Bundesbank holt Gold nach Hause

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Derzeit lagert der Großteil der Goldreserven der Deutschen Bundesbank im Ausland, vor allem bei der US-Notenbank Fed. Das Edelmetall ging vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren als Bezahlung hoher deutscher Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Deutschen Bundesbank über. Ende 2012 umfasste der Goldschatz der Bundesbank – der zweitgrößte unter den Notenbanken weltweit – 3391 Tonnen im Wert von 137,51 Mrd. Euro. Fast die Hälfte davon (1536 Tonnen) verwahrt die US-Notenbank Fed in New York. Bei der Bank of England in London liegen 445 Tonnen, bei der Banque de France in Paris 374 Tonnen. In eigenen Tresoren verwahrt die Bundesbank in Frankfurt mit 1036 Tonnen derzeit knapp ein Drittel ihres Edelmetalls.

Die Bundesbank will ab 2020 die Hälfte ihrer gewaltigen Reserven in eigenen Tresoren im Inland aufbewahren. Dazu sollen die Bestände in New York schrittweise um 300 Tonnen verringert werden, den Lagerort Paris will die Bundesbank bis 2020 ganz aufgeben. Die Barren, die aus dem Ausland geholt werden, waren Ende 2012 ungefähr 27 Mrd. Euro wert.

Gold bleibt wichtiger Teil der privaten Vermögensanlage

Wenn es um die Goldanlage geht, dann sind sich fast alle Experten einig: Es darf als langfristiger Vermögensschutz gegen die Folgen der Inflation und zur Sicherheit gegen wirtschaftliche und politische Krisen in keinem gut strukturierten Depot fehlen. An der Frage allerdings, wie hoch der Anteil des gelben Metalls am Vermögen sein sollte, scheiden sich die Geister. In der Regel werden hier pauschal 5 % bis 20 % Goldanteil des Gesamtvermögens empfohlen. Einzelne Stimmen raten sogar zu einem Goldanteil von 50 %.

Die Frage nach der Höhe des Goldanteils im Depot kann jedoch nur individuell beantwortet werden. Die Zusammensetzung des Portefeuilles ist immer eine Frage der Risikobereitschaft des Anlegers, des Alters und natürlich des Anlagehorizonts. Selbstverständlich spielen außerdem die sonstigen Anlageformen, die Wertpapierkenntnisse und die Höhe des Vermögens eine Rolle. Ohne individuelle Prüfung lässt sich jedoch sagen, dass der Anleger in der jetzigen Zeit mit einen Goldanteil von 10 % bis 15 % des Sparvermögens nicht viel falsch machen kann.

Die meisten Anleger lassen jedoch bei der Berechnung der Quote an Edelmetallen für ihr Depot wichtige Vermögensbestandteile außer Acht. Die Folge: Es wird ein zu geringer Anteil des Vermögens als ursprünglich beabsichtigt in Gold investiert.

Beispiel:

Ein Anleger (50 Jahre, Angestellter) verfügt über ein liquides Vermögen bei seiner Hausbank in Höhe von 100.000,00 €. Als Schutz gegen steigende Inflationsraten, ausufernde Staatsschulden und Währungsturbulenzen möchte er 10 % seines Vermögens in Gold investieren. Also erwirbt er für 10.000,00 € Gold.

Zusätzlich zu den 10.000,00 € verfügt der Anleger über private und betriebliche Rentenversicherungen mit einem aktuellen Vertragsguthaben von 50.000,00 €. Diese sind im Schnitt zu 90 % in festverzinslichen Wertpapieren investiert. Gerade diese Vermögenswerte leiden besonders unter den Risiken, gegen die er sich schützen will. Zudem hat der Anleger im Laufe seines Erwerbslebens bereits rund 25 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Damit hat er eine Rentenanwartschaft von etwa 1.000,00 € pro Monat (aktuell erreichter Wert ohne weitere Einzahlungen). Bei einer Rentenbezugsdauer von 25 Jahren und einem Risikozins für den Schuldner Deutschland von 3,5 % hat diese Forderung heute einen Gegenwert von 118.000,00 €.

Diese Summe, die bis zum Rentenalter mit jeder monatlichen Einzahlung anwächst, wurde bei der Berechnung der Edelmetallquote ebenfalls nicht berücksichtigt. Werden alle Vermögensbestandteile zusammengerechnet, ergibt sich somit ein ganz anderes Bild: 100.000,00 € Bankeinlagen plus 50.000,00 € Versicherungsansprüche plus 118.000,00 € nicht veräußerbare Rentenansprüche ergeben ein Gesamtvermögen in Höhe von 268.000,00 €. Demnach entsprechen 10.000,00 € in Gold gerade einmal einer Quote von 3,73 %. Wollte der Anleger tatsächlich 10 % seines Vermögens in Gold investieren, um sich damit gegen die Risiken der massiven Staatsverschuldung abzusichern, müsste er konsequenterweise 26.800,00 € anlegen.

Renditen mit Gold-Zertifikaten von 14 % p.a. bis Jahresende möglich

Zusätzlich zu einem festen Kernbestandteil an Gold im Depot, den man auf keinen Fall antasten sollte, lässt sich auch mit den kurzfristigen Kursbewegungen beim Gold Geld verdienen, sofern die Marktbewegungen richtig eingeschätzt werden. Spekulative Anleger, die der Meinung sind, dass der Goldpreis im Verlauf des Jahres 2013 ein bestimmtes Kursniveau nicht unterschreiten wird, können beim Eintreffen dieser Prognose mit den folgenden Zertifikaten attraktive Renditen erzielen:

  • Beim währungsgesicherten Capped-Bonus-Zertifikat (WKN: SG26FB) der französischen Großbank Société Générale auf den Goldpreis mit einer Sicherheitsschwelle bei 1.500 $ und einer Laufzeit bis zum 3.1.2014 befindet sich die Gewinnbegrenzung (Cap) bei 2.175 $. Beim Goldpreis von 1.665 $ wurde das Zertifikat zuletzt mit 192,60 € gehandelt. Wenn der Goldpreis bis zur Endfälligkeit niemals die Barriere bei 1.500 $ berührt oder unterschreitet, dann wird das Zertifikat am 3.1.2014 mit 217,50 € zurückbezahlt. Anleger erzielen in diesem Fall eine jährliche Rendite von über 14 %. Liegt der Goldpreis am Laufzeitende über dem Cap von 2.175 $, dann gelangen wegen der Gewinnbeschränkung trotzdem nur 217,50 € zur Auszahlung. Erst bei einem Kursrutsch unter die Sicherheitsschwelle drohen empfindliche Kursverluste. Liegt der Goldpreis z.B. am Laufzeitende bei 1.343,28 $ dann ist das Papier nur noch 134,33 € wert.

  • Anleger mit dem Wunsch nach einem höheren Sicherheitspuffer müssen sich naturgemäß mit einer geringer ausfallenden Rendite zufriedengeben. Das ebenfalls währungsgesicherte Bonus-Zertifikat auf Gold (WKN: AA4JBC) von der Royal Bank of Scotland besitzt eine Sicherheitsschwelle von 1.400 $. Das Papier wird am 27.12.2013 fällig und besitzt keine Gewinnbeschränkung (Cap). Bei einem Goldpreis von 1.665 $ wurde das Papier zuletzt knapp über 215,00 € gehandelt. Verbleibt der Preis für eine Feinunze Gold bis zur Fälligkeit des Zertifikates im Dezember permanent oberhalb der Sicherheitsschwelle von 1.400 $, dann wird das Zertifikat zu 230,00 € zurückgezahlt. Damit ist mit diesem Papier eine Rendite von immerhin knapp über 8 % p.a. möglich. Da das Zertifikat aber über keinen Cap verfügt, werden Anleger auch bei einem – aus heutiger Sicht unwahrscheinlichen – Goldpreisanstieg über den Bonus-Level von 2.300 $ hinaus voll und ganz beteiligt.

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