Was tun, wenn kurz- bis mittelfristig Geld angelegt werden soll? Wo gibt es eine vernünftige Verzinsung zu einem angemessenen Risiko? Diese Frage ist heute schwerer zu beantworten als jemals zuvor. Kapitalanlage Dilemma Festgeld Unternehmensanleihen

Anlagenotstand: Welche Zinsanlagen wenigstens die Inflation ausgleichen

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Sieben Prozent Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen – so viel musste der spanische Staat Anfang Juli zahlen, um an Geld von Anlegern zu kommen. Doch selbst bei diesem Zinssatz ist es für Spanien schwer, an Kapital zu kommen. Denn seit der Pleite Griechenlands ist jedem Anleger klar, dass auch Staatsanleihen nicht grundsätzlich sicher sind. Was also tun, wenn kurz- bis mittelfristig Geld angelegt werden soll? Wo gibt es eine vernünftige Verzinsung zu einem angemessenen Risiko?

Diese Fragen sind heute schwerer zu beantworten als jemals zuvor. Zumal dann, wenn man die derzeitige Inflationsrate von 1,7 Prozent berücksichtigt und auch real, also nach Abzug von Inflation und Steuern, einen Gewinn erzielen möchte.

Aktuelles Dilemma der Kapitalanlage: teuer oder riskant

Weniger denn je gibt es in dieser Situation einen Königsweg bei der Kapitalanlage. Alle Vermögenswerte sind derzeit entweder teuer oder riskant, sagte unlängst Stefan Klomfass, Mitglied der Geschäftsleitung der SEB Asset Management der Finanzzeitung Handelsblatt und bringt damit das aktuelle Dilemma auf den Punkt.

Wer auf die immer noch als sehr sicher eingeschätzten Bundeswertpapiere setzt, schafft es derzeit nicht einmal, den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen. Eine Bundesanleihe mit einer Restlaufzeit von fünf Jahren bringt dem Anleger nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag eine Rendite von 0,28 Prozent pro Jahr. Bei zehn Jahren Laufzeit sind es derzeit gerade einmal ein Prozent Rendite pro Jahr. Anleihen von Sonderinstituten wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten etwas höhere Renditen. Bei fünf Jahren Restlaufzeit ist eine Rendite von 0,91 Prozent allerdings immer noch sehr mager.

Festgeld ausländischer Banken eine Alternative

Mit Festgeldanlagen ist es derzeit möglich, den Wert seines Geldes zu erhalten oder zu mehren. Allerdings gibt es lediglich einige ausländische Banken, die dies derzeit ermöglichen, indem sie mehr als zwei Prozent Zinsen pro Jahr zahlen. Die niederländische Direktbank MoneYou zahlt für einjähriges Festgeld 2,75 Prozent p.a., die Bank of Scotland 2,6 Prozent p.a.

Der Nachteil derartiger Angebote: Sie unterliegen nicht der deutschen Einlagensicherung im Falle einer Insolvenz der Bank. Zwar gibt es auch für europäische Banken eine gesetzlich vorgeschriebene Einlagenhaftung von 100.000 €, für die der jeweilige Staat haftet, doch eine 100prozentige Sicherheit ist das nicht. Schließlich können auch Staaten Pleite gehen. Deshalb muss sich jeder Anleger überlegen, inwieweit er auf die finanzielle Solidität eines Staates vertraut oder nicht.

Unternehmensanleihen: Bonität im Auge behalten

Alternativen können auch Unternehmensanleihen oder Staatsanleihen von Schwellenländern sein. Entweder einzeln, als Direktanlage oder in Form eines Investmentfonds. Entscheidend ist auch hier wieder die Bonität des Unternehmens bzw. des Landes. So wirft eine Unternehmensanleihe vom Autobauer BMW mit einem guten Rating A mit einer Restlaufzeit von gut fünf Jahren derzeit nur eine Rendite von 1,46 Prozent p.a. ab. Die Anleihe des französischen Autoherstellers Renault mit gleicher Laufzeit bringt es auf 4,40 Prozent p.a. Der Grund: Die Anleihe von Renault wird als wesentlich riskanter eingeschätzt. Die Bonitätsnote lautet hier nur BB+.

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