Safe- und Safe-Plus-Zertifikate: Mehr Sicherheit für Anleger

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Viele Anleger wollen bald an die Börsen zurückkehren. Doch ihre Nerven sind weiterhin angespannt. Gut, dass es mittlerweile einige Produkte mit Sicherheitspolster gibt.

Der Sicherheitsaspekt spielt in Zeiten der Subprime-Krise an den Finanzmärkten eine immer wichtigere Rolle. Geplatzte Immobilienkredite und die um sich greifende Angst vieler Anleger um ihr Erspartes bestimmen das aktuelle Bild an den Börsen. Andererseits bieten die stark zurückgekommenen Kurse vieler Bluechips gerade jetzt wieder eine Menge an interessanten Einstiegsgelegenheiten in den Markt. Günstige Zeiten also z.B. für den Einstieg in sog. Safe-Zertifikate.

Safe-Zertifikate sind eine relativ neue Variante von Garantiezertifikaten, die sich nicht nur auf Indizes, sondern erstmals auch auf zahlreiche deutsche Einzelwerte aus DAX und MDAX beziehen. Als erster Emittent brachte im vergangenen Jahr Goldman Sachs die Papiere auf den Markt. Inzwischen sind andere Anbieter wie die Commerzbank, Dresdner Kleinwort oder die französische Großbank BNP Paribas gefolgt.

Wie bei Garantieprodukten üblich erhalten Anleger bei Safe-Zertifikaten am Ende der Laufzeit eine fixe Mindestauszahlung. Darüber hinaus nehmen sie an steigenden Kursen teil. Im Angebot haben die Banken sowohl Produkte mit voller Teilhabe an Kursgewinnen als auch Papiere mit begrenzten Gewinnchancen. Bei letzteren - BNP nennt sie "Safe Cap", die Dresdner Bank "Safe Plus" - ist dafür der Kaufpreis niedriger als bei reinen Safe-Zertifikaten.

Beim Kauf von Safe-Zertifikaten können Anleger ihre individuelle Risikoneigung berücksichtigen

Das Besondere im Vergleich zu bisher gängigen Garantiezertifikaten ist bei Safe-Zertifikaten, dass Anleger je nach individueller Risikoneigung zwischen verschiedenen Sicherheits-Leveln wählen können. Beispielsweise kann das Garantieniveau bei 80, 90 oder 100 Prozent des eingesetzten Kapitals liegen. Dabei geht ein niedrigerer garantierter Festbetrag immer mit erhöhten Renditechancen einher, weil Zertifikate mit geringerem Schutzlevel günstiger verkauft werden als sicherere Varianten und somit bei steigenden Kursen stärker profitieren.

Beispiel für ein Safe-Zertifikat auf eine Aktie

Ein Safe-Zertifikat der Dresdner Bank mit einer Laufzeit von einem Jahr und einem Bezugsverhältnis von 1:1 hat als Basiswert die Deutsche Telekom. Die Mindestrückzahlung (Garantie) beträgt 15 Euro. An Kursgewinnen der Aktie über diesen Preis hinaus profitieren Sie zu 100 Prozent. Zum Kaufzeitpunkt kostet das Zertifikat mit 16 Euro genau so viel wie die Aktie der Deutschen Telekom. Steigt die Aktie nach einem Jahr auf 24 Euro, so zahlt Ihnen die Dresdner Bank 24 Euro für ein Zertifikat aus. Fällt die Aktie dagegen unter die garantierte Mindestrückzahlung auf z.B. 10 Euro, so erhalten Sie trotz des starken Kursverfalls für Ihr Zertifikat die garantierten 15 Euro ausbezahlt. Der Direktkauf der Aktie hätte Ihnen in diesem Fall ein Minus von rund 28,6 Prozent beschert. Mit dem Kauf des Safe-Zertifikates konnten Sie Ihren Verlust auf "nur" 6,25 Prozent reduzieren.

Beispiel für ein Safe-Plus-Zertifikat

Ein Safe-Plus-Zertifikat der Dresdner Bank (Bezugsverhältnis von 0,01) hat als Basiswert den EuroStoxx50. Der Garantielevel liegt bei 3700 Punkten, der Maximalbetrag bei 4300 Punkten. Beim Kauf kostet Sie das Papier 37 Euro. Für die Rückzahlung gibt es nun mehrere Szenarien: Der EuroStoxx50 steigt am Laufzeitende über den Garantielevel von 3700 Punkten hinaus, bleibt aber mit 4273 Punkten unter dem Maximalbetrag von 4300 Punkten stehen. Dann erhalten Sie 42,73 Euro gutgeschrieben (Schlusskurs * Bezugsverhältnis). Klettert der EuroStoxx50 dagegen am Laufzeitende über den Maximalbetrag von 4300 Punkten hinaus, dann erhalten Sie trotzdem "nur" den Maximalbetrag in Höhe von 43 Euro (Maximalbetrag * Bezugsverhältnis). Fällt dagegen der EuroStoxx50 am Laufzeitende auf z.B. 2300 Punkte, dann schützt Sie das Zertifikat vor Kursverlusten und Sie erhalten 37 Euro gutgeschrieben (Garantielevel * Bezugsverhältnis).

Der bei Safe-Plus-Zertifikaten eingebaute Maximalbetrag ermöglicht es dem Emittenten, das Zertifikat günstiger anzubieten bzw. eine höhere Mindestrückzahlung zuzusichern, als das bei den normalen Safe-Zertifikaten ohne Maximalbetrag möglich wäre.

Gerade für Anleger, die bei ihren Anlagen stark auf Sicherheit setzen, sind Safe-Zertifikate eine interessante Alternative zur Aktie. Besitzer von Safe-Zertifikaten profitieren voll von Kursanstiegen. Je nach gewähltem Papier ist das Verlustrisiko begrenzt oder sogar gleich null. Einen Nachteil haben die Papiere im Vergleich zu Aktien aber: Im Gegenzug für die Absicherung gegen Rückschläge verzichten Sie auf Dividenden. Bei Werten wie Telekom, Lufthansa oder Deutsche Bank mit attraktiven Dividendenrenditen macht das einen bedeutenden Unterschied.

Geldtipp
Beachten Sie, dass die Kapitalgarantie immer nur am Ende der Laufzeit gilt. Bei einem vorzeitigen Verkauf vor Laufzeitende sind bei diesen Papieren durchaus Verluste möglich. Diese können zwischenzeitlich auch stärker ausfallen als beim zugrunde liegenden Basiswert. Ausschlaggebend hierfür ist die Volatilität (Schwankungsintensität) im Markt: Safe-Zertifikate bestehen aus einer Nullkuponanleihe sowie einer Call-Option auf den Basiswert. Und der Preis dieser Option wird von der Volatilität beeinflusst. Geht die Volatilität während der Laufzeit zurück, drückt das auf den Kurs. Umgekehrt profitieren Sie mit höheren Kursgewinnen, wenn die Volatilität am Markt stärker wird.


Timing: Wann Safe-Zertifikate und wann Safe-Plus-Zertifikate?

Die Frage, ob Sie nun in ein Safe- oder ein Safe-Plus-Zertifikat investieren sollten, lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel erläutern. Die Wahl des Basiswerts fällt dabei auf die Aktie der Siemens AG, die nach dem Höhenflug des vergangenen Jahres im Zuge der heftigen Januar-Korrektur an den Märkten ebenfalls wieder stark zurückgekommen ist und sich aktuell bei einem Kursniveau von 72 Euro stabilisiert hat. In Abhängigkeit von Ihrer persönlichen Kurserwartung stehen Ihnen nun zwei Möglichkeiten offen:
  • Gehen Sie bei Siemens-Aktien von einer starken Kurserholung in den nächsten Monaten aus, dann entscheiden Sie sich für ein Safe-Zertifikat, das eine unbegrenzte Teilhabe an den Kursgewinnen nach oben zulässt. Die Absicherung beträgt in diesem Fall 90 Prozent.
  • Im Fall einer nur moderat erwarteten Kurserholung der Siemens-Aktien in den nächsten Monaten greifen Sie zu einem Safe-Plus-Zertifikat mit einem Maximalbetrag von z.B. 85 Euro und einer Absicherung zu 100 Prozent.

Steuerliche Behandlung der Safe- und Safe-Plus-Zertifikate

Auf Zertifikate mit Kapitalgarantie entfällt knapp ein Drittel des Vermögens, das in Deutschland in Zertifikate investiert ist. Dabei haben die Produkte bisher gegenüber anderen Derivaten einen Nachteil. Weil Garantiezertifikate steuerlich als Finanzinnovation gelten, müssen Sie die Erträge stets voll versteuern. Mit Einführung der Abgeltungssteuer 2009 entfällt dieser Nachteil. Wie für alle anderen Zertifikate, aber auch für Fonds und Aktien, gilt für Garantiepapiere dann der pauschale Steuersatz von 25 Prozent plus Solidarzuschlag und Kirchensteuer.

Die Safe-Plus-Map im Internet hilft bei der Suche nach geeigneten Zertifikaten

Geldtipp
Damit Ihnen die Qual der Wahl für das richtige Safe-Zertifikat leichter fällt, steht die sog. Safe-Plus-Map unter www.zertifikate.dresdner.com als praktische Entscheidungshilfe zur Verfügung.
So funktioniert die Safe-Plus-Map: Jeder Balken symbolisiert ein Zertifikat. Die vertikale Position des Balkens stellt den Garantielevel, die horizontale die Laufzeit bzw. den Abstand zwischen Maximalbetrag und Garantielevel dar. Dabei gilt das Daumen-Prinzip: Je kleiner der Abstand zwischen Maximalbetrag und Garantielevel, desto sicherheitsorientierter ist das zugrunde liegende Zertifikat ausgestattet. Um nun die Auswahl zu erleichtern, wird jeweils das Zertifikat markiert, das preislich am nächsten am aktuellen Kurs des Basiswertes notiert. Wenn man den Mauszeiger über einen Balken zieht, werden weitere Detailinformationen zum jeweiligen Produkt angezeigt. Mit einem weiteren Klick gelangt man schließlich direkt zur gewünschten Produktseite.

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