Die vorbörsliche Platzierung von Aktien: Dieser Trick ist vor allem bei boomenden Börsen erfolgreich

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Läuft es an der Börse gut, lässt sich mit Neuemissionen am Aktienmarkt gutes Geld verdienen. Doch gerade in dieser Phase sind viele Neuemissionen meist mehrfach überzeichnet und die Anleger gehen bei der Zeichnung leer aus. Den Frust vieler Kleinanleger über die Nichtberücksichtigung bei der Zeichnung nutzen unseriöse Anbieter mit dem Verkauf vorbörslicher Aktien aus.

Dabei wird dem Anleger versprochen, das Unternehmen gehe bald an die Börse. Beteiligen Sie sich schon vor dem Börsengang an einer attraktiven Biotechnologiefirma, die bald an der Nasdaq, der amerikanischen Technologiebörse, notiert sein wird, so z.B. die Werbebotschaft.

Anzeigen dieser Art finden Sie vor allem in Wirtschaftszeitungen, auf den Börsenseiten im Videotext und natürlich im Internet. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch nur um Betrug. Denn nach dem Verkauf der Aktien meldet das Unternehmen nach kurzer Zeit Insolvenz an. Ihr Geld sehen Sie nie wieder und die Betrüger gründen eine neue Firma mit anderem Namen – und das betrügerische Spiel beginnt von Neuem.

Im Bereich der vorbörslichen Beteiligungen tummeln sich jedoch nicht nur Scharlatane. Es gibt auch junge Firmen, die ernsthaft auf der Suche nach frischem Kapital für Investitionen sind. Dies ist das Geschäftsfeld sog. Wagniskapitalgeber (Venture-Capital-Firmen). Im Gegensatz zum Privatanleger unterziehen jedoch diese Wagniskapitalgeber die Firma vor einer vorbörslichen Beteiligung einer genauen Überprüfung.

Zusätzlich streuen Venture-Capital-Firmen ihr Anlagerisiko, da sie vorbörslich in viele Unternehmen gleichzeitig investieren. Diese Risikostreuung ist wichtig. Denn selbst von den seriösen Angeboten vorbörslicher Aktienplatzierungen erlangen nur rund 10 % aller Engagements die Börsenreife. Viele Firmen werden vor dem angestrebten Börsengang insolvent oder werden nie groß genug, um den Sprung an die Börse zu packen. Mit den verbliebenen Unternehmen, die den Börsengang schaffen, lassen sich jedoch meist so hohe Gewinne erzielen, dass sich das Risiko der außerbörslichen Beteiligungen für die Wagniskapitalgeber lohnt.

Wenn Sie als Privatanleger bereits vor der Börsennotiz Anteile an einer Aktiengesellschaft kaufen, so werden Sie, wie bei einem an der Börse notierten Unternehmen, Anteilseigner dieser Gesellschaft. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass diese nicht börsennotierten Anteile nur schwer zu veräußern sind. Während die Börse die Funktion eines Marktplatzes übernimmt, müssen Sie als Investor bei außerbörslichen Engagements selbst einen Käufer für Ihre Aktien finden. Das ist jedoch schwierig und oft nur mit einem kräftigen Nachlass auf Ihren Kaufpreis möglich.

Handelshäuser wie die Valora Effekten Handel AG organisieren einen Sekundärmarkt für außerbörsliche Aktien, indem Sie An- und Verkaufskurse für diese Papiere stellen. In den meisten Fällen lohnt sich jedoch ein Handel über diese Anbieter nicht, da die Spannen zwischen An- und Verkaufskursen (Spread) sehr hoch sind. Die Homepage der Valora Effekten Handel AG finden Sie im Internet unter valora.de.

Wenn Sie sich trotz aller Risiken auf das glatte Parkett der vorbörslichen Unternehmensbeteiligungen wagen möchten, dann sollten Sie die folgenden Anzeichen kennen, die bei einem solchen Angebot auf Anlagebetrug hinweisen:

  • Benutzt eine in Deutschland ansässige Firma zum beabsichtigten Börsengang einen US-Börsenmantel (in Konkurs geratene US-Firma, mit Kursnotierung an einer US-Börse), sollten Anleger stutzig werden. Eine solche Firma erkennen Sie an der Bezeichnung Inc. am Ende ihres Firmennamens. Bei einer solchen Firma können Sie nicht nachvollziehen, ob die ausgegebenen Aktien überhaupt im Handelsregister eingetragen werden.

  • Oft werden von den Anlagebetrügern zum Börsengang falsche Angaben über die Anzahl der auszugebenden Anteile gemacht. Beispiel: Angeblich werden 150000 Aktien zu je 15,00 € verkauft. Insgesamt gibt es 300000 Aktien der Firma. Da die Stücke anschließend jedoch nicht in das Handelsregister eingetragen werden, verkaufen die Betrüger mehr als die angegebenen 150000 Aktien.

  • Gerne kündigen die Verkäufer bereits bei der ersten Platzierung weitere Kapitalerhöhungen an. Das Angebot klingt verlockend, wenn die erste Finanzierungsrunde zu 5,00 €, die zweite zu 10,00 € und die letzte zu 15,00 € durchgeführt werden soll. Solche Offerten sind jedoch Unsinn. Denn die zukünftige Wertentwicklung der Aktie ist allein von der weiteren Unternehmensentwicklung abhängig. Mit den festgelegten Preisen gibt der Verkäufer jedoch bereits vor, die zukünftige Unternehmensentwicklung zu kennen.

  • Gerne benutzen die Betrüger ähnlich klingende Firmennamen von bekannten Unternehmen, deren Aktien bereits an der Börse gehandelt werden. Die Gauner versuchen dann im Windschatten dieser etablierten Unternehmen, ihre Aktien zum Börsenstart zu überteuerten Preisen an gutgläubige Anleger zu verkaufen.

Als Investor sollten Sie genau auf den Preis der außerbörslich angebotenen Aktien achten. Denn im Gegensatz zu den Neuemissionen an der Börse wird dieser Preis nicht von einem Bankenkonsortium, sondern von der Firma selbst festgelegt und kann dementsprechend viel zu hoch ausfallen.

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