Jahresendrally: Zur Vermeidung von Abgeltungsteuer zu spät?

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Seit dem 1.1.2009 gilt die neue Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge und Kursgewinne. Obwohl das jeder Interessierte schon lange wusste, haben viele Anleger erst an den letzten Börsentagen des alten Jahres gehandelt.

Über ein Jahr lang hat die Finanzbranche die Werbetrommel gerührt, um Geldanleger zur Flucht vor der Abgeltungssteuer durch Umschichtung ihrer Kapitalanlagen zu bewegen. Doch viele Anleger haben wegen der Finanzkrise bis kurz vor Ende des alten Jahres 2008 mit dem Kauf von Aktien und Fonds gewartet. Deshalb kam es zu einer kurzen, aber heftigen Jahresendrally. Das war genau die richtige Taktik, denn im Oktober und November 2008 sind die Kurse kräftig eingebrochen. Am Jahresende stand der DAX um mehr als 40 Prozent niedriger als zu Beginn des Jahres 2008.

So mancher Spätentschlossene hat erst am 30.12.2008 seine Kaufaufträge erteilt, also am letzten Börsentag des Jahres (an Silvester war die Deutsche Börse geschlossen). Dann ist entscheidend, ob die Kauforder noch im alten Jahr von der Bank oder dem Online-Broker ausgeführt wurde. Denn nur wenn die Wertpapiere bis zum 31.12.2008 gekauft wurden, gilt die einjährige Spekulationsfrist ab 2009 weiter. Ein Kursgewinn bei Verkauf der Papiere nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist dann abgeltungssteuerfrei. In der Regel sollte dafür ein Kaufauftrag bis zum Mittag des 30.12.2008 noch gereicht haben. Wurde der am 30.12.2008 erteilte Auftrag dagegen erst am Freitag, dem 2.1.2009 ausgeführt, greift die Abgeltungssteuer.

Entscheidend ist also das Datum der Ausführung Ihres Kaufauftrages. Dieses finden Sie auf Ihrer Wertpapierabrechnung als "Tag der Orderausführung", "Kauftag", "Geschäftstag" oder "Schlusstag". Wer den Stichtag verpasst hat, weil sein Auftrag erst am 2.1.2009 ausgeführt wurde, kann sich aber trösten: Rauschen die Kurse weiter in den Keller, was angesichts der Finanzkrise nicht unwahrscheinlich ist, können zumindest die Verluste auch noch nach einem Jahr Haltedauer dem Finanzamt gemeldet werden. Dann kommt es zu einem steuerlichen Vortrag der Verluste in die Folgejahre mit der Möglichkeit, diese bis Ende 2013 mit Gewinnen aus Kapitalvermögen zu verrechnen. Auf diese Weise wird dann ebenfalls Abgeltungssteuer gespart. Bei Kauf vor 2009 interessiert sich das Finanzamt dagegen für Verluste, die erst nach einem Jahr Haltedauer eingetreten sind, wegen Ablaufs der Spekulationsfrist nicht mehr.

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