Schutz vor Inflation und Euro-Crash Die Buchautoren Dr. Max Schott und Arne Sand im Gespräch

Geldentwertung: So wappnen Sie sich dagegen

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Die nationalen Notenbanken haben die Notenpressen angeworfen, um ihre Schulden begleichen zu können. Seither droht eine schleichende Geldentwertung. Schutz vor Inflation bieten Immobilien, Rohstoffe und Aktien.

Geldtipps fragte die beiden Vermögensverwalter Dr. Max Schott und Arne Sand nach ihrer Einschätzung der aktuellen Inflationsgefahr und nach geeigneten Gegenstrategien.

Geldtipps: Herr Dr. Schott, viele Anleger haben Angst vor einer Inflation. Müssen wir für die gleichen Güter bald viel mehr Geld bezahlen als bisher?

Schott: Ich glaube nicht, dass uns in der Eurozone eine massive Geldentwertung droht. Die EZB verleiht zwar insgesamt eine Billion Euro an die Banken, diese geben es aber nur sehr zurückhaltend in Form von Krediten an Unternehmen weiter. In erster Linie nutzen sie das Geld stattdessen dazu, eigene Schulden zurückzufahren oder Staatsanleihen der EU-Defizitländer zu kaufen. Eine größere Inflationsgefahr geht von den nationalen Notenbanken aus, die unabhängig von der EZB Geld in Umlauf bringen können. Griechenland soll bereits mehrere Milliarden Euro gedruckt haben, auch in Frankreich soll die Notenpresse bereits laufen. Werden solche Maßnahmen öfter und auch in anderen Ländern angewandt, steigt auch die Inflationsgefahr weiter an.

Geldtipps: Herr Sand, zu welchen Anlagen raten Sie Kunden, die trotzdem fürchten, dass der Euro an Wert verliert?

Sand: Ich rate ihnen in erster Linie dazu, nicht alles auf eine Karte zu setzen, sondern ihr Investment breit zu streuen: Wir plädieren sehr dafür, sich nicht auf eine einzelne Anlageklasse zu konzentrieren, sondern Verlustvermeidung im Blick zu haben. Wir empfehlen, die Anlageklassen, je nach Gefahr eines möglichen Rückschlages, unterschiedlich stark zu gewichten und das Risiko des Depots durch eine aktive Steuerung von Stop-loss-Grenzen zu kontrollieren.

Geldtipps: Immer wieder liest man, Sachwerte seien im Fall einer Inflation die richtige Anlageform. Stimmt das?

Sand: Sachwerte wie Immobilien und Gold sind gut geeignet, aber wir warnen vor Blindkäufen! Viele Immobilien sind schon jetzt überteuert. Auch dass unsere Bevölkerung schrumpft, ist beim Immobilienkauf zu bedenken. Bei Gold denke ich, dass wir schon viel des Weges gesehen haben. Sicherlich kann der Preis noch steigen, aber die Fallhöhe ist schon jetzt enorm.

Geldtipps: Wie sollte ein Anleger in Ihrem Sinne diversifizieren?

Schott: Wir raten zu international gestreuten Anlagen in Aktien, Renten und Rohstoffen. Aktien kaufen wir von Unternehmen, die stabile Umsätze haben und günstig bewertet sind. Bei den Renten sollten neben Staatsanleihen auch immer Unternehmensanleihen in Betracht gezogen werden. Wichtig ist, in seinen Entscheidungen undogmatisch zu bleiben und sich aktuellen Entwicklungen immer wieder schnell anzupassen.

Die Autoren Dr. Max Schott und Arne Sand sind Geschäftsführer der unabhängigen Vermögensverwaltung Sand und Schott GmbH sowie des Fondsmanagers smart-invest GmbH in Stuttgart. Mit einem Team von 20 Mitarbeitern betreuen die Unternehmen Anlagen von rund 500 Millionen Euro. In ihrem neuen Buch Schutz vor Inflation und Euro-Crash gehen sie den Fragen nach, wie es um Inflation und Währungskrise steht und wie Anleger ihr Vermögen schützen können.

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