Verlustverrechnung: Was gilt bis und ab 2009?

 - 

Kursgewinne mit Aktien sind nach aktuellem Recht steuerpflichtig, wenn sie innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erzielt werden. Diese Frist entfällt für Aktien, die ab 1.1.2009 gekauft werden. Dann ist Abgeltungssteuer zu zahlen.

Seitdem die Kontrollmöglichkeiten des Fiskus nahezu lückenlos funktionieren, ist das sogar verfassungskonform, wie das Bundesverfassungsgericht kürzlich entschieden hat (Az. 2 BvR 294/06). Kaum jemand kann sich nunmehr der Besteuerung entziehen.

Kurzfristige Kursgewinne müssen Sie derzeit freilich nur zur Hälfte versteuern. Und Sie können Kursverluste – ebenfalls zur Hälfte – gegenrechnen. Übersteigen die Verluste die Gewinne oder liegt die Summe unterhalb der Freigrenze von 512 Euro (Ehepaare 1024 Euro), können Sie die Verrechnung mit Gewinnen in das kommende Jahr übertragen.

Diese Verlustverrechnung kann sich bezahlt machen, wenn Sie Gewinne mit Aktien erzielen, die Sie nach dem 1.1.2009 erworben haben, unabhängig davon, wie lange die Aktien in Ihrem Depot waren. Denn diese unterliegen künftig ebenfalls der Besteuerung.

Grund: Die kommende Abgeltungssteuer benachteiligt alle langfristig anlegenden Aktionäre. Sie müssen nun auch Gewinne von Aktien, die Sie nach dem 1.1.2009 erworben und länger als ein Jahr gehalten haben, mit dem Fiskus teilen. Um immerhin bis zu rund 28,5 Prozent  (25 Prozent plus Soli und ggf. Kirchensteuer  sinkt dadurch der Aktiengewinn.

Verlustverrechnung ab 2009

Ab 1.1.2009 werden zunächst die Gewinne und Verluste aus Wertpapieren, die nach dem 1.1.2009 angeschafft wurden, untereinander verrechnet. Erst dann können Altverluste verrechnet werden.

Für Altverluste, also für Verluste mit Aktien, die Sie vor dem 1.1.2009 erworben und innerhalb der Spekulationsfrist verkauft haben, gibt es eine Übergangszeit bis 31.12.2013.

Verkaufen Sie diese Aktien innerhalb eines Jahres mit Verlust, können Sie diese Verluste noch nach dem 1.1.2009 mit Aktiengewinnen verrechnen. Nicht verrechenbar sind dagegen Altverluste außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist.

Geldtipp
Sparplanbesitzer sollten ab 1.1.2009 einen neuen Fondssparplan besparen, um die Steuerfreiheit ihrer Fondsanteile sicher zu gestalten, die sie vor 2009 angespart haben. Denn wenn sie zwischenzeitlich Geld benötigen, können sie dann auf den neuen Fondssparplan zurückgreifen. Andernfalls werden die Anteile als verkauft betrachtet, die zuerst gekauft wurden. Das wäre ungünstig, weil bei diesen Fonds die Wertsteigerung weiterhin steuerfrei geblieben wäre.

Weitere News zum Thema

  • Geldtipps-Blog: Aktien zur Altersvorsorge?

    [] (ms) Da die gesetzliche Rente sinkt, muss zusätzlich für den Ruhestand gespart werden. Rentenversicherungen sind dabei das Mittel der Wahl - am besten mit staatlicher Förderung. Da derzeit die Zinsen extrem mager ausfallen, liegt es nahe, alternativ mit Aktienfonds fürs Alter zu sparen. Doch ist das nicht viel zu riskant? mehr

  • Aktienrente: 20 Prozent Zulage vorgeschlagen

    [] Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat zusammen mit den Fondsgesellschaften Deka und Union Investment sowie der Privatbank Metzler eine Initiative ergriffen, um die Aktienkultur in Deutschland zu verbessern. Die aktienorientierte Altersvorsorge solle staatlich gefördert werden. mehr

  • Brexit: Risiko oder Chance?

    [] Nach dem EU-Referendum der Briten stehen die Zeichen an den Börsen auf Verkaufen. Doch bietet der Brexit auch eine Chance, die jeder Anleger nutzen kann. mehr

  • Börse: Bei Kursrückschlägen die Nerven bewahren

    [] Nach den Turbulenzen an den Börsen in diesem Jahr dürften sich viele Anleger die Frage stellen, ob ein Engagement in Aktien derzeit nicht zu risikoreich ist. Doch heftigere Schwankungen an den Aktienmärkten sind völlig normal. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.