent für den Euroraum. Deutschland lag viele Jahre unter dem Durchschnitt. Angesichts unserer guten Wirtschaftsentwicklung und der niedrigen Arbeitslosigkeit könnten wir nun zeitweise über dem Durchschnitt liegen."

Das heißt: Statt zuletzt rund zwei Prozent Preissteigerung im Jahr könnte es künftig mehr sein. Grund: Die nationalen Notenbanken haben die Notenpressen angeworfen, um ihre Schulden begleichen zu können. Seither droht eine schleichende Geldentwertung.

Was können Sie als Verbraucher und Anleger tun, um der Geldentwertung zu entkommen?

Wo ist Ihr Geld in dieser Situation sicher?

Schutz vor Inflation bieten Immobilien, Rohstoffe und Aktien.

Geldtipps fragte die beiden Vermögensverwalter Dr. Max Schott und Arne Sand nach ihrer Einschätzung der aktuellen Inflationsgefahr und nach geeigneten Gegenstrategien.

Geldtipps: Herr Dr. Schott, viele Anleger haben Angst vor einer Inflation. Müssen wir für die gleichen Güter bald viel mehr Geld bezahlen als bisher?

Schott: Ich glaube nicht, dass uns in der Eurozone eine massive Geldentwertung droht. Die EZB verleiht zwar insgesamt eine Billion Euro an die Banken, diese geben es aber nur sehr zurückhaltend in Form von Krediten an Unternehmen weiter. In erster Linie nutzen sie das Geld stattdessen dazu, eigene Schulden zurückzufahren oder Staatsanleihen der EU-Defizitländer zu kaufen. Eine größere Inflationsgefahr geht von den nationalen Notenbanken aus, die unabhängig von der EZB Geld in Umlauf bringen können. Griechenland soll bereits mehrere Milliarden Euro gedruckt haben, auch in Frankreich soll die Notenpresse bereits laufen. Werden solche Maßnahmen öfter und auch in anderen Ländern angewandt, steigt auch die Inflationsgefahr weiter an.

Geldtipps: Herr Sand, zu welchen Anlagen raten Sie Kunden, die trotzdem fürchten, dass der Euro an Wert verliert?

Sand: Ich rate ihnen in erster Linie dazu, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern ihr Investment breit zu streuen: Wir plädieren sehr dafür, sich nicht auf eine einzelne Anlageklasse zu konzentrieren, sondern Verlustvermeidung im Blick zu haben. Wir empfehlen, die Anlageklassen, je nach Gefahr eines möglichen Rückschlages, unterschiedlich stark zu gewichten und das Risiko des Depots durch eine aktive Steuerung von Stop-loss-Grenzen zu kontrollieren.

Geldtipps: Immer wieder liest man, Sachwerte seien im Fall einer Inflation die richtige Anlageform. Stimmt das?

Sand: Sachwerte wie Immobilien und Gold sind gut geeignet, aber wir warnen vor Blindkäufen! Viele Immobilien sind schon jetzt überteuert. Auch dass unsere Bevölkerung schrumpft, ist beim Immobilienkauf zu bedenken. Bei Gold denke ich, dass wir schon viel des Weges gesehen haben. Sicherlich kann der Preis noch steigen, aber die Fallhöhe ist schon jetzt enorm.

Geldtipps: Wie sollte ein Anleger in Ihrem Sinne diversifizieren?

Schott: Wir raten zu international gestreuten Anlagen in Aktien, Renten und Rohstoffen. Aktien kaufen wir von Unternehmen, die stabile Umsätze haben und günstig bewertet sind. Bei den Renten sollten neben Staatsanleihen auch immer Unternehmensanleihen in Betracht gezogen werden. Wichtig ist, in seinen Entscheidungen undogmatisch zu bleiben und sich aktuellen Entwicklungen immer wieder schnell anzupassen.

Die Autoren Dr. Max Schott und Arne Sand sind Geschäftsführer der unabhängigen Vermögensverwaltung Sand und Schott GmbH sowie des Fondsmanagers smart-invest GmbH in Stuttgart. Mit einem Team von 20 Mitarbeitern betreuen die Unternehmen Anlagen von rund 500 Millionen Euro. In ihrem neuen Buch Schutz vor Inflation und Euro-Crash gehen sie den Fragen nach, wie es um Inflation und Währungskrise steht und wie Anleger ihr Vermögen schützen können.

Weitere News zum Thema

  • Anlagenotstand: Welche Zinsanlagen wenigstens die Inflation ausgleichen

    [] Sieben Prozent Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen – so viel musste der spanische Staat Anfang Juli zahlen, um an Geld von Anlegern zu kommen. Doch selbst bei diesem Zinssatz ist es für Spanien schwer, an Kapital zu kommen. Denn seit der Pleite Griechenlands ist jedem Anleger klar, dass auch Staatsanleihen nicht grundsätzlich sicher sind. Was also tun, wenn kurz- bis mittelfristig Geld angelegt werden soll? Wo gibt es eine vernünftige Verzinsung zu einem angemessenen Risiko? mehr

  • Geldentwertung: So wappnen Sie sich dagegen

    [] Die nationalen Notenbanken haben die Notenpressen angeworfen, um ihre Schulden begleichen zu können. Seither droht eine schleichende Geldentwertung. Schutz vor Inflation bieten Immobilien, Rohstoffe und Aktien. mehr

  • Schuldenkrise: Differenziertes Investieren in die Eurozone mit neuen Renten-ETFs

    [] Obwohl die Renditen von Staatsanleihen immer noch im Keller sind und ihr Ruf als Hort der Sicherheit gelitten hat - Stichwort Griechenland-Krise -, erfreuen sich staatliche Bonds unter Anlegern nach wie vor höchster Beliebtheit. Anscheinend misstrauen zahlreiche Investoren der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten. Statt sich mit den Risiken der Anlage in Aktien auseinanderzusetzen, bevorzugen sie Gläubigerpapiere mit festen Zins- und Tilgungszahlungen. mehr

  • Inflation: Welche Anlagen widerstehen der schleichenden Geldentwertung?

    [] Die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2007 bis 2009 führte durch drastische Gegenmaßnahmen der Notenbanken zu extrem niedrigen Zinsen und einer riesigen Geldschwemme. Diese könnte im Zusammenspiel mit einer anspringenden Wirtschaftskonjunktur zu steigenden Löhnen, Preisen und schließlich auch höheren Inflationsraten als in den vergangenen Jahren führen. Wie können sich Anleger schützen? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.