Durch Rückkauf eigener Aktien von positiven Kurseffekten profitieren

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In den USA hat der Rückkauf eigener Aktien durch ein Unternehmen eine lange Tradition. Er ist neben der Dividende ein weiteres Mittel, um die Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Ein Vorteil ist die hohe Flexibilität. So können Aktienrückkäufe reduziert werden, wenn die Konjunktur nicht mehr rund läuft und das Geld doch wieder für das Tagesgeschäft oder sonstige Investitionen benötigt wird. Zudem sorgt ein abgeblasenes Rückkaufprogramm für wesentlich weniger Irritationen am Kapitalmarkt als eine Kürzung der Dividende.

Statistisch gesehen ist die Umsetzung von Aktienrückkaufprogrammen mit positiven Kurseffekten verbunden. Untersuchungen zeigen überdurchschnittliche Aktienkursentwicklungen während eines Rückkaufprogramms, wobei sich die Outperformance je nach Studie auf einen Zeitraum von zwei Monaten bis zu zwei Jahren erstreckt. Vor allem bei Substanz- und Nebenwerten komme es im Zusammenhang mit Aktienrückkäufen regelmäßig zu Überrenditen.

In Europa sind Stock Buybacks zwar lange nicht so verbreitet, sie erfreuen sich aber inzwischen auch hier zunehmender Beliebtheit. Dies gilt speziell auch für Deutschland. Zahlreiche Unternehmen aus dem DAX und den Nebenwertesegmenten haben in der letzten Zeit Aktienrückkaufprogramme aufgelegt, darunter der Industriekonzern Siemens oder der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum.

Die Motivation für ein Aktienrückkaufprogramm ist unterschiedlich: Viele Unternehmen führen Stock Buybacks durch, um überschüssiges Kapital abzubauen oder Kurspflege zu betreiben. Andere wiederum nutzen die Aktienrückkäufe, um sich gegen Übernahmen zu schützen oder strategische Investoren zu gewinnen. Für Anleger ist letztendlich aber nur eines entscheidend: Aktienrückkaufprogramme führen meist zu steigenden Kursen.

Die Ursachen dafür sind recht einfach nachvollziehbar: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien am Markt zurückkauft, verringert das die Anzahl der ausstehenden Aktien. Das wiederum kann zur Verbesserung wichtiger Aktienkennzahlen führen, etwa dem Gewinn je Aktie, dem Kurs/Gewinn-Verhältnis oder der zukünftigen Ausschüttung je Aktie. Gleichzeitig wird durch Aktienrückkäufe – ähnlich wie bei Dividenden – der finanzielle Spielraum des Managements eingeengt, was weitere Kostendisziplin erfordert.

Wichtig ist aber auch der damit verbundene Signaleffekt: Durch den Rückkauf suggeriert das Management, dass es gegenüber den Aktionären einen gewissen Informationsvorsprung bezüglich des tatsächlichen Unternehmenswertes besitzt. Die Börse setzt das häufig – insbesondere bei signifikanten Aktienrückkäufen – mit einer Unterbewertung der entsprechenden Aktie gleich.

Zertifikat der Société Générale auf die Buyback-Strategie

Für Anleger kann es sich also durchaus lohnen, die Finanznachrichten nach entsprechenden Ankündigungen von Aktienrückkaufprogrammen zu filtern. Allerdings erfordert das viel Zeit. Deutlich bequemer und einfacher geht das mit dem Kauf des Open-End-Zertifikates der Société Générale auf den Solactive European Buyback TR-Index (WKN: A12V1Y). Dieser Index setzt auf die größten Unternehmen Westeuropas mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Mio. Euro und einem genügend großen Aktienumsatz an der Börse, bei denen die Verantwortlichen innerhalb der vorangegangenen zwei Monate ein Aktienrückkaufprogramm ankündigten.

Die Gewichtung der Indexmitglieder erfolgt nicht wie üblich nach der Marktkapitalisierung, sondern anhand der prozentualen Aktienrückkäufe der jeweils vergangenen zwei Monate. Dafür werden für jedes Unternehmen die angekündigten Aktienrückkäufe in dem Beobachtungszeitraum zu den insgesamt ausstehenden Aktien ins Verhältnis gesetzt. Das Maximalgewicht einer Aktie entspricht dabei ihrem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen der vorangegangenen drei Monate, wobei ein Maximalwert von 5 % nicht überschritten werden darf. Eine Indexüberprüfung findet alle zwei Monate statt. Dabei muss der Index aus mindestens 20, maximal aus 50 Werten bestehen.

Dem Zertifikat auf die Buyback-Strategie fehlt eine Währungssicherung. Wertet der Euro gegenüber den im Index enthaltenen Aktien in Fremdwährung auf, schmälert das mögliche Gewinne. Allerdings wird der Kurs des Euro durch die Politik der Europäischen Zentralbank gezielt zur Weichwährung gemacht. Insofern könnte der fehlende Absicherungsmechanismus sogar für zusätzliche Rendite sorgen.

Die anfallenden Dividenden der im Index enthaltenen Papiere werden wieder voll reinvestiert und erhöhen damit den Wert des Zertifikates. Die jährlichen Managementgebühren betragen 0,5 %. Das Papier wird täglich an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart gehandelt.

Mit einem Exchange Traded Fund auf die Buyback-Strategie setzen

Zertifikate sind von der rechtlichen Struktur nichts anderes als Inhaberschuldverschreibungen mit variablem Rückzahlungswert. Das bedeutet im Fall von Zahlungsschwierigkeiten oder gar einer Pleite des Emittenten, dass die Anleger allenfalls aus der Insolvenzmasse bedient werden. Bei Exchange Traded Funds dagegen handelt es sich rechtlich gesehen um Sondervermögen. Das Geld der Anleger wird vom Vermögen der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaft getrennt verwaltet. Kommt es zu einer Insolvenz des Fondsverwalters, ist das Vermögen der Anleger also geschützt.

Wer aus Gründen der Sicherheit mit der Buyback-Strategie anstelle eines Zertifikates lieber auf einen Exchange Traded Fund setzen möchte, kann in den erst vor wenigen Monaten emittierten Global Buyback Achievers ETF (WKN: A114UD) des Anbieters PowerShares investieren. Dieser ETF bildet die Wertentwicklung des NASDAQ Global Buyback Achievers NTR Index ab. Der Referenzindex umfasst global agierende und im NASDAQ International oder NASDAQ US Buyback Achievers Index gelistete Unternehmen. Einbezogen werden Unternehmen, die während der vergangenen zwölf Monate die Anzahl ihrer umlaufenden Aktien netto um mindestens 5 % gesenkt haben. Ein Manko ist mit einem Anteil von rund 57 % die starke Konzentration auf amerikanische Aktien. Hier hat vor allem die weitere Euro-Entwicklung gegenüber dem US-Dollar einen deutlichen Einfluss auf die Performance. Der ETF wird an den wichtigsten deutschen Börsen gehandelt. Die jährlichen Verwaltungsgebühren betragen 0,39 %.

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