Gold: Zur Vermögenssicherung weiterhin unentbehrlich

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Ob Goldliebhaber oder Goldskeptiker, ein wenig des edlen Metalls trägt nahezu jeder mit sich herum – und sei es im Mobiltelefon oder im Tablet-PC. Denn neben dem Ehering oder der Zahnfüllung ist Gold für eine Reihe industrieller Anwendungen von großer Bedeutung.

Gold gehört zu den Materialien auf der Erde, die den elektrischen Strom am besten leiten. Zudem ist das Edelmetall extrem korrosionsbeständig. Damit bleibt die Leitfähigkeit im Vergleich zu anderen Metallen noch besser über längere Zeiträume erhalten. Bei elektrischen Bauteilen wie z.B. Steckverbindungen ist dies ein wichtiger Vorteil.

Die Nachfrage nach physischem Gold – also dem Metall in Barren und Münzen – hat sich zuletzt in weiten Teilen der Welt abgeschwächt. Seit einem Jahr schwankt der Goldpreis richtungslos um die 1.300 US-Dollar pro Feinunze. Krisenhafte Entwicklungen wie z.B. in der Ukraine könnten den Goldpreis mittelfristig wieder nach oben drücken. Wer glaubt, dass sich die Lage in der Ukraine in absehbarer Zeit wieder beruhigt, unterschätzt die ehrgeizigen geopolitischen Ambitionen der Amerikaner und den langen Atem der Russen.

Auch durch die Geldflut der Notenbanken könnte der Edelmetallpreis wieder Fahrt aufnehmen. Denn seit der Finanzkrise laufen die Druckerpressen auf Hochtouren. Schenkt man den offiziellen Inflationsstatistiken Glauben, macht sich dies bei den Verbraucherpreisen noch nicht bemerkbar. Nachhaltig sind die niedrigen Teuerungsraten jedoch auf keinen Fall. Im Moment führt die Geldschwemme zu steigenden Vermögenspreisen (Aktien, Immobilien), über kurz oder lang sind aber auch die Verbraucherpreise an der Reihe. Auch die Euro-Schuldenkrise ist mit der instabilen politischen Lage z.B. in Frankreich, das immer stärker in die Rezession abdriftet, alles andere als überwunden.

Gold bleibt ein wichtiger Bestandteil der privaten Vermögensanlage

Grundsätzlich bleibt die Anlage in Gold im Sinne einer vernünftigen Diversifikation ein sinnvoller Baustein in einem breit gestreuten Anlegerportfolio. Investoren sollten jedoch daran denken, dass physisches Gold, wie z.B. Münzen oder Barren, grundsätzlich nicht zur Spekulation gedacht ist. Vielmehr stellt der physische Goldbesitz eher eine Versicherungspolice auf Werterhalt mit Einmalzahlung und unbefristeter Laufzeit dar.

Tritt kein persönlicher oder gesamtwirtschaftlicher Notfall ein, kann das physische Gold ohne weitere Kosten nachkommenden Generationen vererbt werden. An der Frage, wie hoch der Anteil des gelben Metalls am Vermögen sein sollte, scheiden sich regelmäßig die Geister. In der Regel werden hier recht pauschal 5 % bis 25 % Goldanteil des Gesamtvermögens empfohlen. Einzelne Stimmen raten sogar zu einem Goldanteil von 50 %.

Die Frage nach der Höhe des Goldanteils im Depot kann jedoch nur individuell beantwortet werden. Die Zusammensetzung des Portefeuilles ist immer eine Frage der Risikobereitschaft des Anlegers, des Alters und natürlich des Anlagehorizonts. Selbstverständlich spielen außerdem die sonstigen vorhandenen Anlagen, die Wertpapierkenntnisse und die Höhe des Vermögens eine Rolle. Ohne individuelle Prüfung lässt sich jedoch sagen, dass der Anleger in der jetzigen Zeit einen Goldanteil zwischen 7,5 % und 15 % seines Geldvermögens anstreben sollte.

Wichtige Vermögensbestandteile werden oft vergessen

Die meisten Anleger lassen bei der Berechnung der Anteilsquote an Edelmetallen für ihr Depot wichtige Vermögensbestandteile außer Acht. Die Folge: Es wird ein geringerer Anteil des Vermögens als ursprünglich beabsichtigt in Gold investiert.

Beispiel:

Anleger A (50 Jahre alt, Angestellter) verfügt über ein liquides Vermögen bei seiner Hausbank in Höhe von 100.000,00 €. Als Schutz gegen steigende Inflationsraten, ausufernde Staatsschulden und Währungsturbulenzen möchte A 10 % seines Vermögens in Gold investieren. Also erwirbt er für 10.000,00 € Gold.

Zusätzlich zu den 100.000,00 € verfügt A über private und betriebliche Rentenversicherungen mit einem aktuellen Vertragsguthaben von 50.000,00 €. Diese sind im Schnitt zu 90 % in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Gerade diese Vermögenswerte leiden besonders unter den Risiken, gegen die A sich schützen will. Zudem hat A im Laufe seines Erwerbslebens bereits rund 25 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Damit hat er einen Anspruch von etwa 1.000,00 € pro Monat (aktuell erreichter Wert ohne weitere Einzahlungen) gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei einer Rentenbezugsdauer von 25 Jahren und einem Risikozins für den Schuldner Deutschland von z.B. 3,5 % p.a. repräsentiert diese Forderung heute einen Gegenwert von 118.000,00 €.

Diese Summe, die bis zum Rentenalter mit jeder monatlichen Einzahlung anwächst, wurde bei der Berechnung der Edelmetallquote ebenfalls nicht berücksichtigt. Werden alle Vermögensbestandteile zusammengerechnet, ergibt sich somit ein ganz anderes Bild: 100.000,00 € Bankeinlagen plus 50.000,00 € Versicherungsansprüche plus 118.000,00 € nicht veräußerbare Rentenansprüche ergibt ein Gesamtvermögen in Höhe von 268.000,00 €. Demnach entsprechen 10.000,00 € in Gold gerade einmal einer Quote von 3,73 %. Wollte A tatsächlich 10 % seines Vermögens in Gold investieren, um sich damit gegen die Risiken z.B. einer Währungsreform infolge der massiven Staatsverschuldung abzusichern, müsste er konsequenterweise 26.800,00 € anlegen.

Gold-ETC mit Währungsabsicherung von der Deutschen Bank

Risikobereite Anleger, die auf ein Comeback des Goldpreises setzen, haben die Qual der Wahl. Denn die Liste der möglichen Goldinvestments ist groß. Die Auswahl reicht von Anleihekonstruktionen auf den Goldpreis, wie beispielsweise das Xetra-Gold der Deutschen Börse (WKN: A0S9GB), dem Euwax-Gold (WKN: EWG0LD), über ETF-Lösungen wie dem ETF Securities Gold (WKN: A0N6XK) oder Gold-Zertifikate wie dem Commerzbank Gold Zertifikat (WKN: 160902) bis hin zu Gold-Fonds, wie dem DWS Gold Plus (WKN: 973 246) oder dem HANSAgold (WKN: A0NEKK). Für jeden Geschmack und Anlegertypus finden sich so Investments, die wahlweise mit oder ohne physischen Auslieferungsanspruch versehen sind.

Der db-Physical-Gold-Euro-Hedged-ETC (WKN: A1EK0G) der Deutschen Bank bildet die Kursentwicklung des Gold-Kassapreises nach. Eine wichtige Komponente ist der Währungssicherungsmechanismus, der das EUR-/USD-Wechselkursrisiko minimiert. Wertet der US-Dollar gegenüber dem Euro ab, erhöht sich der Anspruch auf die Edelmetallmenge je Wertpapier, und zwar täglich auf rollierender Basis.

Ein minimales Währungsrisiko bleibt dennoch. Die Deutsche Bank schließt die Sicherungsgeschäfte jeden Tag um 12 Uhr ab. Danach ist der Kurs (im Vergleich zum abgesicherten Währungsverhältnis) bis zum nächsten Tag nicht mehr vor etwaigen Währungsverlusten geschützt.

Der Wert des db-Physical-PM-ETC, den es auch auf andere Edelmetalle wie z.B. Silber gibt (WKN: A1EK0J), errechnet sich während der Laufzeit anhand des jeweils aktuellen Goldpreises und dem Metallanspruch je ETC-Wertpapier. Die jährlichen Verwaltungskosten in Höhe von 0,45 % werden auf täglicher Basis vom Kurswert abgezogen. Das an den wichtigsten deutschen Börsenplätzen gehandelte Papier kostet derzeit rund 100,00 €.

Quelle: "Der GeldBerater", Oktober 2014

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