Die Börse boomt: Wie die FiFo-Methode bei der Gewinnbesteuerung funktioniert

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Im Mai und Juni dieses Jahres haben die Börsen ein wenig geschwächelt, doch im Juli ging es schon wieder nach oben - insbesondere im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli wurden laut Gesamtumsatz-Statistik der "Gruppe Deutsche Börse AG" an allen deutschen Börsen Wertpapiere für 328,6 Mrd. Euro gehandelt. Davon entfielen 295,3 Mrd. Euro auf Aktien, Optionsscheine, Zertifikate und Exchange Traded Funds sowie 33,3 Mrd. Euro auf Rentenpapiere, also auf festverzinsliche Anleihen.

Allein der Aktienumsatz lag laut Orderbuch-Statistik, die in einfacher Zählung alle Umsätze im Orderbuch von Xetra und dem maklergestützten Präsenzhandel ermittelt, an den deutschen Börsen im Juli bei 117,2 Mrd. Euro – rund fünf Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Juli 2005: 111,7 Mrd. Euro Umsatz). In deutschen Aktien wurden dabei 110,6 Mrd. Euro umgesetzt, in ausländischen Aktien 6,6 Mrd. Euro. Auf Xetra wurden im Juli rund 7,7 Mio. Geschäfte getätigt – acht Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Juli 2005: 7,0 Mio. Geschäfte).

Derivate verzeichnen zunehmenden Zuspruch

An Eurex, der weltweit größten Terminbörse, erfolgten im Juli Handel und Clearing von 107 Mio. Kontrakten. Das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Juli 2005: 92 Mio. Kontrakte). In den ersten sieben Monaten des Jahres 2006 wurden rund 931 Mio. Kontrakte gehandelt. Eine Zunahme von rund 27 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das tägliche Eurex-Handelsvolumen liegt derzeit bei durchschnittlich 6,3 Mio. Kontrakten.

Im Juli wurden insgesamt 56,7 Mio. Kontrakte im Segment für aktienbasierte Derivate gehandelt. Dabei entfielen 37,5 Mio. Kontrakte auf Aktienindex-Derivate und 19,2 Mio. Kontrakte auf Aktienderivate, wie Aktienoptionen und Single Stock Futures. Das im Juli am meisten gehandelte Aktienderivat an Eurex war der "Dow Jones Euro Stoxx 50 Index Future" mit 16,3 Mio. gehandelten Kontrakten. Das entspricht einem Anstieg von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

So nutzen Sie die FiFo-Methode bei der Besteuerung von Kursgewinnen

Bei einem anhaltenden Aufwärtstrend der Börsen realisieren viele Anleger ihre Gewinne durch Verkauf ihrer Aktien. Beachten Sie dabei, dass Ihre Kursgewinne nur dann steuerfrei sind, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als 12 Monate liegen. Verkaufen Sie Ihre Aktien vor Ablauf dieser Spekulationsfrist, müssen Sie Ihren Gewinn versteuern, sobald dieser die Freigrenze von 512 Euro überschreitet. Ihr steuerlich relevanter Gewinn wird nach der FiFo-Methode berechnet. "FiFo" bedeutet: First in, first out - was Sie zuerst gekauft haben, wird als zuerst verkauft angesehen. Haben Sie mehrmals Aktien eines Unternehmens gekauft und verkaufen nur einen Teil davon, betrachtet das Finanzamt die zuerst erworbenen Aktien als die zuerst veräußerten.

Beispiel: Sie haben im 1.5.2005 von der XYZ AG 100 Aktien gekauft. Weitere 200 Anteilscheine derselben Firma legen Sie sich am 1.10.2005 zu. Am 1.8.2006 verkaufen Sie 100 Stück dieser 300 Aktien mit Gewinn. Da die zuerst erworbenen Aktien als die verkauften angesehen werden, fällt keine Kapitalertragsteuer für den Spekulationsgewinn an. Grund: Diese Aktien liegen seit 15 Monaten in Ihrem Depot.

Ihre Gewinne aus Aktienverkäufen müssen Sie nur zur Hälfte versteuern (Halbeinkünfteverfahren). Wichtig: Beachten Sie bei der Freigrenze von 512 Euro, dass es sich nicht um einen Freibetrag handelt. Wird die Freigrenze überschritten, ist der komplette Gewinn steuerpflichtig. Eheleute können die Freigrenze des einen nicht auf den anderen übertragen.

Geldtipp
Durch Spekulationsverluste können Sie Ihre Steuern senken. Ist der Saldo aus Ihren Gewinnen und Verlusten eines Kalenderjahrs negativ, kann dieser Gesamtverlust in das Vorjahr zurückgetragen und/oder in die Folgejahre vorgetragen werden. Der Verlust wird dann mit in diesen Jahren entstandenen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet (Anlage SO zur Einkommensteuererklärung). Dieser Verlustabzug ist seit 1999 möglich. Auch dabei gilt das Halbeinkünfteverfahren. Ihre Verluste können Sie also auch nur zur Hälfte steuermindernd geltend machen.

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