Unternehmensanleihen: Gesuchte Anlageform trotz steigender Risiken

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Sicher, krisenfest und mit ordentlicher Rendite: So lautete einmal das Image der Staatsanleihen.

Doch seit der Staats-Schuldenkrise ist den Anlegern eine solide Firma als Schuldner oft lieber als so mancher Staat. Bei Anleihen von großen Unternehmen setzen die Anleger darauf, dass die Wahrscheinlichkeit, ihr Geld nicht wiederzusehen, gering ist. Denn breit aufgestellte Unternehmen hängen nicht allein von dem durch die Schuldenkrise geplagten europäischen Heimatmarkt ab; sie haben z.B. auch große Absatzmärkte in den Schwellenländern, die weiterhin starke Wachstumstreiber sind. Zudem gilt: Bei Unternehmen gibt es ein bewährtes Insolvenzrecht. Bei Staatspapieren dagegen wissen Gläubiger nicht mehr, womit sie im Fall einer Staatspleite rechnen müssen.

Vor allem Renditejäger haben Unternehmensanleihen entdeckt. Denn im Vergleich zu bonitätsmäßig guten Staatsanleihen oder Tagesgeldkonten werden hier noch auskömmliche Zinsen von 3 % bis 5 % jährlich versprochen. Die Kehrseite der Medaille: Wenn immer mehr Investoren Unternehmensanleihen kaufen, sinkt nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage automatisch deren Verzinsung. Ablesen lässt sich das am Moody's Unternehmensanleihe-Index. Dieser weist inzwischen eine durchschnittliche Rendite von nicht einmal mehr 4 % p.a. aus. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 1958. Noch Anfang 2010 warfen die Titel durchschnittlich 6 % p.a. ab, im Jahr 2008 waren es immerhin 7 % p.a. Gleichzeitig nehmen wegen eingetrübter Konjunkturaussichten die Risiken dieser Papiere zu.

Um mit Unternehmensanleihen noch auskömmliche Renditen zu erzielen, wenden sich deshalb immer mehr Anleger hochspekulativen Unternehmensanleihen (High-Yield-Bonds) zu, im Fachjargon auch Schrottanleihen genannt. Besonders beliebt ist derzeit bei einheimischen Anlegern der boomende Markt für Mittelstandsanleihen in Deutschland. Doch so lukrativ die Renditen auch sein mögen – die Titel sind nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Das zeigt sich an den ersten Unternehmensinsolvenzen in diesem noch jungen Marktsegment.

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