So schützen Sie sich vor unseriösen Aktienplatzierungen

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Das Risiko, unseriöse Aktienplatzierungen zu erwerben, können Sie durch ein genaues Studium des begleitenden Informationsmaterials minimieren, wenn auch nicht gänzlich ausschließen.

Firmen müssen vor dem erstmaligen öffentlichen Verkauf von Wertpapieren, die nicht zum Handel an einer inländischen Börse zugelassen sind, einen Verkaufsprospekt bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hinterlegen.

Dieser muss bestimmte, gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandards erfüllen. So enthält der Verkaufsprospekt z.B. wesentliche Angaben über die Geschäftstätigkeit, das Management, die Historie der Firma sowie über deren Kapitalausstattung. Daraus ist auch die Anzahl und der Preis der zu platzierenden Aktien ersichtlich.

Überprüfen Sie, ob das Unternehmen einen Verkaufsprospekt bei der BaFin eingereicht hat. Im Internet finden Sie unter www.bafin.de eine alphabetisch geordnete Übersicht mit allen dort hinterlegten Verkaufsprospekten. Wenn Sie dort den Namen Ihres Anbieters außerbörslicher Aktien nicht finden können, so sollten Sie umgehend die BaFin informieren, damit die Behörde gegen den Anbieter vorgehen kann.

Firmen, die ihre Aktien außerbörslich verkaufen wollen, werben gerne mit dem Argument, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ihren Verkaufsprospekt geprüft hat.

Bei Firmen, die mit diesem Argument für den Verkauf ihrer Aktien werben, ist Vorsicht angebracht. Denn die BaFin kontrolliert lediglich die Vollständigkeit des Anlageprospekts. Überprüft wird jedoch nicht die Korrektheit der darin gemachten Angaben.

Auch die Angaben im Verkaufsprospekt über die Zusammensetzung des Managements und Aufsichtsrats können hilfreich sein. Denn viele Betrüger am grauen Kapitalmarkt sind Wiederholungstäter. Einmal mit einem unseriösen Angebot ertappt, wird schnell eine neue Firma ins Leben gerufen, um deren Anteile wiederum bei Anlegern zu platzieren.

Im Internet können Sie auf den Seiten von www.anlageschutzarchiv.de die Personen im Vorstand und Aufsichtsrat auf ihre Vergangenheit hin überprüfen. Tauchen nach der Eingabe der Namen Hinweise auf frühere Tätigkeiten bei unseriösen Firmen auf, so sollten Sie besonders skeptisch sein. Auch über Suchmaschinen wie www.google.de erhalten Sie meist nützliche Informationen zur Historie der Initiatoren.

Bereits dem Deckblatt des Verkaufsprospekts sollte zu entnehmen sein, wie viele Aktien zu welchem Preis platziert werden. Darüber hinaus enthält der Verkaufsprospekt Informationen darüber, wie viele Aktien insgesamt emittiert werden.

Wenn Sie die Stückzahl der ausgegebenen Aktien mit dem Angebotspreis multiplizieren, erhalten Sie den Unternehmenswert auf Basis des Emissionspreises. Setzen Sie diesen dann in Relation zu den Geschäftszahlen der Firma. So besitzen Sie einen Anhaltspunkt, ob der Emissionspreis zu hoch angesetzt wurde oder fair ist. Äußerste Vorsicht ist geboten, wenn Gesellschaften nur einen kleinen Teil – etwa ein oder nur zwei Prozent der Aktien – emittieren. In diesen Fällen profitieren vor allem die Altaktionäre, da zwar neues Geld in die Firma kommt, sie aber fast alle Anteile halten.

Der Finanzteil des Verkaufsprospekts bietet Ihnen Einblick in die Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre. Dort finden Sie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sowie die Bilanz der Firma. Diese muss von einem Wirtschaftsprüfer testiert sein.

Oft werden von den Betrügern über den Wirtschaftsprüfer falsche Angaben gemacht. Ziehen Sie deshalb Erkundigungen ein, ob es diesen Wirtschaftsprüfer überhaupt gibt und wenn ja, ob diese Firma von ihm geprüft wurde.

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