So bleibt mehr Netto von der Dividende übrig

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Aktionäre haben das Recht auf eine Beteiligung an dem Gewinn, der von der Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr ausgewiesen wurde. Traditionell erreicht hierzulande zwischen Mai und Juni die Dividendensaison ihren Höhepunkt.

Die Dividendenzahlungen unterliegen unabhängig vom Herkunftsland in voller Höhe der Abgeltungsteuer, sofern der persönliche Sparerpauschbetrag von 801,00 € (Verheiratete 1.602,00 €) ausgeschöpft ist. Für das Finanzamt entscheidend ist der Zeitpunkt der Kontogutschrift. Für welches Wirtschaftsjahr die Dividende gezahlt wird. Wie lange die Aktien im Depot lagen, ist unerheblich.

Mit dem Kauf von Index-Zertifikaten auf einen Performanceindex, wie z. B. den DAX, können Anleger die Sofortbesteuerung der Dividendenzahlung vermeiden. Bei Performanceindizes werden die gezahlten Dividenden dem Index wieder gutgeschrieben und erhöhen dadurch dessen Wert. Die Anleger erreichen dadurch einen Stundungseffekt der Steuer. Denn entstandene Kursgewinne sind erst beim Verkauf des Zertifikates steuerpflichtig. Ein solches Index-Zertifikat bietet z. B. die Deutsche Bank an (WKN: 709335). Das ohne Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) gehandelte Endlospapier (kein Laufzeitende) kann börsentäglich ge- oder verkauft werden. Für das Zertifikat werden von der Deutschen Bank auch keine laufenden jährlichen Verwaltungsgebühren berechnet.

Am ersten Börsenhandelstag nach der Hauptversammlung notiert die Aktie mit dem Kurszusatz ex D (ohne Dividende). Die Höhe der Dividendenausschüttung wird deshalb vom Kurs abgezogen, weil der Käufer der Aktien ab diesem Tag nicht mehr in den Genuss der Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr kommt. Der Kurs der Aktien sinkt am Tag nach der Hauptversammlung um die Höhe der gezahlten Dividende. Rein wirtschaftlich gesehen ändert sich für Sie somit nichts.

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Zu viel gezahlte ausländische Quellensteuer zurückfordern

Dividenden erhalten Sie nicht nur von deutschen, sondern auch von ausländischen Aktiengesellschaften. Schütten Konzerne mit Sitz im Ausland Gewinne aus, dann behält der dortige Fiskus über die Quellensteuer gleich einen Teil der Dividende ein. Beträgt der von der Ausschüttung einbehaltene Quellensteuersatz maximal 15 %, dann verrechnen die inländischen Depotbanken den Betrag bei der Auszahlung mit der Abgeltungsteuer. Ist der Quellensteuersatz dagegen höher als 15 %, dann wird der über diesen Wert hinausgehende Anteil in Deutschland nicht steuermindernd berücksichtigt.

Als Anleger können Sie sich die zu viel gezahlte Quellensteuer zurückholen. Dazu benötigen Sie jedoch ein Antragsformular zur Rückerstattung der im Ausland zu viel einbehaltenen Quellensteuer. Manche Banken haben solche Formulare vorrätig. Ansonsten müssen Sie die Formulare von der Internetseite des Bundeszentralamts für Steuern unter bzst.de herunterladen. Nachdem Sie dieses Formular ausgefüllt und mit einer Bestätigung Ihres Finanzamts versehen haben, dass Sie in Deutschland besteuert werden, können Sie den Antrag abschicken. In den meisten europäischen Ländern werden Sie das Geld innerhalb von vier bis sechs Wochen erhalten. Allerdings gibt es auch Länder wie Italien und Frankreich. Hier kann es mitunter 8 bis 10 Jahre dauern, bis das Geld auf dem Konto landet. Bedenken Sie, dass das Rückerstattungsverfahren Zeit und eventuell Gebühren kostet, sodass es sich nur bei größeren Beträgen lohnt.

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