Kapitalanlage in Silber und Gold

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Der drastische Kursrückgang der als sicherer Hafen bezeichneten Edelmetalle Gold und Silber in diesem Jahr hat viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt. Der Kursverfall beim Silber fiel dabei deutlich höher aus als beim großen Bruder Gold. Das gelbe Edelmetall, das als Krisen- und Inflationsschutz gilt, hat seit Jahresbeginn nur 23 % an Wert verloren. Eine Feinunze Gold (31,10 Gramm) erhalten Sie aktuell für 1.284 $. Zu Beginn des Jahres mussten Sie für die Feinunze noch 1.686 $ zahlen.

Dass Silber zurzeit noch stärker als Gold unter Druck steht, liegt an einem einfachen Grund: Silber wird für die Herstellung zahlreicher Produkte verwendet, insbesondere im Elektro- und Elektronikbereich. Deshalb ist der Silberpreis viel stärker abhängig von der konjunkturellen Entwicklung der Weltwirtschaft als das Gold. Die wirtschaftliche Lage in der Welt wird jedoch zunehmend schwieriger. Die zweitgrößte und rohstoffhungrige Volkswirtschaft China sendet unübersehbare Schwächezeichen. Die Eurozone schafft es seit nunmehr eineinhalb Jahren nicht mehr aus der Rezession, und die weltgrößte Volkswirtschaft USA weist ein nur sehr bescheidendes Wachstum auf. Das drückt die Nachfrage der Industrie nach dem Edelmetall Silber.

Nicht vorschnell kapitulieren bei Edelmetallen

Inzwischen ist der Silberpreis unter 20 $ gefallen. Auch der Verfall beim Goldpreis scheint kein Ende zu nehmen. Weitblickende Anleger investierten in diese beiden Edelmetalle jedoch vor allem mit dem Motiv des Schutzes vor Inflation und (Währungs-)Krisen und weniger, um von kurzfristigen Preissprüngen zu profitieren. An der Entwertung der Papierwährungen besteht aus ihrer Sicht weiterhin kein Zweifel. Denn schließlich pumpen die Notenbanken weltweit Monat für Monat Milliarden in das angeschlagene Finanzsystem ohne durchgreifende Wirkung.

Nach den schnellen und schmerzhaften Kursverlusten wächst jedoch bei vielen zittrigen Händen verständlicherweise die Neigung, sich von der Anlage in Edelmetallen zu trennen oder zumindest deren Anteil im Portfolio deutlich zu reduzieren. Diese Anleger sollten jedoch folgende Entwicklungen bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen:

  • Die USA weisen nach wie vor eine Gesamtverschuldung von 60 Billionen Dollar auf.

  • Das Europäische Währungssystem steht nach wie vor vor dem Kollaps.

  • Griechenland, Irland, Portugal und Zypern sind de facto bankrott.

  • Spanien, Frankreich, Italien, Großbritannien, Belgien, Malta und Slowenien stehen nahe am Abgrund.

  • Die japanische Zentralbank druckt immer mehr Geld.

  • Das chinesische Bankensystem ist in großer Schieflage.

  • Weltweit gibt es vermehrte Anzeichen einer Rezession.

  • Die globale Arbeitslosigkeit und die Armut steigen.

Turbulente Berg- und Talfahrten bei Silber

Wer die gesunkenen Edelmetallpreise zum Aufstocken seiner Positionen oder gar zum Neueinstieg in den Edelmetallsektor nutzen möchte, sollte sich eingehender mit Silber beschäftigen. Nach Schätzungen wurden auf der Welt bisher gut 44 Mrd. Unzen Silber gefördert. Davon wurden 22 Mrd. Unzen entweder industriell eingesetzt, verbraucht oder kamen sonst irgendwie abhanden. Weitere 22 Mrd. sind noch erhalten: als Schmuck, Besteck oder in religiösen Objekten und zu einem kleinen Teil in Form von Barren und Münzen. Zusammen mit gut 18 Mrd. Unzen, die noch im Boden liegen, kommt man auf insgesamt auf der Erde vorhandene 40 Mrd. Unzen Silber. Zu den führenden Förderländern von Silber zählen Peru, Mexiko, China und Australien.

Silber eilt schon seit jeher der Ruf voraus, ein besonders launisches Investment zu sein. Im vergangenen Jahrzehnt verwöhnte es die Anleger mit traumhaften Renditen. Zwischen 2003 und 2009 stieg der Kurs auf Euro-Basis um 159 % oder umgerechnet 14,6 % per annum. Aktien und Anleihen ließ das weiße Metall damit deutlich hinter sich. Doch verlief die Entwicklung beim Silberpreis immer turbulenter. Allein von Anfang 2010 bis Frühjahr 2011 verdreifachte sich der Preis. Ende April 2011 notierte die Unze Silber bei knapp unter 50 $. Seitdem geht es mit dem Preis unter heftigen Schwankungen jäh bergab.

Silberengagements mit oder ohne Währungsabsicherung

Wer ohne Währungsrisiken von einem Anstieg der Silberpreise profitieren möchte, greift zu den währungsgesicherten Silber-Quanto-Zertifikaten der Royal Bank of Scotland (WKN: A0AB82). Mit diesen Papieren profitieren Sie direkt von einem Preisanstieg bei der Feinunze Silber. Die ohne Laufzeitbeschränkung (Open End) herausgegebenen Silber-Quanto-Zertifikate werden an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart gehandelt.

Anleger, die bei ihrem Silberengagement auf Währungsabsicherung verzichten, können in den ETFS Physical Silver (WKN: A0N62F) investieren. ETFS Physical Silver ist eine durch physisches Silber besicherte Schuldverschreibung. Dieses Papier wird an der Frankfurter und Stuttgarter Wertpapierbörse wie eine Aktie gehandelt. Die Mechanismen bei Preisbildung und Nachbildung ähneln denen eines Exchange Traded Fund. Die Position ist durch physisches Silber gedeckt, das in der Depotstelle der HSBC Bank in London verwahrt wird. Die jährlichen Managementgebühren liegen bei kostengünstigen 0,49 %.

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