Dividenden sind die neuen Zinsen

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Die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) legen nahe, dass ein Ende der Niedrigzinsen nicht in Sicht ist. Deshalb setzen immer mehr Anleger mit ihren Ersparnissen auf dividendenstarke Aktien.

Regelmäßige Dividendenzahlungen steuern seit jeher einen Großteil zu den Gesamterträgen der Anlageklasse Aktien bei. Laut Berechnungen von Allianz Global Investors erreichte der MSCI Europa zwischen 1970 und 2012 eine jährliche Rendite von 9,8 %. Während davon 5,7 % auf Kursgewinne zurückzuführen waren, steuerten die Dividenden der Indexmitglieder 4,1 Prozentpunkte zur jährlichen Gesamtperformance bei.

Traditionell gelten dividendenstarke Titel als defensive Anlage. In mageren Börsenjahren behaupten sie sich besser und verlieren weniger als andere Aktien. Anleger erwerben sich somit über dividendenstarke Aktien eine gewisse Absicherung in unruhigen Zeiten am Aktienmarkt. Die Höhe der Dividendenrendite ist eines der wichtigsten fundamentalen Kriterien bei der Bewertung von Aktien. Unternehmen, die kontinuierlich hohe Dividenden ausschütten, zeigen, dass sie über finanzielle Solidität, hohe Substanz und ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen.

Mit dem Solactive-Europe High Dividend Low Volatility-Index- Zertifikat hohe Dividenden einsammeln

Hohe Dividenden einsammeln bei gleichzeitig niedriger Schwankungsbreite (Volatilität) – das verspricht das Zertifikat auf den Solactive-Europe High Dividend Low Volatility-Index (ISIN: DE000VZ7HDL4). Das Papier wurde von der Schweizer Bank Vontobel herausgegeben. Für die Aufnahme in den Index kommen alle europäischen Blue Chips infrage, die über 750 Mio. Euro Marktkapitalisierung und mehr als 1 Mio. Euro durchschnittlichen täglichen Handelsumsatz aufweisen. Nur Gesellschaften, die in den letzten fünf Jahren niemals Dividendenkürzungen vornahmen und außerdem das letzte Jahr verlustfrei abschlossen (dadurch wird die Aufnahme von substanzausschüttenden Unternehmen verhindert), qualifizieren sich für die zweite Auswahlphase.

Auf die 40 Unternehmen mit der höchsten erwarteten Dividendenrendite wird nun ein Volatilitätsfilter gelegt, bevor die 20 Aktien mit der niedrigsten historischen Volatilität zur Indexbildung herangezogen werden. Zurückgerechnet hat der Index in den letzten fünf Jahren die rein dividendenorientierten Indizes S&P Aristocrats High Yield Dividends und STOXX Europe Select Dividends Index geschlagen. Beide tragen nämlich nicht dem Phänomen Rechnung, dass insbesondere Aktien geringer Schwankungsbreite in den letzten Jahrzehnten regelmäßig mit einer Outperformance, also einer Entwicklung besser als der Gesamtmarkt, aufwarten konnten.

Die Indexzusammensetzung wird einmal im Jahr überprüft und neu gewichtet (Rebalancing). Mit 25 % Anteil Finanzunternehmen, 20 % Versorgern und Konsumdienstleistern, 10 % Öl und Gas und Konsumartikel sowie 5 % Healthcare, Industrie und Technologie weist der Index aktuell eine breite Branchenstreuung auf.

Überraschend ist die hohe Konzentration auf Aktien aus Großbritannien (65 %). Aktien in der Eurowährung (je 5 % in Spanien, Finnland und Frankreich; kein deutscher Titel) sind unterrepräsentiert. Dies ist angesichts der Euroschwäche sicherlich kein Nachteil; sollte aber aufgrund des Währungsengagements bei der Kaufentscheidung mitberücksichtigt werden.

Das an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart gehandelte Papier kostet derzeit rund 109,00 €. Die jährliche Managementgebühr liegt bei 1,2 %. Die anfallenden Dividenden werden nicht ausgeschüttet, sondern dem Zertifikat zugeschlagen (thesauriert) und erhöhen damit dessen Kurswert.

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