Geldtipps-Blog: Aktien zur Altersvorsorge?

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(ms) Da die gesetzliche Rente sinkt, muss zusätzlich für den Ruhestand gespart werden. Rentenversicherungen sind dabei das Mittel der Wahl - am besten mit staatlicher Förderung. Da derzeit die Zinsen extrem mager ausfallen, liegt es nahe, alternativ mit Aktienfonds fürs Alter zu sparen. Doch ist das nicht viel zu riskant?

Christine Bortenlänger, Chefin des Deutschen Aktieninstituts (DAI), fordert von der Bundesregierung eine Reform der privaten Altersvorsorge, indem die Aktienanlage darin stärker gefördert wird. Sie meint, dass Aktien auf lange Sicht praktisch nie Verluste machen.

Lesen Sie dazu auch unsere Nachricht Aktienrente: 20 Prozent Zulage vorgeschlagen.

"Bei einem Anlagehorizont von 20 Jahren und mehr gibt es eine hundertprozentige Sicherheit, dass es keine Verluste gibt", sagt Christine Bortenlänger und bezieht sich dabei auf die Erfahrungen der vergangenen 50 Jahre. Zwar können Anleger auf Sicht von fünf oder zehn Jahren mit Aktien oft tief ins Minus geraten, ließen sie ihre Papiere aber länger als 15 Jahre liegen, war das noch nie der Fall, selbst nach heftigsten Crashs.

Der Ökonom Giaccomo Corneo von der Freien Universität Berlin möchte Aktien ebenfalls stärker in die Altersvorsorge der Deutschen einbinden. Doch er will das über einen Staatsfonds tun - verwaltet von der Bundesbank. Das Geld solle weltweit in Aktien investiert werden und die Dividenden würden den Bürgern gutgeschrieben, auf das Altersvorsorgekonto, das dort jeder Deutsche hätte.

In die gleiche Richtung geht der Vorschlag der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen: Bei ihrer "Deutschland-Rente" verwaltet der Staat einen zentralen Anlagetopf, in den jeder Arbeitnehmer einzahlen kann. Der Arbeitgeber führt die Beiträge direkt ab, Fondsmanager legen es dann möglichst gewinnbringend an - auf Selbstkostenbasis.

Der Haken am Projekt eines Staatsfonds: Für die Finanzindustrie gibt es kaum Geschäft. Deshalb lehnt die Verbandsvertreterin Bortenlänger solche Konzepte ab. "Es sollte lieber einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Angeboten geben, unter denen der mündige Bürger wählen kann. Einen staatlichen Fonds kann es ja dann zusätzlich geben." Dann würde sich zeigen, wem die Arbeitnehmer und Bürger am Ende lieber ihr Geld für die private Altersvorsorge anvertrauten.

MICHAEL SANTAK

Kommentare (bitte per E-Mail an: michael.santak@wolterskluwer.com )

Susanne Althoff: "Das Modell von Frau Bortenlänger gefällt mir ganz gut. Ich möchte auch mal vom Aktienboom profitieren - nicht immer nur die Reichen."

Peter S.: "Ich würde eine Förderung von Wohneigentum vorziehen. Das wäre mir persönlich lieber, weil ich dann ruhiger schlafen könnte."

Ludwig Vogel: "Dass wir in Deutschland keine Aktienkultur haben, liegt an der Propaganda der Nazis vor 80 Jahren, dass Aktionäre Profite auf dem Rücken der Arbeiter machten, ohne selbst zu arbeiten.."

Rose Greverus: "Das erinnert mich an die Hausfrauen-Hausse im Jahr 2000. Wenn jetzt noch die Bild darüber schreibt, kommt bald der nächste Crash."

Elmar Bork: "Was passiert, wenn ich in Rente gehen will, und mein Geld ist bloß noch die Hälfte wert?"

Wer beabsichtigt, für seinen Ruhestand vorzusorgen, kann mit zahlreichen Finanzprodukten, die teilweise staatlich gefördert werden, dafür sorgen. Wertvolle Expertentipps dazu lesen Sie im Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

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