Dividendensaison 2017: Aktionäre rechnen mit Rekordausschüttung

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Hochstimmung bei Dividendenjägern: Die börsennotierten Unternehmen schütten in diesem Jahr wieder viele Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus.

Für alle Dax-Konzerne wird in diesem Jahr die Gesamtsumme von 31,1 Milliarden Euro an Dividendenzahlungen erwartet. Es wäre ein neuer Rekordwert. Für europäische Aktiengesellschaften rechnen die Experten von Allianz Global Investors mit 315 Milliarden Euro an Dividende für die Anteilseigner. Auch das wäre so viel wie noch nie.

Studien zufolge sind die gezahlten Dividenden längerfristig für rund zwei Drittel des gesamten Ertrags eines Aktienportfolios verantwortlich. Diese Ergebnisse beziehen sich zwar auf den US-Markt, lassen sich aber auch auf andere große Aktienmärkte übertragen. In Deutschland z. B. legte der DAX seit 1990 inklusive Dividenden mehr als doppelt so stark zu wie ohne.

Traditionell gelten dividendenstarke Titel als defensive Anlage. In mageren Börsenjahren behaupten sie sich gut und verlieren, verglichen mit schwankungsfreudigen Wachstumswerten, weniger. Darüber hinaus zeigen Studien, dass in Aufschwungphasen defensive Titel durchaus Kursanstiege mitmachen und kaum hinter den Wachstumswerten zurückbleiben. Anleger erwerben sich somit über dividendenstarke Aktien eine gewisse Absicherung gegenüber unruhigen Zeiten am Aktienmarkt.

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Die Höhe der Dividendenrendite ist eines der wichtigsten fundamentalen Kriterien bei der Bewertung von Aktien. Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, zeigen, dass sie über eine gesunde finanzielle Solidität und eine starke Substanz verfügen.

Aktienkurse schwanken zwar ständig und verschrecken damit viele sicherheitsbewusste Anleger, die lieber auf den Kauf festverzinslicher Wertpapiere wie z. B. Staatsanleihen setzen. Aber die meisten Staatsanleihen aus der Euro-Zone sind seit der De-facto-Pleite Griechenlands kein sicherer Hafen mehr. Bis dahin konnten sich die wenigsten vorstellen, dass ein europäischer Staat die Käufer seiner Staatsanleihen derart abzockt. Weitere Wackelkandidaten gibt es in der Euro-Zone zur Genüge.

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Inzwischen sollte sich ein sicherheitsbewusster Investor die Frage stellen, ob er mit seinem Geld bei einem global aufgestellten Konzern nicht besser aufgehoben ist als bei disziplinlosen Schuldenstaaten. Selbst die öffentliche Hand in Deutschland hat in der Vergangenheit Schulden angehäuft, die rund 80 % der jährlichen Wirtschaftsleistung entsprechen. Hinzu kommen noch die eingegangenen milliardenschweren Bürgschaften für die angeschlagenen Länder in der EU.

Wenn Sie als Anleger mit dividendenstarken Aktien auf regelmäßige Zahlungen setzen, von denen Sie leben möchten oder die zur Zahlung bestimmter Verpflichtungen dienen, sollten Sie vor allem auf die Nachhaltigkeit der Dividenden achten. Das können Sie einerseits an der Ausschüttungsquote feststellen – also dem Teil des konsolidierten Gewinns, der als Dividende ausgeschüttet wird. Je niedriger der Anteil daraus ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Nachhaltigkeit. Ist die Ausschüttungsquote dagegen zu hoch, kann das Unternehmen zu wenig in die Zukunft investieren oder es geht schlimmstenfalls zulasten der Substanz des Unternehmens. Hier soll die Aktie nur aufgrund des schlechten Kurses aufpoliert werden, um sie für Anleger interessant zu machen. Häufig müssen dann die Unternehmen die Dividende sehr schnell senken. Von Nachhaltigkeit ist dann keine Rede mehr.

Konzentration auf dividendenstarke Titel steigert Rendite

Anfang der 90er-Jahre sorgte der amerikanische Portfoliomanager Michael O’Higgins mit seinem Anlagemodell Dogs of the Dow für Furore. Dieser etwas seltsam anmutende Name geht auf die US-amerikanische Umgangssprache zurück. Als Dogs (Hunde) werden minderwertige Sachen bezeichnet. Somit fällt auch eine Aktie mit einer schlechten Kursentwicklung unter diesen Begriff. Papiere mit einer solchen Kursentwicklung kommen oft auf eine hohe Dividendenrendite, da deren Kurse zuvor gefallen sind.

2016 haben die Dogs zum vierten Mal in Folge den Dow Jones überflügelt. Im Durchschnitt warfen die Hunde 2016 unter Berücksichtigungder ausgeschütteten Dividenden 20,5 % ab – vier Prozentpunkte mehr als der Dow Jones Industrial. Besonders erfreulich entwickelten sich Caterpillar (+ 42 %), Chevron (+ 36 %) und IBM (+ 25 %). Doch auch der schwächste Titel – Pfizer – erzielte immer noch eine positive Rendite von 4,5 %.

Das Anlagemodell Dogs of the Dow ist einfach: Anleger kaufen zu Jahresbeginn gleichgewichtet die zehn dividendenstärksten Aktien des Dow-Jones-Index. Diese werden ein Jahr gehalten. Im kommenden Jahr beginnt der Prozess von Neuem. Diese Vorgehensweise hat zum Ziel, eine Überrendite gegenüber dem Basisindex zu erzielen. Als Anlagevariante gibt es noch das Low-Five-Depot, bei dem von den 10 Werten diejenigen fünf gekauft werden, die den niedrigsten Kurs aufweisen. Diese Strategie erhöht das Risiko, bringt aber in guten Aktienjahren einen deutlichen Mehrertrag.

Solche Dividendenstrategien können auch mit Erfolg auf andere Börsenindizes angewandt werden. Der deutsche DivDAX-Index z. B. besteht aus den 15 Unternehmen des DAX mit der höchsten Dividendenrendite, quasi die Hunde des DAX. Einmal im Jahr wird der Index neu zusammengesetzt. In der Rückrechnung hat sich der DivDAX in den vergangenen zehn Jahren deutlich besser entwickelt als der normale DAX-Index.

Mit dem Kauf eines börsengehandelten Exchange Traded Fund (ETF) von iShares (WKN: 263527) können Sie an der Entwicklung des DivDAX partizipieren. Ein wesentlicher Vorteil dieses Produkts liegt darin, dass Sie sich den Zeit-, Kosten- und Rechercheaufwand ersparen, der anfallen würde, wenn Sie in Eigenregie nach den dividendenstärksten Titeln suchen würden und diese dann jedes Jahr eventuell wieder kostenintensiv umschichten müssten. Die jährliche Verwaltungsgebühr für den Indexfonds beträgt lediglich 0,31 %.

Ein Nachteil des DivDAX ist jedoch, dass sich seine Zusammensetzung an den zuletzt gezahlten Dividenden orientiert. So kann es passieren, dass dieser Index Unternehmen enthält, die zwar zuletzt eine überdurchschnittliche Dividende zahlten, dieses Niveau aber zukünftig nicht mehr halten können.

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Verbesserter Dividenden-Index DAXplus Maximum Dividend

Um dieses Problem zu umgehen hat die Deutsche Börse mit dem DAXplus Maximum Dividend Index ein weiteres Dividendenbarometer entwickelt. Das Auswahlkriterium hierfür ist die zu erwartende Dividendenrendite einer Aktie. Außerdem erfolgt die Indexgewichtung nicht wie beim DivDAX auf Basis der Marktkapitalisierung, sondern richtet sich nach der erwarteten Dividendenrendite. Das heißt: Je höher die erwartete Dividendenrendite ausfällt, desto höher ist das entsprechende Unternehmen im Index gewichtet. Damit eine Aktie keine zu hohe Gewichtung im Index einnimmt, wird der maximale Anteil für einen Titel auf 10 % begrenzt.

Ein ETF, der an der Entwicklung des DAXplus Maximum Dividend Index partizipiert, ist der Elab DAXplus Maximum Dividend (WKN: ETFL23). Die jährlichen Verwaltungsgebühren betragen moderate 0,30 %.

Europäische Aktien zahlen oft noch mehr Dividende

Während sich bei den bisher erwähnten Dividendenindizes die Auswahl auf deutsche Aktien beschränkt, enthält der DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Index die 30 dividendenstärksten Unternehmen aus dem Euroraum. Der Vorteil: Die Dividendenrendite dieses Index fällt meist höher aus als bei den beiden DAX-Varianten. Der Grund: In diesem Index finden sich aufgrund des länderübergreifenden Ansatzes mehr Aktienwerte aus besonders dividendenstarken Branchen.

Auf den DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 Index bieten mittlerweile mehrere Fondsgesellschaften ETFs an. Ein mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von gerade einmal 0,25 % besonders günstiger Indexfonds kommt dabei von ComStage (WKN: ETF051). Wem Europa nicht genügt, findet mit dem iShares STOXX Global Select Dividend 100 eine Anlagelösung, die sogar 100 Dividendenstars aus aller Welt enthält (WKN: A0F5UH). Die breitere Streuung hat jedoch ihren Preis in einer etwas höheren Verwaltungsgebühr von 0,46 %.

Der qualitative Filter für die Auswahl dividendenstarker Werte bei der ETF-Serie von Anbieter State-Street mit seinen SPDR Dividend Aristocrats ist ebenfalls sehr ausgefeilt. Auch hier geht es um Unternehmen, die in den vergangenen Jahren eine konstante Dividendenpolitik verfolgten.

Voraussetzung für eine Aufnahme in den SPDR S & P Euro Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1JT1B), der sich auf europäische Aktien konzentriert, sind konstante oder steigende Dividenden in den vergangenen 10 Jahren. Sein US-Pendant, der SPDR S & P US Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1JKS0), macht dafür sogar eine konstante Dividendenpolitik in den vergangenen 25 Jahren zur Voraussetzung. Ein Komitee überwacht den Index und veranlasst gegebenenfalls Neugewichtungen. Neben der üblichen quartalsregelmäßigen Neugewichtung tritt das Indexkomitee auf den Plan, wenn ein Unternehmen zwischen den Überwachungsterminen die Index-Kriterien nicht länger erfüllt. Die Experten können den Wert entfernen, haben aber auch die Möglichkeit, den Wert im Index zu belassen, wenn absehbar ist, dass nur temporär die Indexkriterien nicht erfüllt werden.

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