Schuldenkrise: Differenziertes Investieren in die Eurozone mit neuen Renten-ETFs

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Obwohl die Renditen von Staatsanleihen immer noch im Keller sind und ihr Ruf als Hort der Sicherheit gelitten hat - Stichwort Griechenland-Krise -, erfreuen sich staatliche Bonds unter Anlegern nach wie vor höchster Beliebtheit. Anscheinend misstrauen zahlreiche Investoren der weiteren Entwicklung an den Aktienmärkten. Statt sich mit den Risiken der Anlage in Aktien auseinanderzusetzen, bevorzugen sie Gläubigerpapiere mit festen Zins- und Tilgungszahlungen.

Gleichzeitig zeigen die Entwicklungen in Irland, Portugal, Griechenland und zuletzt Italien, dass die europäische Schuldenkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Im Gegenteil: Eine Verschärfung und ein Übergreifen auf weitere Länder ist jederzeit möglich. Wer in Staatsanleihen investiert, muss deshalb die unterschiedlichen Bonitätsrisiken berücksichtigen. Auf das verschärfte Risikobewusstsein beim Anleger haben die Emittenten mit der Ausgabe von neuen Renten-Exchange-Traded-Funds reagiert, mit denen risikobewusster in Staatsanleihen investiert werden kann.

Der iBoxx-€-Sovereigns-Eurozone-AAA-ETF von db x-trackers

Der von db x-trackers, einer Tochter der Deutschen Bank, angebotene iBoxx-€-Sovereigns-Eurozone-AAA-ETF (WKN: DBX0FE) setzt auf beste Schuldnerqualität. Zu diesem Zweck bildet der zugrunde liegende Index nur  die Wertentwicklung von Eurozone-Staatsanleihen ab, die über ein AAA-Rating verfügen, also von höchster Bonität sind. Knapp 80 Prozent des Index entfallen auf deutsche und französische Bonds. Weitere Schuldnerländer sind die Niederlande, Österreich, Finnland und Luxemburg. Die jährlichen Managementgebühren betragen 0,15 Prozent.

Der AAA-Government-Bond-EuroMTS-Index-ETF von Amundi

Einen Tick günstiger (jährliche Managementgebühr von 0,14 Prozent) ist der AAA-Government-Bond-EuroMTS-Index-ETF (WKN: A1H 6W4) von Amundi, einem großen französischen Anbieter von Exchange Traded Funds. Auch mit diesem Indexfonds können Anleger in AAA-Bonds aus dem Euroraum investieren. Wie beim ETF von db x-trackers müssen die im Index vertretenen Staatsanleihen auf Euro lauten sowie über eine Restlaufzeit von mindestens einem Jahr und ein Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro verfügen.

Mehr Zinsen, mehr Risiko mit dem db x-trackers iBoxx-€-Sovereigns-Eurozone-Yield-Plus-ETF
Wem die Renditen von AAA-Anleihen zu dürftig sind, der hat mit dem iBoxx-€-Sovereigns-Eurozone-Yield-Plus-ETF (WKN: DBX0HM) von db x-trackers eine spekulative Möglichkeit, gezielt auf höher verzinsliche Papiere auszuweichen. Der zugrunde liegende Index beinhaltet Staatsanleihen der fünf Mitgliedsstaaten der Eurozone mit der höchsten 5-jährigen Anleiherendite.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass es mit der Kreditwürdigkeit dieser Länder nicht zum Besten bestellt ist. Immerhin: Rund 92 Prozent der Rentenpapiere im Anleihenportfolio verfügen zumindest über ein AA-Rating. Dennoch finden sich im Yield-Plus-Index auch Staatsanleihen der PIGS-Länder Portugal, Irland und Spanien (Griechenland ist nicht enthalten). Italien, das mit 55 Prozent den höchsten Anteil stellt, und Belgien vervollständigen das Quintett.

Die Endfälligkeitsrendite beträgt immerhin knapp über 5 Prozent. Die jährlichen Managementgebühren betragen 0,15 Prozent - deutlich mehr, als mit AAA-Anleihen zu erzielen sind. Allerdings ist dieser Exchange Traded Fund nur für risikobereite Investoren als Beimischung in einem ansonsten gut strukturierten Wertpapierdepot empfehlenswert.

Auf die Risiken von Zinsänderungen achten

Die Vielzahl von inzwischen angebotenen Renten-ETFs bieten Investoren eine gute Gelegenheit, differenziert nach Bonität und Land in europäische Staatsanleihen zu investieren. Allerdings: Die den ETFs zugrunde liegenden Indizes bilden die Kursentwicklung von Anleihen ab. Das heißt: Fallen die Zinsen, steigen die Anleihekurse - und umgekehrt. In der Vergangenheit war das kein Problem, da die Notenbanken infolge der Finanzmarktkrise die Leitzinsen drastisch senkten. Doch der Spielraum nach unten ist ausgereizt. In absehbarer Zeit sind zumindest moderat steigende Zinsen denkbar.

Tipp

Über die künftige Zinsentwicklung sollten Sie sich vor dem Kauf des ETFs eine klare Meinung gebildet haben. Beachten Sie: Steigende Marktzinsen führen bei Anleihen zu sinkenden Kursen. Je länger die Restlaufzeit einer Anleihe ist, desto größer ist das Kursrisiko. Steigt z.B. der 10-Jahres-Zins von 2,5 Prozent auf 4 Prozent p.a., sinkt der Kurs einer Anleihe mit 10-jähriger Laufzeit um etwa 15 Prozent.

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