Nun auch ETF-Investition in hochverzinsliche Unternehmensanleihen möglich

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Angesichts der Sorgen um die Zahlungskraft von Euro-Nationen wie Griechenland, Spanien, Italien und neuerdings sogar Frankreich und Belgien suchen Anleger verstärkt Sicherheit bei Unternehmensanleihen. Der bisher unerschütterliche Glaubenssatz, dass die öffentliche Hand mehr Sicherheit bietet als private Gesellschaften, gerät ins Wanken. Ob die in Brüssel beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Krisenländer das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Staaten wiederherstellen, erscheint ungewiss.

Während Unternehmensanleihen mit Spitzen-Ratings in der Regel nur einen geringen Renditevorsprung vor staatlichen Zinstiteln mit erstklassigem Rating erzielen, sind aus Anlegersicht Unternehmensanleihen von Unternehmen mit schlechteren Bewertungen deutlich attraktiver. Zur Kategorie dieser Hochzinsanleihen (Junk-Bonds oder auch High-Yield-Bonds) zählen alle Anleihen, die von den US-amerikanischen Rating-Agenturen Standard&Poor's oder Moody's maximal die Note BB plus bzw. Ba1 oder schlechter erhalten. Im Gegensatz zu Anleihen mit BBB-Bewertung ( Investmentgrade, kurz IG) werden sie auch als Non-IG's, als Nicht-Investmentgrade-Anleihen bezeichnet.

iShares bietet seit Kurzem mit dem iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN: A1C8QT) einen neuen Renten-ETF an, mit dem Anleger in Euro-Anleihen von internationalen Unternehmen investieren können. Der Markit iBoxx Euro High Yield Index bildet dabei die Entwicklung hochverzinslicher Unternehmensanleihen (High-Yield-Bonds) und deren Zinszahlungen ab. Die durchschnittliche Höhe der jährlichen Zinskupons liegt derzeit bei rund 8 %. Momentan gibt es viele High-Yield-Bonds am Markt. Weil sich seit der Finanzkrise Banken mit neuen Krediten eher zurückhalten, sind viele Unternehmen derzeit gezwungen, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren. Ein Mittel dazu ist das Begeben von Unternehmensanleihen.

Mit diesem ETF sind Sie in über 200 Unternehmensanleihen investiert

Der Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index, der vom Indexanbieter Markit entwickelt wurde, umfasst Unternehmensanleihen mit einem ausstehenden Volumen von mindestens 250 Millionen Euro und einer Restlaufzeit zwischen 2 und 10,5 Jahren. Die einzelnen Indexwerte werden anhand der durchschnittlichen Einstufungen führender Rating-Agenturen wie Fitch, Standard & Poor's und Moody's ausgewählt. Derzeit besteht der Index aus über 200 hochverzinslichen Unternehmensanleihen. Knapp zwei Drittel der enthaltenen Anleihen haben aktuell ein BB-Rating, während auf Anleihen mit einem CCC-Rating lediglich 5 % entfallen. Unternehmen aus den Branchen Konsum- und Industriegüter sowie Grundstoffe machen nahezu die Hälfte des Indexgewichts aus, wobei derzeit keine Einzelanleihe eine Gewichtung von mehr als 2 % aufweist.

Der Index minimiert auch Klumpenrisiken innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums: Der Index enthält zwar nur auf Euro lautende Unternehmensanleihen; die Emittenten kommen aber auch aus dem Ausland. So enthält der Index z.B. auch Unternehmensanleihen aus den USA, Kanada, Australien, Südafrika und Kasachstan. Die Anleihen französischer Unternehmen sind mit 21 % am stärksten gewichtet. An zweiter Stelle folgen luxemburgische Anleihen (16 %) und auf Platz drei niederländische (15 %). Deutschland liegt mit einem Anteil von 14 % auf Platz 4.

Wie für iShares typisch, wird die Indexabbildung durch den physischen Erwerb der im Index enthaltenen Anleihen dargestellt. Auf die in letzter Zeit ins Zwielicht geratene Indexnachbildung mittels sog. Swaps wird verzichtet. Die Kosten des ETFs sind mit 0,5 % an jährlichen Managementgebühren zwar höher als bei anderen Renten-ETFs. Dies ist aber aufgrund des komplexen und schwierigen Marktsegments gerechtfertigt. Für risikobereite Anleger stellt der Indexfonds eine attraktive Beimischung in einem ansonsten gut strukturierten Renten-Depot dar.

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