Dax-Hausse ohne Ende?

Dax-Hausse ohne Ende?

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Der Deutsche Aktienindex (DAX) stieg am gestrigen Donnerstag, dem 4.5.2017, auf 12.648,22 Punkte. Doch ab der kommenden Woche ist mit einer Konsolidierung zu rechnen.

Der Dax setzte seinen Rekordlauf seit Montag, dem 24.4.2017, dem Sprung über die in zwei Jahren nicht erreichte Höchstmarke vom 10.4.2015 bei 12.390,80 Punkten, fort und stieg im Handelsverlauf auf ein vorläufiges Rekordhoch, das heute und in der kommenden Woche noch überboten werden könnte (Ziele bei 12.800 und 13.000 sowie rechnerisch bei 14.672 Punkten = 161,8-Prozent-Extension).

Der deutsche Leitindex profitierte von der nach dem Fernsehduell am Mittwochabend zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen fast schon zur Sicherheit gewachsenen Erwartung eines europafreundlichen Wahlausgangs in Frankreich am Sonntag, dem 7.5.2017.

Zudem gab es zwei positive Konjunkturdaten aus dem Euroraum: Der europäische Einkaufmanagerindex liegt im Plus, und der deutsche Ifo-Index über das Wirtschaftsklima des Euro-Raums kletterte auf den höchsten Wert seit 2007.

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Baldige Konsolidierung absehbar

Aus technischer Sicht ist aufgrund des "überkauften" Zustands und wegen der Saisonalität ("sell in May and go away") in absehbarer Zeit eine Konsolidierung bis auf 12.390 Punkte zu erwarten.

Zu einer vorübergehenden Kurskorrektur unter 11.415 Punkte (Jahrestief vom 2.1.2017) könnte es kommen, wenn die rechtspopulistische Kandidatin entgegen aller Prognosen die französische Präsidentschaftswahl gewinnen sollte.

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Dividendensaison endet im Juni

Die Börsenkurse beweisen ab Sommeranfang deshalb weniger Elan, weil dann die Hauptversammlungsperiode vorbei ist und die Unternehmensnachrichten dünner werden. In der Ferienzeit neigen Firmen weniger dazu, gravierende Veränderungen zu kommunizieren. Gleiches gilt für die Notenbanken, und auch die Politik pflegt eine ausgedehnte Sommerpause von Juli bis September.

Historisch betrachtet ist also etwas dran am "Sell in May and go away"-Ratschlag – zumindest wenn man ihn komplett zitiert, nämlich inklusive des Nachsatzes "but remember to be back in September".

Die Ökonomen Sven Bouman und Ben Jacobsen haben bei Analysen von 37 Ländern herausgefunden: Gerade im europäischen Raum entwickeln sich die Börsen in den sechs Monaten November bis April deutlich besser als von Mai bis Oktober. Bei der Analyse der Aktienmärkte im Vereinigten Königreich konnten Bouman und Jacobsen diesen Effekt sogar bis zurück ins Jahr 1694 ausmachen.

Doch nicht der Wonnemonat Mai, sondern August, September und Oktober sind auf lange Sicht die großen Verlustmonate - zumindest im Dax. Unter den zehn Monaten mit dem stärksten Minus beim Dax seit 1959 sind je dreimal die Monate August und September sowie zweimal der Monat Oktober, jedoch kein einziger Mai (siehe erste Tabelle unten).

Und der Tag mit dem höchsten Dax-Gewinn? Der fiel mit 12,75 Prozent Zuwachs tatsächlich in den Mai, und zwar am 30.5.1962. Glücklich war, wer vorher nicht verkauft hatte...

Die zehn schlechtesten Dax-Monate

Rang

Monat

Verlust

1

September 2002

-25,42 %

2

Oktober 1987

-21,52 %

3

August 2011

-19,19 %

4

September 1990

-18,08 %

5

August 1998

-17,71 %

6

September 2001

-16,96 %

7

Juli 2002

-15,57 %

8

August 1990

-15,09 %

9

Januar 2008

-15,07 %

10

Oktober 2008

-14,46 %

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Die zehn schlechtesten Dax-Tage

Rang

Tag

Verlust

1

16.10.1989

-12,81 %

2

19.08.1991

-9,40 %

3

19.10.1987

-9,39 %

4

11.09.2001

-8,49 %

5

28.10.1997

-8,04 %

6

26.10.1987

-7,69 %

7

29.05.1962

-7,22 %

8

21.01.2008

-7,16 %

9

06.10.2008

-7,07 %

10

10.10.2008

-7,01 %

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