Emerging-Market-Anleihen: Antizyklischer Einstieg mit Währungsabsicherung

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Die Schwäche der Währungen in vielen Schwellenländern – neben Südasien gehören auch Länder wie Südafrika, Indien und Brasilien dazu – treffen viele Anleger unerwartet. Während Aktien aus Schwellenländern immer als riskant angesehen wurden, priesen viele Banken und Fondsgesellschaften Anleihen aus diesen Ländern nicht nur als attraktiv verzinste, sondern auch als sichere Alternative zu den niedrigverzinslichen Anleihen aus Nordamerika und Europa. Doch soziale Unruhen in Brasilien, Aufstände in Ägypten und eine chinesische Führung, die ein langsameres Wachstum in Kauf nimmt, verschrecken nun die Anleger.

Die in US-Dollar ausgegebenen Anleihen der Schwellen- und Entwicklungsländer erlebten so im zweiten Quartal 2013 den stärksten Kursrückgang seit der Asienkrise 1998. Die in heimischer Währung notierten Anleihen sind seit 2003 nicht mehr so stark gefallen. Verantwortlich dafür ist die Furcht vor einer Verknappung der Liquidität durch die US-Notenbank sowie die Strukturprobleme in vielen Schwellenländern. Durch den Kursrückgang der Währungen haben die Renditen ein sehr hohes Niveau erreicht, da die betroffenen Notenbanken sich mit hohen Leitzinsen gegen die Schwindsucht ihrer Währungen stemmen. So können Anleger z.B. mit Real-Anleihen aus Brasilien derzeit Renditen von über 11 % einstreichen.

Antizyklisch in Anleihen von Schwellenländern investieren

Für antizyklische Anleger eröffnet der Kursrückgang der letzten Monate eine günstige Einstiegsgelegenheit. Solche Anleger setzen darauf, dass die Zinsen in den Schwellenländern eher wieder fallen werden. Denn das Wirtschaftswachstum wird nicht mehr die Traumraten früherer Jahre erreichen. Neben den hohen Leitzinsen, die die Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen, sorgen dafür vor allem strukturelle Hemmnisse wie z.B. in Indien. Niedrigeres Wachstum bedeutet in der Regel jedoch auch wieder niedrigere Zinsen und damit Kursgewinne bei den schon auf dem Markt befindlichen Anleihen.

Der Kursrückgang bei den Schwellenländeranleihen hat auch mit dem Abwertungsdruck auf die Währungen zu tun. Beachten Sie deshalb, dass Sie mit einem Investment in diesem Anlagesegment ein Währungsrisiko eingehen, es sei denn, die Anleihe lautet auf Euro. Trotzdem eignen sich Schwellenländeranleihen als eine gute Depotbeimischung für risikobewusste Anleger.

Wer bei seinem Engagement in Emerging-Market-Anleihen das Währungsrisiko reduzieren möchte, kann seit Kurzem auf den iShares J.P. Morgan $ EM Bond EUR Hedged ETF (WKN: A1W0PN) zurückgreifen. Der börsennotierte Exchange Traded Fund mit Euro-Absicherung bietet Zugang zu auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen von Schwellenländern. Dabei werden nur Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens zwei Jahren und mit einem ausstehenden Volumen von mindestens einer Milliarde US-Dollar aufgenommen. Der dem ETF als Basiswert zugrunde liegende Index J.P. Morgan EMBI Global Core Index umfasst ferner ein monatliches Sicherungsgeschäft in Form eines Devisenterminkontrakts mit einer Laufzeit von einem Monat zur Reduzierung des Risikos von Währungsschwankungen zwischen dem Euro und dem US-Dollar. Die Ausschüttungsrendite beträgt aktuell rund 6 % p.a. Die Zinsen werden monatlich an den Anleger ausbezahlt.

Quelle: Der GeldBerater, August 2013

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