Dividendenstrategie: Aktien-Erträge ohne Stress

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Da ein Ende der Niedrigzinsphase nicht in Sicht ist, setzen immer mehr Anleger mit ihren Ersparnissen auf dividendenstarke Aktien. Regelmäßige Dividendenzahlungen steuern seit jeher annähernd die Hälfte zu den Gesamterträgen der Anlageklasse Aktien bei.

Die Höhe der Dividendenrendite ist eines der wichtigsten fundamentalen Kriterien bei der Bewertung von Aktien. Sie errechnet sich aus dem Verhältnis von Dividende und Aktienkurs eines bestimmten Titels. Die durchschnittliche Dividendenrendite der 30 Aktientitel im Deutschen Aktien-Index (DAX) liegt derzeit bei 2,8 %.

Unternehmen, die kontinuierlich hohe Dividenden ausschütten, zeigen, dass sie über finanzielle Solidität, hohe Substanz und ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen. Zu den DAX-Unternehmen, die aktuell die höchste Brutto-Dividendenrendite aufweisen, gehören die drei Energie- und Rohstoff-Versorger RWE (6,5 %), Eon (5,2 %) und K+S (5,0 %) sowie die beiden Versicherer Allianz (4,7 %) und Munich Re (4,4 %).

Dabei muss – bei entsprechend niedrigem Aktienkurs – die Dividende pro Aktie nicht sonderlich hoch ausfallen. RWE zahlt für 2015 je Stück 0,80 € (für 2014 war es noch 1,00 €), Eon gar nur 0,50 € (gleich geblieben) und K+S immerhin 1,20 € (Vorjahr 0,90 €).

Die beiden Börsen-Schwergewichte Allianz und Munich Re müssen da schon wesentlich mehr Geld pro Aktie ausschütten, um auch nur annähernd so hohe Dividendenrenditen vorweisen zu können. Allianz lobt für dieses Jahr 7,40 € pro Aktie aus (für 2014 waren es 6,85 €), während Munich Re noch tiefer in die Kasse greifen muss: Mit 8,00 € pro Schein ist der Rückversicherer am spendabelsten von allen Blue-Chip-Konzernen (Vorjahr 7,75 €).

Die für die Ausschüttung im Jahr 2016 erwartete Dividendensumme im DAX (für das Geschäftsjahr 2015) liegt bei rund 31,1 Milliarden Euro. Das stellt nach 29,9 Milliarden Euro für das Jahr 2014 einen neuen DAX-Dividendenrekord dar.

Geldwerte Ratschläge für Aktienanleger lesen Sie in unserem Dossier Geldanlage in Aktien: Grundwissen für Aktionäre.

Dividenden-Rente als Alternative zur Immobilien-Rente

Der Vorteil einer Kapitalanlage in Sachwerte wie Aktien und Immobilien (im Unterschied zu Zinsanlagen wie Auszahlplänen und Rentenversicherungen) besteht im Kapitalerhalt trotz dauerhafter Ausschüttungen.

Um eine Dividenden-Rente in Höhe von monatlich brutto 1.000 € erzielen zu können bzw. eine Dividenden-Ausschüttung von brutto 12.000 € im Mai oder Juni, müssten z.B. 15.000 RWE-Aktien bzw. 1.500 Munich-Re-Aktien zum Ausschüttungszeitpunkt gehalten werden. Am 30.10.2015 kosteten diese 12,28 € bzw. 181,30 € pro Stück, also 184.200 € (6,5 % Rendite) bzw. 271.950 € (4,4 % Rendite) für die genannten Stückzahlen.

Die Abgeltungsteuer inklusive Solidaritätszuschlag in Höhe von 26,375 % schmälert zwar die Dividenden-Rente um mehr als ein Viertel, doch bei Ruheständlern mit hohem Steuersatz ist diese Steuerbelastung möglicherweise geringerer als bei einer Immobilien-Rente,, die mit dem Grenzsteuersatz zu Buche schlägt, also mit maximal 45 %.

Zu berücksichtigen sind zudem die möglichen Wertsteigerungen, die bei Aktien vom Einstiegskurs und der folgenden Kursentwicklung abhängen und bei Immobilien von der Lage und dem entsprechenden Wiederverkaufswert.

Fazit: Außer Dividendensystemen gibt es keine anderen Aktienstrategien, deren Überrendite über die Marktentwicklung so oft nachgewiesen wurde. Zahlreiche akademische Studien zeigen, dass Dividendenstrategien sehr langfristig funktionieren, und zwar über 30 bis 50 Jahre. Doch viele Anleger interessiert meist mehr ein schneller Kursgewinn, der mit Dividendentiteln nicht zu erzielen ist.

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