Profitieren Sie vom Rohstoffboom: Setzen Sie auf rolloptimierte Zertifikate

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Der Goldpreis erklimmt ein neues Kurshoch nach dem anderen, Industriemetalle sind gefragt wie selten zuvor, und bei Öl setzen die Spekulanten auf weiter steigende Kurse. Zwar gab es Anfang Mai einen kräftigen Einbruch bei vielen Notierungen, doch erwarten Experten mittel- und langfristig weiterhin Kurszuwächse, z.B. aufgrund der weltweiten Schuldensituation für die Edelmetalle und aufgrund der beschränkten Reserven für das Öl. Um von den steigenden Preisen im Rohstoffsektor zu profitieren, setzen deshalb viele Investoren verstärkt auf Rohstoff-Zertifikate.

Bei Zertifikaten ohne Laufzeitbeschränkung (Open End) kommen in der Regel Kontrakte (engl. Futures) führender Terminbörsen wie Nymex (New York Mercantile Exchange) oder ICE (ehemals International Petroleum Exchange) in London als Basiswert zum Einsatz. Wird ein Future fällig, muss der Emittent einen neuen Kontrakt mit einem späteren Fälligkeitstermin erwerben. Dieser Vorgang wird "rollen" genannt.

Was Sie über Contango und Backwardation wissen sollten

Ob der Inhaber eines Zertifikats davon profitiert, hängt vom Kursabstand zwischen altem und neuem Kontrakt ab. Ist der Preis des Kontrakts höher - ein sog. Contango -, kostet das Rollen Geld. Ist der Preis niedriger (Backwardation), bringt das Rollen Gewinn, es entstehen Rollerträge. Derzeit zeigt die Forwardkurve für Rohöl und viele Metalle allerdings ein Contango an.

Die drohenden Rollverluste lassen sich z.B. bei Edelmetallen durch den physischen Erwerb mit relativ wenig Aufwand vermeiden. Doch z.B. bei Öl und Agrarprodukten (Weizen, Mais, Baumwolle, Kaffee) kaufen die meisten Anleger Rohstoffe gewöhnlich nicht direkt, wenn sie von den Preissteigerungen profitieren wollen. Lieferung und Lagerung der Ware wären hier viel zu kostspielig und außerdem oft unpraktikabel. Durch den Kauf von Terminkontrakten ist somit das Lagerproblem gelöst. Als Problem bleiben jedoch die Rollverluste in Contango-Phasen. Um diese zu minimieren, setzen die Emittenten vermehrt auf sog. rolloptimierte Strategie-Zertifikate.

Zu diesem Zweck bieten Banken spezielle Rohstoff-Zertifikate an, die mit unterschiedlichen Strategien den Rollvorgang optimieren. Bezieht sich das Papier nur auf einen Rohstoff als Basiswert, wird üblicherweise nicht automatisch in den nächstfolgenden Kontrakt gerollt. Stattdessen kann der Emittent einen günstigeren Termin auswählen.

Alternative Konzepte

Einen anderen Weg beschreitet Vontobel. Die Schweizer Bank offeriert seit Herbst 2009 ein Erdgas-Strategie-Papier (WKN: VFP9NG), mit dem der Anleger automatisch zwischen dem Termin- und dem Aktienmarkt hin und her wechselt. Im Erdgas-Future ist der Anleger nur investiert, wenn die Forward-Kurve eine Backwardation anzeigt, also Rollerträge erwirtschaftet werden. Sobald der Terminmarkt ins Contango dreht, bildet das Zertifikat nicht mehr die Wertentwicklung des Erdgas-Futures, sondern die Performance eines Aktienkorbes aus 15 großen amerikanischen Gaskonzernen ab. Die Idee leuchtet ein: Bei steigenden Terminkursen sollten die Gaskonzerne bessere Ergebnisse erzielen, die für höhere Börsenkurse sorgen.

Nicht auf einen bestimmten Trend, sondern auf eine marktneutrale Alpha-Strategie setzen Investoren mit dem währungsgesicherten Zertifikat (WKN: SG1MNQ) der Société Générale auf den SGI Smart Commodities Market Neutral-Index. In diesem rolloptimierten Index kombiniert die französische Großbank mehrere Verfahren zur Rolloptimierung. Neben saisonalen Schwankungen und der eventuellen Wahl eines später fälligen Kontrakts spielt auch ein quantitatives Kriterium eine wichtige Rolle: Kommt es im Rahmen eines starken Kursanstiegs zu einer Volumenspitze, bleibt die Bank diesem Markt fern. Der Ansatz war in der Rückrechnung erfolgreich und zeigt gegenüber seiner Benchmark, dem breit gestreuten Rohstoffindex S&P GSCI ER, eine deutliche Outperformance.

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