So bleibt Ihnen mehr Netto von der Dividende übrig

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Aktionäre haben das Recht auf eine Beteiligung an dem Gewinn, der von der Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr ausgewiesen wurde. Die Höhe der Dividende fällt gegenüber dem Vorjahr zwar dieses Mal oft geringer aus. Doch im Vergleich zur Anlage in festverzinsliche Wertpapiere kann sich die mit vielen Aktien zu erzielende Dividendenrendite sehen lassen.

Die Dividendenzahlungen unterliegen unabhängig vom Herkunftsland in voller Höhe der Abgeltungsteuer, sofern der persönliche Sparerpauschbetrag von   801 Euro (Verheiratete   1.602 Euro) ausgeschöpft ist. Für das Finanzamt entscheidend ist der Zeitpunkt der Kontogutschrift. Für welches Wirtschaftsjahr die Dividende gezahlt wird und wie lange die Aktien im Depot lagen, ist unerheblich.

Tipp
Mit dem Kauf von Index-Zertifikaten auf einen Performanceindex, wie z.B. den DAX, können Anleger die Sofortbesteuerung der Dividendenzahlung vermeiden. Bei Performanceindizes werden die gezahlten Dividenden dem Index wieder gutgeschrieben und erhöhen dadurch dessen Wert. Die Anleger erreichen dadurch einen Stundungseffekt der Steuer. Denn entstandene Kursgewinne sind erst beim Verkauf des Zertifikats steuerpflichtig. Ein solches Index-Zertifikat bietet z.B. die Deutsche Bank an (WKN: 709335). Das ohne Spread (= Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) gehandelte Endlospapier (= kein Laufzeitende) kann börsentäglich ge- oder verkauft werden. Für das Zertifikat werden von der Deutschen Bank auch keine laufenden jährlichen Verwaltungsgebühren berechnet.

Der Wert der Aktie fällt am Tag der Dividendenzahlung um den Wert der Ausschüttung

Am ersten Börsenhandelstag nach der Hauptversammlung notiert die Aktie mit dem Kurszusatz "ex D" (ohne Dividende). Die Höhe der Dividendenausschüttung wird deshalb vom Kurs abgezogen, weil der Käufer der Aktien ab diesem Tag nicht mehr in den Genuss der Ausschüttung für das vergangene Geschäftsjahr kommt. Der Kurs der Aktien sinkt am Tag nach der Hauptversammlung um die Höhe der gezahlten Dividende. Rein wirtschaftlich gesehen ändert sich für Sie somit nichts.

Tipp
Verkaufen Sie jedoch Ihre Anteile am Tag nach der Hauptversammlung mit Verlust, dann können Sie das realisierte Kursminus nicht mit den erhaltenen Dividenden verrechnen. Daher könnte es sich anbieten, die Aktien spätestens am Tag der Hauptversammlung zu verkaufen. Lagen die Werte bereits Ende 2008 im Depot, bleibt die Dividende indirekt über den höheren realisierten Ertrag steuerfrei. Dafür verzichten Sie allerdings bei diesen Aktienpositionen auf den Bestandsschutz: Veräußerungsgewinne aus Verkäufen dieser Papiere unterliegen nicht der Abgeltungsteuer. In diesen Fällen ist deshalb ein Verkauf nicht ratsam.
Anders ist die Situation dagegen, wenn Sie noch über alte Spekulationsverluste verfügen und gleichzeitig Ihre nach 2008 georderten Aktien im Plus notieren. Hier lohnt ein Verkauf vor der Hauptversammlung. Ihr Gewinn wird mit dem Minus der Vergangenheit verrechnet und führt zu steuerfreien Einnahmen. Diese Strategie ist auch bei Aktienfonds anwendbar, wenn die Anteile direkt vor dem Ausschüttungs- oder Thesaurierungstermin verkauft werden.

 

Zu viel gezahlte ausländische Quellensteuer zurückfordern

Dividenden erhalten Sie nicht nur von deutschen, sondern auch von ausländischen Aktiengesellschaften. Schütten Konzerne mit Sitz im Ausland Gewinne aus, dann behält der dortige Fiskus über die Quellensteuer gleich einen Teil der Dividende ein. Beträgt der von der Ausschüttung einbehaltene Quellensteuersatz maximal 15 Prozent, dann verrechnen die inländischen Depotbanken den Betrag sofort bei der Auszahlung mit der Abgeltungsteuer. Ist der Quellensteuersatz dagegen höher als 15 Prozent, dann wird der über diesen Wert hinausgehende Anteil in Deutschland nicht mehr steuermindernd berücksichtigt.

Tipp
Als Anleger können Sie sich die zu viel gezahlte Quellensteuer zurückholen. Dazu benötigen Sie jedoch ein Antragsformular zur Rückerstattung der im Ausland zu viel einbehaltenen Quellensteuer. Manche Banken haben solche Formulare vorrätig. Ansonsten müssen Sie die Formulare von der Internetseite des "Bundeszentralamts für Steuern" (früher: Bundesamt der Finanzen) unter www.bzst.de herunterladen. Nachdem Sie dieses Formular ausgefüllt und mit einer Bestätigung Ihres Finanzamts versehen haben, dass Sie in Deutschland besteuert werden, können Sie den Antrag abschicken. In den meisten europäischen Ländern werden Sie das Geld innerhalb von vier bis sechs Wochen erhalten. Allerdings gibt es auch Länder wie Italien, wo es etwas länger dauert. Manche Banken übernehmen für Sie sogar die Arbeit und stellen für Sie den Rückerstattungsantrag. Bedenken Sie jedoch, dass das Rückerstattungsverfahren Zeit und eventuell Gebühren kostet, sodass es sich nur bei größeren Beträgen lohnt. Als Faustregel gilt: In EU-Ländern lohnt sich die Rückforderung ab etwa   250 Euro, im außereuropäischen Ausland ab rund   500 Euro.

 

Unternehmen, die steuerfreie Dividenden zahlen

Bedienen Unternehmen wie z.B. die Deutsche Post die Ausschüttung aus dem Einlagenkonto statt dem laufenden Gewinn, dann fällt keine Abgeltungsteuer an. Allerdings ziehen in diesem Fall die Banken die Dividenden vom ermittelten Anschaffungspreis der Aktie ab. Für Sie ist das immerhin ein Zahlungsaufschub. Werden die Aktien später einmal verkauft, dann wächst der steuerpflichtige Gewinn durch den geringeren Einstandspreis. Eine echte Steuerersparnis erhalten nur Anleger, die ihre Aktien bereits 2008 im Depot hatten. Bei diesen Anlegern bleibt der spätere Verkauf der Aktien steuerfrei.

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