Mit Rolling-Discount-Zertifikaten von den wieder gestiegenen Volatilitäten profitieren

Solange die Aktienkurse in den letzten drei Jahren nur die Richtung nach oben kannten, vermochten Discount-Zertifikate den Anleger wenig zu begeistern. Wegen der niedrigen Volatilitäten fielen die zu erzielenden Renditen eher mager aus. Nur bei riskanten Nebenwerten konnten noch zehn Prozent und mehr pro Jahr herausgeholt werden.

Doch die jüngsten Kursrückschlägen und die anhaltende Nervosität an den Märkten beschert den Discount-Zertifikaten ein Comeback: Aufgrund gestiegener Volatilitäten sind für den Anleger beim Einstieg in den Aktienmarkt mittels Discount-Zertifikaten nun größere Rabatte drin als noch vor wenigen Monaten. Die Volatilität kennzeichnet wie stark der Kurs etwa einer Aktie in einem bestimmten Zeitraum um den Mittelwert dieser Periode geschwankt hat. Die Volatilität ist damit ein Maß für das Risiko einer Anlage: Ist der Markt unsicher, geht dies mit hohen Volatilitäten einher.

So funktionieren klassische Discount-Zertifikate

Discount-Zertifikate liegen mit ihrem Chance-Risiko-Profil zwischen Anleihe und Aktie. Mit Discount-Zertifikaten können Sie einen Basiswert (Aktien und Aktienindizes) mit einem Rabatt auf den aktuellen Kurswert kaufen. Der Rabatt kann je nach Basiswert, Emittent und Laufzeit der Zertifikate beträchtlich sein: 30 Prozent Abschlag vom aktuellen Kurswert und mehr sind keine Seltenheit. In unsicheren Zeiten mit hoher Volatilität fällt dieser Rabatt größer aus als in ruhigen Börsenzeiten. Der Abschlag wirkt außerdem wie ein Sicherheitspuffer gegenüber Kursrückschlägen und bietet Ihnen selbst bei stagnierenden oder leicht nachgebenden Kursen der entsprechenden Aktien oder Indizes lukrative Gewinnchancen.

Die höchsten Rabatte erzielen Discount-Zertifikate mit extrem kurzer Restlaufzeit. Sinnvoll wäre es somit, die Papiere stets kurz vor dem Verfall zu erwerben und sich dann den entsprechenden Geldbetrag oder die zugrunde liegenden Wertpapiere aushändigen zu lassen. Der ins Depot gebuchte Basiswert müsste umgehend wieder verkauft und der frei werdende Betrag erneut in ein Discount-Zertifikat mit kurzer Restlaufzeit investiert werden. Aufgrund des hohen Aufwands und der entstehenden Transaktionskosten ist diese Vorgehensweise in der Praxis jedoch nicht sinnvoll. Hinzu kommt, dass entsprechende Gewinne mit dem Finanzamt geteilt werden müssten. Denn die Haltedauer des Investments würde immer unterhalb der Spekulationsfrist von 12 Monaten liegen.

Mit Rolling-Discounts monatlich in neue Papiere investieren

An dieser Stelle greift das Konzept der Rolling-Discount-Zertifikate. Bei diesen Papieren investiert der Emittent im Monatsrhythmus in aktuelle Discount-Zertifikate mit einer Restlaufzeit von jeweils einem Monat. Dadurch profitiert der Käufer dieser Zertifikate von dem relativ hohen Rabatt kurzlaufender Discount-Zertifikate, ohne die Kosten für die regelmäßigen Umschichtungen tragen zu müssen. Werden die Rolling-Discount-Zertifikate, deren Laufzeit nicht begrenzt ist (“Open End“), länger als ein Jahr gehalten, können die Gewinne steuerfrei vereinnahmt werden.

Verglichen mit dem Kauf einer Aktie oder eines Indexzertifikates schneiden die rollierenden Discount-Zertifikate in Jahren mit stagnierenden Aktienkursen besonders gut ab. Denn in diesem Umfeld kann Monat für Monat die Prämie vereinnahmt werden, während Aktien über das Gesamtjahr betrachtet nicht von der Stelle kommen. Aber auch bei moderat steigendem Basiswert können die Zertifikate überzeugen. Nur bei stark steigenden Börsenkursen fallen sie hinter den Markt zurück.

Ein Risiko bleibt allerdings: Erfolgt das sog. „Rollover“ in ein neues Zertifikat unmittelbar nach einem starken Markteinbruch, macht das Zertifikat eine anschließend eventuell eintretenden Gegenbewegung nur in sehr geringem Umfang mit. Denn die Wertentwicklung bei Discount-Zertifikaten ist bekanntlich nach oben durch den Cap begrenzt. Deshalb sind kurzfristig auch einmal höhere Verluste möglich.

Zwar tritt dieser Fall wie die Wertentwicklung in der Vergangenheit zeigt eher selten ein. Aber zu Ihrer Sicherheit sollten Sie in Rolling-Discount-Zertifikate trotzdem nur Gelder investieren, die sie nicht zu einem bestimmten Stichtag wieder benötigen. Denn nur so können Sie den Zertifikaten Zeit geben sich innerhalb von 12 bis 18 Monaten wieder von einem kräftigen Rückschlag zu erholen.

Für jeden Geschmack das richtige Rolling-Discount

Je nach Risikobereitschaft lässt sich das Verlustrisiko mit Rolling-Discount-Zertifikaten weiter minimieren. Denn die beiden führenden Emittenten von Rolling-Discount-Zertifikaten, die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank, haben verschiedene Varianten von Zertifikaten auf den Markt gebracht. Bei der defensivsten Variante von UBS auf den Euro Stoxx 50 kann der führende europäische Börsenindex z. B. Monat für Monat 7,5 % an Kurswert verlieren. Trotzdem verdienen Sie mit dem Zertifikat noch Geld.

Riskanter aber auch profitabler sind Zertifikate deren Cap am Geld liegt (neutrale Variante). In diesem Fall liegt das Cap beim aktuellen Kurs des Basiswertes und nicht 7,5 % darunter wie bei der defensiven Variante. Für Börsenoptimisten gibt es noch eine offensive Variante, bei der das Cap über dem Kurs des Basiswertes liegt.

Geldtipp
Wegen der besseren Risikostreuung ist der Kauf von Rolling-Discount-Zertifikaten auf Indizes dem Kauf von Zertifikaten auf einzelne Aktien vorzuziehen. Nur wenn Sie von einer Aktie besonders überzeugt sind und es darauf ein Rolling-Discount-Zertifikat gibt, spricht nichts gegen den Kauf dieses Zertifikates. Allerdings sollte der Betrag, den sie darin investieren, in einem vernünftigen Verhältnis zu ihrem Gesamtdepot stehen.

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