Geschlossene Fonds: Strengere Gesetzgebung erschwert das Geschäft

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Derzeit herrscht akuter Mangel an vertrauenswürdigen positiven Aussagen zur weiteren Entwicklung des Markts für Geschlossene Fonds. Düstere Prognosen finden sich hingegen massenhaft. Außerdem zwingt der Gesetzgeber die Anbieter zu mehr Beratungsqualität.

Die Rating-Agentur FERI Eurorating erwartet für das Jahr 2011 ein Platzierungsergebnis im Bereich der Geschlossenen Fonds von etwas über 3 Mrd. Euro. Die Spitze wurde in den 90er Jahren des letzen Jahrhunderts und zwischen 2004 und 2007 mit Ergebnissen um die 12,5 Mrd. Euro pro Jahr erreicht.

Damit ist klar, dass es der Branche nicht einmal bei den als Sachwertalternative beworbenen Immobilienfonds derzeit gelingt, die weitverbreitete Verunsicherung der Anleger wegen Euro- und Finanzkrise zu nutzen.

Auch die Absatzschwäche im Bereich der Offenen Investmentfonds hilft den Anbietern von Geschlossenen Fonds derzeit nicht wirklich.

Das Schiffsfondsdesaster ist es nicht alleine

Die aktuell katastrophal negativen Nachrichten von den Schiffsfonds sind es nicht alleine, die für die Zurückhaltung der Anleger bei Geschlossenen Fonds verantwortlich sind. Langjährige Vielzeichner dürften in ihrem Investitionsdrang auch durch den großen Verjährungstermin 31.12.2011 gebremst worden sein, weil sie schnell noch vor Toresschluss Klage gegen die Initiatoren oder Vertriebe von gescheiterten Altemissionen erheben mussten. Das macht natürlich keine gute Laune.

Dem Vertrieb dürfte die neue Gesetzgebung auf den Magen geschlagen haben, die zu bis dato ungewohnten Aufwendungen zwingt wie Qualifizierungsprüfung, Beratungsprotokoll und umfangreicher administrativer Aufrüstung zur Erfüllung der Prüfungserfordernisse.

Auch die Ausweichmanöver der Initiatoren in immer exotischere Anlagegebiete wie Zweitmarktschiffe, Holzinvestments, Energieinfrastruktur in fernen Ländern und Zweitmarkt-Lebensversicherungspolicen werden von Vertrieb und Anlegern dann doch eher reserviert aufgenommen.

Hinzu kommt, dass, wie vermehrt im Dezember 2011, neu aufgelegte Fonds mangels Anlegerinteresse vom Markt genommen werden müssen - ein Vorgang, der auch dann die Anlegerlaune nicht hebt, wenn er verlustfrei über die Bühne geht.

Düstere Prognose

Im laufenden Jahr 2012 ist damit zu rechnen, dass sich die Unsicherheit im Vertrieb aufgrund der neuen Gesetzgebung weiter verstärken wird. Die schlechten Nachrichten aus der Branche werden kaum abreißen und krisenbedingte Konjunkturschwankungen gelten als wahrscheinlich.

Vor diesem Hintergrund muss mit einem schwierigen Jahr gerechnet werden und mit weiter sinkenden Platzierungszahlen.

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